Banken lassen Kunden bei Online-Betrug nachts im Stich

Cyberkriminelle nutzen gezielt Abendstunden und Wochenenden, da viele Banken keine Notfall-Hotline anbieten. Verbraucherschützer fordern einen Rund-um-die-Uhr-Schutz.

Betrüger greifen rund um die Uhr an, doch viele Banken sind nachts und am Wochenende nicht erreichbar. Diese kritische Lücke kann für betroffene Kunden den Totalverlust ihrer Ersparnisse bedeuten. Während Kriminelle mit raffinierter Technik Konten plündern, beginnt für Geschädigte ein Wettlauf gegen die Zeit – oft ohne direkten Ansprechpartner.

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Die perfide Masche: So locken Betrüger ihre Opfer in die Falle

Die Methoden der Cyberkriminellen werden immer überzeugender. Neben klassischen Phishing-E-Mails nehmen Angriffe per SMS und Telefon stark zu. Eine besonders perfide Taktik ist das Call-ID-Spoofing. Dabei erscheint auf dem Display des Opfers die offizielle Nummer der eigenen Bank oder sogar des Sperr-Notrufs 116 116.

Die Anrufer geben sich als Sicherheitsmitarbeiter aus, warnen vor angeblich gehackten Konten und erzeugen enormen Stress. Ihr Ziel: Opfer zur Herausgabe von TANs oder zur Freigabe von Zahlungen zu drängen. Experten warnen, dass diese Social-Engineering-Taktiken die Zwei-Faktor-Authentifizierung gezielt umgehen.

Die fatale Service-Lücke: Warum jede Minute zählt

Das entscheidende Problem ist die zeitliche Verzögerung. Betrüger räumen Konten oft in wenigen Minuten leer. Die spezialisierten Betrugsabteilungen vieler Banken sind jedoch nur zu Bürozeiten besetzt. Recherchen zeigen: Nur eine Minderheit der Institute unterhält eine 24/7-Notfall-Hotline.

Kriminelle nutzen diese Lücke gezielt aus und legen ihre Angriffe auf Abendstunden, Wochenenden und Feiertage. Zwar sperrt der zentrale Notruf 116 116 jederzeit Karten und Online-Zugänge. Doch bereits in Auftrag gegebene Überweisungen kann nur die jeweilige Bank stoppen – wenn sie erreichbar ist.

Wer haftet, wenn das Geld weg ist?

Grundsätzlich müssen Banken Schäden durch nicht autorisierte Zahlungen erstatten. In der Praxis weigern sich Institute jedoch häufig und berufen sich auf „grobe Fahrlässigkeit“ der Kunden. Die Beweislast dafür liegt bei der Bank.

Ein wegweisendes Urteil des Bundesgerichtshofs stärkte kürzlich die Position der Verbraucher. Juristen argumentieren zudem: Die Nichterreichbarkeit einer Bank im Notfall könnte deren Haftung erhöhen. Schließlich wird Kunden so die Chance genommen, den Schaden aktiv zu begrenzen.

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Verbraucherschützer fordern Rund-um-die-Uhr-Schutz

Zwischen Verbraucherschützern und der Kreditwirtschaft eskaliert der Streit über die Verantwortung. Verbraucherzentralen werfen den Banken vor, wirtschaftlich vom digitalen Zahlungsverkehr zu profitieren, aber zu wenig in Notfalldienste zu investieren.

Eine Umfrage zeigt den klaren Wunsch der Bevölkerung: 95 Prozent fordern besseren Schutz vor finanziellen Schäden durch Online-Betrug. Die Bankenverbände halten dagegen, moderne Sicherheitssysteme seien sicher. Die Angriffe basierten meist auf der direkten Täuschung der Nutzer.

Doch der Druck wächst. Angesichts der sich ständig weiterentwickelnden Bedrohungslage fordern Verbraucherschützer eine Verschärfung der gesetzlichen Vorgaben. Banken müssten endlich einen Schutz gewährleisten, der dem Rund-um-die-Uhr-Charakter der digitalen Welt gerecht wird.