Bankbetrug: Kriminelle nutzen Videoanrufe und Bildschirmfreigabe

Eine neue Betrugsmasche kombiniert Videoanrufe mit Bildschirmzugriff, um Bankdaten und Einmalpasswörter von Smartphone-Nutzern auszuspähen.

In den letzten Tagen des Augusts hat die russische Cyberpolizei eine dringende Warnung vor einer neuen, technologisch versierten Betrugsmasche veröffentlicht.

Kriminelle nutzen dabei gezielt Videoanrufe und die Funktion der Bildschirmfreigabe auf Smartphones, um sich unbefugten Zugriff auf Bankkonten und sensible Finanzdaten zu verschaffen. Die Ermittler beobachten eine Zunahme dieser Vorfälle, bei denen die Täter psychologischen Druck mit technischer Manipulation kombinieren.

Vorgehensweise durch soziale Manipulation

Nach Erkenntnissen der Sicherheitsbehörden gehen die Betrüger nach einem festen Schema vor. Sie kontaktieren ihre Opfer zunächst und geben sich als Mitarbeiter von Banken oder Finanzinstituten aus. Unter dem Vorwand dringender Sicherheitsüberprüfungen oder technischer Aktualisierungen der Banking-Software werden die Nutzer dazu bewegt, an einem Videoanruf teilzunehmen.

Im Verlauf dieses Gesprächs fordern die Täter die Betroffenen dazu auf, die Bildschirmfreigabe ihres Mobilgeräts zu aktivieren. Sobald diese Funktion eingeschaltet ist, können die Angreifer in Echtzeit sämtliche Aktivitäten auf dem Smartphone-Display verfolgen. Dies ermöglicht es den Tätern, nicht nur Kontonummern und persönliche Identifikationsmerkmale auszuspähen, sondern auch die Eingabe von Passwörtern oder den Empfang von Einmalpasswörtern (OTP) für Überweisungen mitzulesen.

Die Cyberpolizei wies darauf hin, dass die Betroffenen oft erst spät bemerken, dass sie durch die Freigabe ihres Bildschirms den vollständigen Einblick in ihre digitalen Finanzanwendungen gewähren.

Anzeige

Wer sich mit den Gefahren beim mobilen Banking befasst, sollte sein Gerät gegen unbefugte Zugriffe absichern. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt Ihnen 5 einfache Maßnahmen, um Ihr Android-Smartphone effektiv vor Hackern und Datenmissbrauch zu schützen. 5 sofort umsetzbare Schutzmaßnahmen entdecken

Messenger-Dienste als Einfallstor

Ein zentraler Punkt der behördlichen Warnung ist die Art der Kontaktaufnahme. Die Cyberpolizei stellte klar, dass seriöse Kreditinstitute grundsätzlich keine Kunden über Messenger-Dienste kontaktieren, um proaktive Beratungen oder Sicherheitsabfragen durchzuführen.

Anrufe oder Nachrichten, die über solche Plattformen eingehen und zur Preisgabe von Informationen oder zur Nutzung von Fernzugriffsfunktionen auffordern, seien als eindeutige Betrugsversuche einzustufen.

Branchenexperten sehen in dieser Entwicklung eine neue Stufe des Social Engineering. Während klassische Phishing-Angriffe oft auf gefälschte Webseiten setzen, nutzt diese Methode die direkte Interaktion und das durch den Videoanruf suggerierte Vertrauensverhältnis aus.

Die visuelle Komponente des Anrufs diene dazu, die Professionalität der vermeintlichen Bankmitarbeiter zu unterstreichen, während die technische Komponente der Bildschirmübertragung den eigentlichen Datendiebstahl ermögliche.

Schutzmaßnahmen und Empfehlungen

Um sich vor derartigen Angriffen zu schützen, raten die Behörden zu strikter Zurückhaltung bei unaufgeforderten Kontaktanfragen. Nutzer sollten unter keinen Umständen den Bildschirminhalt ihres Smartphones mit Personen teilen, deren Identität nicht zweifelsfrei und über offizielle Kanäle bestätigt wurde.

Im Falle eines verdächtigen Anrufs wird empfohlen, das Gespräch sofort zu beenden und das jeweilige Kreditinstitut über die offiziell bekannte Hotline oder in einer Filiale zu kontaktieren.

Anzeige

Der Schutz sensibler Finanzdaten wird immer komplexer, da herkömmliche Passwörter allein oft nicht mehr ausreichen. Erfahren Sie in diesem Gratis-Report, wie Sie mit der neuen Passkey-Technologie Ihre Konten bei Amazon, WhatsApp und Co. manipulationssicher machen. Kostenlosen Passkey-Ratgeber jetzt herunterladen

Da die technische Überwachung durch Bildschirmfreigabe eine hocheffektive Methode zur Umgehung von Sicherheitsmechanismen wie der Zwei-Faktor-Authentisierung darstellt, bleibt die Sensibilisierung der Verbraucher der wichtigste Schutzfaktor.

Die Cyberpolizei betonte, dass die Wachsamkeit gegenüber ungewöhnlichen Forderungen in der digitalen Kommunikation entscheidend sei, um finanzielle Verluste durch diese neue Form der Kriminalität zu verhindern.