Bankbetrug explodiert: Indien meldet +46% Verluste auf 5,3 Mrd.

Bankbetrugsfälle nehmen global zu, mit einem Anstieg der Schadenssumme um 46 Prozent in Indien. Neue KI-Methoden und Phishing-Wellen bedrohen Verbraucher.

Indien: Verluste explodieren trotz weniger Fälle

Die indische Zentralbank (RBI) veröffentlichte am 29. Mai ihren Jahresbericht mit alarmierenden Zahlen. Demnach stieg der Gesamtwert der Bankbetrugsfälle im Fiskaljahr 2026 um 46 Prozent auf umgerechnet rund 5,3 Milliarden Euro. Besonders brisant: Die Zahl der gemeldeten Fälle sank gleichzeitig auf 10.114 – die Täter konzentrieren sich also auf immer größere Beutezüge.

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Staatsbanken tragen mit umgerechnet rund 3,9 Milliarden Euro die Hauptlast der Verluste. Private Institute verloren etwa 1,3 Milliarden Euro. Haupttreiber bleibt der Kreditbetrug: 8.640 Fälle mit einem Schaden von rund 4,5 Milliarden Euro. Positiv: Betrug mit Karten und Online-Zahlungen ging zurück – auf lediglich 29 Millionen Euro bei 293 Fällen.

Internationale Schlag gegen Callcenter-Betrug

Die Polizei im indischen Bundesstaat Goa zerschlug am 28. Mai ein illegales Callcenter in Verna. Die Beamten nahmen 26 Verdächtige fest, die sich als US-Bankmitarbeiter ausgaben und amerikanische Bürger betrogen haben sollen. Mit erfundener Dringlichkeit und der Forderung nach Geschenkkarten brachten die Täter ihre Opfer um Geld. Die Behörden beschlagnahmten 145 Laptops und 45 Mobiltelefone im Wert von rund 60.000 Euro.

In den USA verhaftete die Polizei in Wyomissing, Pennsylvania, am 27. Mai einen 51-jährigen Verdächtigen. David Dar soll versucht haben, einen gestohlenen US-Schecks über 2,2 Millionen Dollar (rund 2 Millionen Euro) einzulösen. Nach dem gescheiterten Versuch am 20. Mai wollte er 37.000 Dollar abheben. Ihm drohen Anklagen wegen Identitätsdiebstahls, Urkundenfälschung und Diebstahls. Die Kaution liegt bei 400.000 Dollar.

Ein besonders perfider Fall ereignete sich in Illinois: Jennifer Lichthardt verlor über 35.000 Dollar an Betrüger, die die Telefonnummer der Betrugsabteilung von JPMorgan Chase manipuliert hatten. Die Täter gaben sich zudem als FBI-Beamte aus und kannten sogar den Kontostand ihres Opfers. Chase betont: Banken fordern Kunden nie auf, Geld auf „sichere“ Konten zu überweisen.

Europa im Visier: Phishing-Welle rollt über Deutschland

Am 29. Mai registrierten Sicherheitsexperten eine massive Phishing-Welle in Deutschland. Betroffen sind Kunden der Deutschen Bank, Commerzbank, ING und HypoVereinsbank. Die betrügerischen Mails locken mit Betreffzeilen zur Reaktivierung des „PhotoTAN“-Verfahrens und versuchen, an vertrauliche Zugangsdaten zu gelangen.

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Auch die Philippinen kämpfen gegen Betrug: Die dortige Börsenaufsicht warnte am 29. Mai vor unseriösen Kreditangeboten und Bank-Identitätsdiebstahl über Messenger-Dienste wie Telegram und Viber. Die Täter geben sich als seriöse Firmen aus und verlangen Vorauszahlungen für Kredite.

KI-gestützter Betrug: Die neue Gefahr

Das FBI und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) schlagen Alarm: KI-gestützte Stimmklonung wird zur immer größeren Bedrohung. Allein in den USA verloren Bürger 2025 über 893 Millionen Dollar durch KI-bezogene Betrugsmaschen. Die Behörden empfehlen, mit Familienmitgliedern „Codewörter“ zu vereinbaren und bei verdächtigen Anrufen stets die offizielle Nummer der Bank zu wählen.