Bankensicherheit: Russland blockiert Überweisungen bei Schadsoftware

Russische Banken müssen ab März 2027 Überweisungen bei erkannter Schadsoftware blockieren. Neue Betrugsfälle zeigen die Dringlichkeit.

Ab dem 1. März 2027 müssen russische Banken Überweisungen automatisch blockieren, wenn auf dem Endgerät des Kunden Schadsoftware erkannt wird. Das kündigte Anatoli Aksakow, Chef des Finanzausschusses der Staatsduma, an. Die Maßnahme gilt nur mit ausdrücklicher Zustimmung der Kunden.

Die Institute haben bis zum 1. September 2027 Zeit, bestehende Verträge anzupassen. Die Prüfung der Geräte übernimmt automatisiert die Banking-App. So sollen unbefugte Zugriffe durch Dritte frühzeitig unterbunden werden.

Fernsteuerung von Smartphones verursacht Millionenschäden

Wie dringend der Schutz ist, zeigen aktuelle Betrugsfälle. In der chinesischen Provinz Jiangxi verlor eine Frau rund 420.000 Yuan (über 50.000 Euro). Zwischen dem 18. und 19. März wurden in 18 Transaktionen mehr als 520.000 Yuan von ihrem Konto abgebucht. Nur ein Teilbetrag wurde zurückerstattet.

Die Ermittler gehen davon aus, dass das Smartphone der Frau nachts ferngesteuert wurde. Zahlungsdienstleister bestätigten grenzüberschreitende Zahlungen – ohne physische Karte und ohne Passworteingabe.

Auch in Europa bleiben die Täter erfolgreich. Am 6. August verlor ein 71-Jähriger aus dem Bezirk Innsbruck-Land einen fünfstelligen Betrag. Die Betrüger gaben vor, einen unbefugten Kontozugriff verhindern zu wollen. Das Opfer gab die Überweisungen daraufhin selbst frei.

Ende Juli meldete Liechtenstein zudem den Diebstahl von 31.000 Datensätzen aus dem Verzeichnis wirtschaftlich Berechtigter. Ein Motiv der Täter ist bislang nicht bekannt.

Anzeige

Wer Online-Banking oder PayPal auf seinem Mobilgerät nutzt, sollte die Gefahr durch gezielte Hacker-Angriffe nicht unterschätzen. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt Ihnen in fünf einfachen Schritten, wie Sie Ihr Android-Smartphone wirksam gegen unbefugte Zugriffe absichern. 5 sofort umsetzbare Schutzmaßnahmen entdecken

Hacker nutzen Hotel-WLAN und Raubkopien

Sicherheitsexperten beobachten eine zunehmende Professionalisierung der Angriffe. Microsoft warnte Anfang August vor einer Kampagne namens „CaptiveCrunch“. Hacker manipulieren dabei Anmeldeseiten von Hotel-WLANs und blenden gefälschte Update-Fenster ein.

Bestätigt der Nutzer diese, installiert sich Schadsoftware, die sensible Daten abgreift. Experten raten, Updates niemals über öffentliche Anmeldeportale zu beziehen. Besser: VPN nutzen oder den mobilen Hotspot des eigenen Smartphones verwenden.

Parallel verbreitet sich der „Lumma Stealer“. Die Malware tarnt sich als Raubkopie des Christopher-Nolan-Films „Die Odyssee“. Die Dateien sehen aus wie gewöhnliche Videos, entwenden aber Passwörter, Cookies und Zugangsdaten zu Krypto-Wallets von Windows-Systemen.

Anzeige

Die im Artikel beschriebenen Methoden zeigen, wie raffiniert Kriminelle heute Passwörter und sensible Daten ausspähen. Eine moderne und sichere Alternative bietet die Anmeldung per Passkey, die Sie mit dieser Gratis-Anleitung bei Diensten wie Amazon oder WhatsApp sofort einrichten können. Kostenlosen Report zur passwortlosen Anmeldung herunterladen

Google schließt kritische Sicherheitslücke bei Pixel-Smartphones

Google verteilte Anfang August ein Sicherheitsupdate für Pixel-Geräte. Der Build CP2A.260805.005 behebt unter anderem eine kritische Schwachstelle in der Video Processing Unit (VPU), registriert unter CVE-2026-0163.

Während aktuelle Modelle wie das Pixel 10 Stabilitäts-Fixes erhalten, gehen ältere Generationen wie Pixel 6 und 7 leer aus. Deren Support endet im Oktober 2026.

BKA warnt vor Betrug über WhatsApp und gefälschte Elster-Mails

Neben technischen Angriffen warnen Behörden vor sozialer Manipulation. Das Bundeskriminalamt und die Deutsche Rentenversicherung melden vermehrt Betrugsfälle über WhatsApp-Gruppen. Dort locken manipulierte Aktientipps mit hohen Renditen.

Aktuell kursieren zudem Phishing-Mails im Namen der Steuerverwaltung. Gefälschte Elster-Benachrichtigungen versprechen eine Steuererstattung von 263 Euro – und setzen die Empfänger unter Zeitdruck, persönliche Daten preiszugeben.