Banking-Trojaner, KI-Lücken und eine Flut von Phishing-Attacken setzen Nutzer unter Druck. Die Hersteller reagieren mit Notfall-Patches.
Samsung, Xiaomi und Apple haben im Juli umfangreiche Sicherheitsupdates ausgerollt. Samsung schließt rund 60 Schwachstellen in etwa 20 Galaxy-Modellen – fünf davon gelten als kritisch. Xiaomi versorgt zeitgleich 41 Geräte der Marken Poco, Redmi und Xiaomi mit dem Juli-Patch.
Banking-Trojaner mit 107 Fernkommandos
Sicherheitsfirmen wie Group-IB und Zimperium schlagen Alarm. Der Banking-Trojaner Hook v3 ist besonders gefährlich: Er blendet gefälschte NFC- und Kreditkarten-Overlays ein, umgeht den Sperrbildschirm und kann sogar Ransomware-Funktionen ausführen. Die Verbreitung läuft über Phishing-Kampagnen und manipulierte GitHub-Repositories.
Parallel dazu nutzt eine neue Variante der RedHook-Malware das Wireless Debugging von Android aus. Angreifer streamen Bildschirminhalte, lesen Tastatureingaben mit und stehlen Anmeldedaten. In Spanien wurde zudem die DroidLock-Ransomware identifiziert, die Geräte sperrt und Lösegeld fordert.
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KI-Assistent umgeht Sperrbildschirm
Ein peinlicher Fehler in Android 16: Der KI-Assistent Gemini kann unter bestimmten Bedingungen den Sperrbildschirm umgehen. Wer physischen Zugriff auf das Gerät hat, versendet Nachrichten über SMS oder WhatsApp – ohne PIN. Google hat den Fehler bestätigt und arbeitet an einem Patch.
Apple hat mit iOS 26.5.2 auf 25 Sicherheitslücken reagiert. Zwei Zero-Day-Schwachstellen (CVE-2025-43529 und CVE-2025-14174) wurden bereits aktiv ausgenutzt. Nutzer berichten allerdings von kürzerer Akkulaufzeit und erhöhter Wärmeentwicklung nach dem Update. Ein Downgrade ist nicht mehr möglich.
Bitter für Besitzer älterer iPhones: Die A12- und A13-Prozessoren im iPhone 11 haben eine als „usbliter8“ bezeichnete Hardware-Schwachstelle. Ein reines Software-Update kann sie nicht beheben.
Quishing und Smishing explodieren
Die Angreifer setzen zunehmend auf QR-Codes und SMS. Quishing (QR-Code-Phishing) legte im ersten Halbjahr um 146 Prozent zu. Smishing via SMS stieg im zweiten Quartal sogar um 162 Prozent.
Aktuell läuft eine gezielte Kampagne gegen Nutzer der Passwortmanager LastPass und Bitwarden. Gefälschte E-Mails fordern zur Bestätigung von Sicherheitsrichtlinien auf. Die Links führen auf manipulierte DocuSign-Seiten, die Schadsoftware auf die Geräte laden.
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Alte Protokolle – neue Gefahren
Das veraltete SS7-Protokoll bleibt ein Risiko. Es erlaubt weiterhin die Ortung von Endgeräten ohne Authentifizierung. Berichten zufolge nutzten Hacker diese Lücke zuletzt, um Truppenbewegungen im Nahen Osten in Echtzeit zu verfolgen.
Auch smarte Haushaltsgeräte sind betroffen. Bei Saugrobotern von SharkNinja ermöglicht eine schwache Cloud-Authentifizierung die Fernübernahme. Der Hersteller reagierte nicht auf Hinweise – Sicherheitsexperten empfehlen, die Geräte vom Internet zu trennen.
Google ändert Speicherregeln
Android-Nutzer müssen sich auf eine weitere Änderung einstellen: Google rechnet ab sofort auch Systemdaten wie SMS-Backups, Anruflisten und WLAN-Einstellungen auf das kostenlose 15-GB-Kontingent an. Ist der Speicher voll, pausieren Backups automatisch.

