Bankenfusion legt 260.000 Konten lahm – Phishing-Welle rollt

Österreichische Großfusion legt Online-Banking lahm, während Phishing-Wellen Kunden deutscher Banken treffen. Neue Sicherheitsrisiken durch Android-Lücken.

Europas Bankkunden stehen vor einem turbulenten Monat: Eine Großfusion in Österreich sorgt für tagelangen Digital-Stillstand, während Kriminelle gezielt Kunden deutscher Institute angreifen.

Die geplante Fusion zwischen der Salzburger Sparkasse und der Erste Bank Oesterreich bringt das System an seine Grenzen. Über das Pfingstwochenende vom 22. bis 25. Mai 2026 wird die beliebte Online-Plattform George komplett abgeschaltet. Rund 260.000 Kunden können dann weder Überweisungen tätigen noch Rechnungen freigeben.

Die Bank rät dringend, vor dem 22. Mai ausreichend Bargeld abzuheben. Zwar bleiben die Debitkarten grundsätzlich funktionsfähig – aber mit erheblichen Einschränkungen. Pro Transaktion sind maximal 400 Euro möglich, die Wochengrenze liegt bei 1.500 Euro. Besonders ärgerlich: Jugendkarten (spark7), reine Innenkarten und die „Debitkarte Small“ fallen komplett aus. Erst am Morgen des 25. Mai soll alles wieder reibungslos laufen.

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Phishing-Alarm bei Volksbank, DKB und Deutscher Bank

Während die Institute mit internen Umstellungen kämpfen, nutzen Kriminelle die Verunsicherung schamlos aus. Am 15. Mai schlugen Sicherheitsdienste Alarm: Koordinierte Phishing-Kampagnen zielen auf Kunden von Volksbank, DKB und Deutscher Bank ab.

Die Masche ist immer ähnlich: Per Mail wird eine angebliche Dringlichkeit vorgetäuscht. Bei der Volksbank hieß es, die ID-App müsse bis zum 16. Mai erneuert werden – sonst drohe der Kontoverlust. Die Betrugsjäger von Watchlist Internet warnen: Diese Nachrichten sollen Online-Banking-Zugänge und Transaktionsnummern (TANs) abgreifen.

DKB-Kunden erhalten gefälschte Konto-Sperrungen, Deutsche-Bank-Kunden werden aufgefordert, den „photoTAN“-Dienst über dubiose Links zu reaktivieren. Typische Warnsignale: unpersönliche Anreden, verdächtige Absenderadressen und panische Formulierungen. Die Devise der Experten: Mails ignorieren, Kontostand nur über die offizielle App prüfen.

KI gegen Betrug – aber neue Lücken entstehen

Die Krypto-Börse Binance meldet einen beachtlichen Erfolg: Ihre KI-gestützten Betrugssysteme haben zwischen Anfang 2025 und Anfang 2026 rund 10,53 Milliarden Euro an potenziellen Verlusten verhindert. Über 100 Machine-Learning-Modelle sind im Einsatz – sie erkennen etwa 57 Prozent aller Betrugsversuche.

Doch während die Abwehr besser wird, tun sich neue Schwachstellen auf. Ein Sicherheitsforscher entdeckte einen Fehler im Betriebssystem Android 16: Schad-Apps können den VPN-Schutz umgehen und die echte IP-Adresse preisgeben. Bisher stufen die Entwickler das Problem als niedrige Priorität ein – Nutzer müssen selbst nachbessern.

Auch Google Chrome macht Sorgen. Das indische CERT-In warnte vor kritischen Lücken in Versionen vor 148.0.7778.96. Angreifer könnten über den Browser direkt an Bank-Zugangsdaten gelangen. Der dringende Rat: Sofort updaten – egal ob Windows, Mac oder Linux.

Datenpannen werden teuer

Die finanziellen Folgen von Sicherheitslücken werden immer drastischer. Der US-Konzern Comcast einigte sich auf einen Vergleich von 117,5 Millionen Euro nach einem Datenleck im Oktober 2023, das 31,7 Millionen Kunden betraf. Betroffene können bis zum 14. August 2026 Ansprüche geltend machen.

Ein Grund für die hohen Kosten: Die Neuausstellung einer Bankkarte schlägt laut Branchenanalysten mit durchschnittlich fünf Euro zu Buche. Bei Millionenbetroffenen summiert sich das schnell.

Alte Smartphones – tickende Zeitbomben

Wer noch ein Samsung Galaxy A13, A23 LTE oder Galaxy M33 5G nutzt, sollte hellhörig werden. Diese Modelle aus dem Jahr 2022 erhalten seit Mai 2026 keine Sicherheitsupdates mehr. Für Mobile Banking oder berufliche E-Mails sind sie damit ein erhebliches Risiko.

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Ausblick: Android 17 mit KI-Schutz

Die nächste Android-Generation soll härter gegen Finanzkriminalität vorgehen. Geplant sind „Verifizierte Finanzanrufe“, die die Call-ID-Fälschung unterbinden – eine Masche, die jährlich Schäden von knapp einer Milliarde Euro verursacht. Auch verdächtiges App-Verhalten soll in Echtzeit überwacht werden.

Doch die beste Technik nützt wenig, wenn die Nutzer nicht mitziehen. Eine aktuelle Kaspersky-Studie mit 3.000 Teilnehmern aus 15 Ländern zeigt: Nur jede dritte Familie schützt alle ihre Geräte. Diese Lücke zwischen Technologie und Umsetzung bleibt die größte Herausforderung für Banken und Sicherheitsdienste.