Banking-Trojaner Hook v3: Über 100 Befehle ermöglichen Fernsteuerung

Sicherheitsbehörden warnen vor manipulierten APK-Dateien. Banking-Trojaner „Hook v3“ ermöglicht vollständige Fernsteuerung von Android-Geräten.

Die Sicherheitsbehörden schlagen Alarm: Immer mehr Nutzer verlieren hohe Geldbeträge, nachdem sie schädliche Android-Installationsdateien aus inoffiziellen Quellen installiert haben. Die Täter kombinieren dabei Social Engineering mit hochentwickelter Banking-Malware.

Hohe Schäden durch präparierte Apps

Allein in den vergangenen Tagen wurden mehrere Fälle bekannt, bei denen Privatpersonen um hohe Summen betrogen wurden. Ein Beamter der Forstverwaltung verlor fast eine Million Rupien, nachdem er eine manipulierte Datei auf seinem Smartphone ausgeführt hatte. In einem weiteren Fall installierte ein Mann eine App, um einen Arzttermin zu buchen – kurz darauf wurden rund 98.000 Rupien von seinem Konto abgebucht.

Die Masche folgt stets einem ähnlichen Muster: Die Täter kontaktieren ihre Opfer über Messenger-Dienste oder Phishing-E-Mails. Unter einem Vorwand bewegen sie ihre Opfer dazu, eine APK-Datei manuell zu installieren. Da diese Dateien nicht über offizielle Plattformen wie den Google Play Store geprüft wurden, können sie weitreichende Berechtigungen auf den Endgeräten erlangen.

Banking-Trojaner mit Fernsteuerung

Sicherheitsforscher warnen derzeit vor einer neuen Version des Banking-Trojaners „Hook v3“. Die Schadsoftware nutzt die Android-Debug-Schnittstelle (ADB) aus, um eine vollständige Fernsteuerung des Geräts zu ermöglichen. Laut Analysen verfügt die Malware über mehr als 100 verschiedene Befehle.

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Damit können Angreifer unter anderem den Sperrbildschirm umgehen, SMS mit Einmalpasswörtern abfangen oder gefälschte Overlays über Banking-Apps legen. So gelangen sie an Anmeldedaten. Zusätzlich kann die Software als Ransomware fungieren und das Gerät für den Nutzer unbrauchbar machen. Die Verbreitung erfolgt nicht nur über gezielte Nachrichten, sondern auch über Entwickler-Plattformen wie GitHub.

Quishing und Smishing auf dem Vormarsch

Der Anstieg der APK-Betrugsfälle ist Teil einer allgemein verschärften Bedrohungslage. Marktbeobachter registrierten im ersten Halbjahr 2026 eine deutliche Zunahme von Angriffen via QR-Codes (Quishing) und SMS (Smishing). Die Zuwachsraten liegen laut Branchenberichten im dreistelligen Prozentbereich.

Parallel dazu warnt die indische Börsenaufsicht SEBI Unternehmen vor dem „Boss Scam“. Dabei imitieren Kriminelle Führungskräfte mittels KI-gestützter Stimmenklonung oder manipulierter Messenger-Profile. Sie drängen Mitarbeiter in den Finanzabteilungen zu dringenden Überweisungen oder zum Herunterladen schädlicher Software. Ein betroffenes Unternehmen in Mumbai verlor auf diese Weise über zwei Wochen einen zweistelligen Millionenbetrag.

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So schützen Sie sich

Experten raten dringend dazu, keine App-Installationen aus unbekannten Quellen oder über zugesandte Links zuzulassen. Finanzielle Transaktionen oder Installationsaufforderungen, die über Messenger-Dienste eingehen, sollten Sie stets über einen unabhängigen Kanal verifizieren – etwa durch einen direkten Rückruf bei der betroffenen Person oder Institution.

Halten Sie zudem Ihre mobilen Endgeräte durch regelmäßige Sicherheitsupdates aktuell. Achten Sie auf verdächtige Aktivitäten in den Bedienungshilfen-Einstellungen, da Schadsoftware diese häufig missbraucht.