Bankbetrug explodiert: SMS-Phishing um 146 Prozent gestiegen

Betrüger attackieren DKB- und Sparkassen-Kunden mit gefälschten Sicherheitsmails. BKA und FBI zerschlagen Phishing-Dienst Kratos.

Kriminelle täuschen Bankkunden mit gefälschten Sicherheits-Updates und betrügerischen Login-Seiten. Die Angriffe nehmen drastisch zu.

In den vergangenen Tagen haben Betrüger eine koordinierte Phishing-Kampagne gegen Kunden der DKB und Sparkasse gestartet. Die Täter geben sich als Bankmitarbeiter aus und locken mit angeblichen Sicherheitsverbesserungen oder dringenden System-Updates. Wer auf die Links klickt, landet auf täuschend echten gefälschten Login-Seiten – und gibt damit seine Zugangsdaten preis.

So erkennen Kunden die Betrugsversuche

DKB-Kunden erhalten derzeit E-Mails, die ein verbessertes Betrugserkennungssystem versprechen. Die Nachrichten führen auf eine Fake-Seite, die dem Original täuschend ähnlich sieht. Sparkasse-Kunden wiederum werden mit angeblichen Sicherheits-Updates unter Druck gesetzt. Einige der betrügerischen Mails drohen mit der Sperrung des Kontos, falls der Empfänger nicht umgehend einen Link anklickt. In manchen Fällen setzten die Kriminellen sogar eine Frist – der 22. Juli wurde als letzter Termin zur Bestätigung der Kontodaten genannt.

Die Lage ist ernst: Im Landkreis Hildburghausen stieg die Zahl der SMS-Betrugsfälle im ersten Halbjahr 2026 um 146 Prozent. Auch der Online-Betrug in digitalen Shops legte um 134 Prozent zu, und die Verbreitung von Schadsoftware, die sich über Fernzugriff in Computer einschleicht, wuchs um 69 Prozent.

Internationale Schläge gegen die Betrüger-Infrastruktur

Das Bundeskriminalamt (BKA) und das FBI haben gemeinsam einen großen Schlag gegen den Phishing-Dienst Kratos geführt. Die Ermittler zerschlugen eine Infrastruktur aus 200 Servern, die monatlich rund 15.000 Phishing-Kampagnen ermöglichte. Parallel dazu entdeckten Sicherheitsforscher den Dolphin-X-Trojaner – eine Schadsoftware mit 329 verschiedenen Funktionen, die Daten aus über 300 Apps extrahieren kann.

Anzeige

Rekord-Schäden durch Phishing zeigen, wie raffiniert die psychologischen Tricks der Hacker geworden sind. Experten erklären im kostenlosen Anti-Phishing-Paket, wie Sie gefälschte Nachrichten entlarven und Ihr Unternehmen wirksam schützen können. Anti-Phishing-Paket jetzt kostenlos herunterladen

Ein besorgniserregender Trend: In den App-Stores tummeln sich rund 560.000 KI-generierte Anwendungen. Die Sicherheitsfirma CTM360 entdeckte zudem das InsureOTP-Kit – ein Werkzeug, mit dem Angreifer über Google Ads Opfer auf Phishing-Seiten locken. Dort können sie Einmal-Passwörter (OTPs) abfangen und in weniger als 90 Sekunden Konten übernehmen. Betroffen sind Nutzer in Saudi-Arabien, Europa, den USA und Indien.

Banken reagieren mit neuen Schutzmaßnahmen

Die DBS-Bank kündigte als Reaktion auf die wachsende Bedrohung sogenannte „kognitive Pausen“ bei riskanten Überweisungen an. Kunden müssen dabei persönliche Identitätsfragen beantworten, bevor eine Transaktion durchgeführt wird. Der Hintergrund: Im Jahr 2025 entfielen 81,8 Prozent aller Betrugsfälle auf sogenannte autorisierte Transaktionen – also Überweisungen, die das Opfer selbst freigegeben hat. Die DBS berichtet, dass ihre Kombination aus künstlicher Intelligenz und menschlicher Analyse bereits Verluste in Höhe von rund einer halben Million Euro verhindert habe.

In Pakistan stiegen die Beschwerden über Bankbetrug im Jahr 2025 auf 4.615 Fälle. Experten fordern dort den verstärkten Einsatz KI-basierter Erkennungssysteme – die Zahl der Phishing-Angriffe hat sich seit 2019 verzehnfacht. In Südkorea verurteilte ein Gericht in Seoul Mitglieder einer Voice-Phishing-Bande, die sich als Staatsanwälte ausgegeben und Bargeld sowie Gold im Wert von mehreren Hundert Millionen Won erbeutet hatten.

Anzeige

Da allein in Deutschland pro Quartal Millionen Konten von Datenklau betroffen sind, wird die passwortlose Anmeldung immer wichtiger. Dieser kostenlose Report zeigt, wie Sie Passkeys bei Amazon, WhatsApp und Co. einrichten, um Hackern keine Chance mehr zu lassen. Gratis-Report: Passwortlos und sicher anmelden

Microsoft bleibt die meistkopierte Marke

Laut Daten von Check Point Research für das zweite Quartal 2026 bleibt Microsoft die am häufigsten imitierte Marke bei Phishing-Angriffen – mit einem Anteil von 22,6 Prozent. LinkedIn folgt mit 11,6 Prozent, dahinter Google, Apple und Amazon. Eine Premiere gibt es ebenfalls: ChatGPT taucht erstmals in den Top Ten auf und macht 1,1 Prozent der Markenimitations-Phishing-Versuche aus. Ein klares Zeichen, dass KI-generierte Betrugsinhalte weiter zunehmen.