Banking-Trojaner: Indische Behörde warnt vor 7 Schad-Apps auf Facebook

Indien warnt vor Android-Schadsoftware über Meta-Anzeigen, während Behörden in Polen und Indien den Umgang mit betrügerischer Werbung kritisieren.

Die indische Regierung hat am 31. August 2026 über die National Cyber Threat Alert Unit (NCTAU) vor einer Reihe von Schad-Apps gewarnt, die über Werbeanzeigen auf Facebook und Instagram verbreitet werden.

Betroffen sind Anwendungen mit Namen wie Night Play, Reloop, Kyss, Vimo, Rivo, Nexo und Vixa, die missbräuchlich auf Accessibility-Rechte von Android-Geräten zugreifen, eigene VPN-Verbindungen installieren und darüber Bank-PINs sowie Einmalpasswörter (OTPs) abgreifen. Nach Angaben der Behörde können darüber Geldtransfers ausgelöst werden, ohne dass die betroffenen Nutzer davon wissen.

Verbreitung über getarnte Anzeigen und externe Downloads

Laut einem Bericht von indiatimes.com vom 1. September 2026 werden die Apps unter anderem über .live-Domains verteilt und als APK-Dateien außerhalb des offiziellen Google Play Store angeboten. Die Regierung empfiehlt Nutzern, Anwendungen ausschließlich aus offiziellen App-Stores zu installieren, Google Play Protect zu aktivieren und verdächtige Aktivitäten zu melden.

Wer die Apps bereits installiert hat, solle sie im abgesicherten Modus entfernen oder im Zweifel einen vollständigen Zurücksetzen des Geräts (Factory Reset) vornehmen. Betroffene können sich zudem an die Notrufnummer 1930 wenden.

Meta reagiert auf Reuters-Recherche

Nach der behördlichen Warnung und einer Kontaktaufnahme durch Reuters entfernte Meta nach eigenen Angaben mindestens 39 Anzeigen, die als Pornografie-Inhalte getarnt waren, tatsächlich aber zu den beschriebenen Banking-Trojanern führten. Die Anzeigen hatten indische Nutzer dazu verleitet, Phishing-Apps zu installieren, die Anmeldedaten, OTPs und Bank-PINs abgreifen.

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Ausmaß des Betrugsproblems

Der Vorfall reiht sich in ein größeres Problem ein: Indien verzeichnete im Jahr 2025 Cyberbetrugsverluste von rund 2,4 Milliarden US-Dollar. Interne Schätzungen von Meta, die im Zuge der Berichterstattung bekannt wurden, gehen davon aus, dass Betrugsanzeigen im Jahr 2024 etwa zehn Prozent des Konzernumsatzes von rund 16 Milliarden US-Dollar ausgemacht haben könnten.

Meta gibt zugleich an, im Jahr 2025 weltweit 159 Millionen Scam-Anzeigen entfernt zu haben, davon 12,1 Millionen allein in Indien – nach eigenen Angaben zu 93 Prozent proaktiv, also vor Meldungen durch Nutzer oder Behörden.

Parallelen zu Vorwürfen aus Polen

Der Fall in Indien ist nicht der einzige aktuelle Vorstoß gegen Metas Umgang mit betrügerischer Werbung. Bereits am 27. August 2026 hatte Polens Digitalminister Krzysztof Gawkowski die EU aufgefordert, gegen Meta eine Strafe von 250 Millionen Euro (umgerechnet rund 291,3 Millionen US-Dollar) zu verhängen.

Grundlage war eine Untersuchung des polnischen CERT Polska, das 122 betrügerische Anzeigen identifiziert hatte. Von diesen entfernte Meta nach Angaben der Behörde lediglich 10, verweigerte die Entfernung bei 106 Anzeigen – rund 86,8 Prozent – und reagierte auf sechs weitere Meldungen gar nicht.

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Finanzielles Umfeld

Der öffentliche Druck auf Meta trifft den Konzern in einer Phase wirtschaftlichen Wachstums: Im zweiten Quartal 2026 verzeichnete Meta einen Umsatz von 60,8 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 28 Prozent, bei einer operativen Marge von 31 Prozent, die zuvor bei 43 Prozent gelegen hatte. An der Börse reagierte die Aktie auf die Berichterstattung über die Betrugsanzeigen mit einem Rückgang um 1,2 Prozent auf 570,90 US-Dollar.

Die Häufung von Vorfällen in Indien und Polen deutet darauf hin, dass Aufsichtsbehörden in mehreren Ländern zunehmend Druck auf Meta ausüben, seine Werbeplattformen konsequenter gegen betrügerische und schädliche Inhalte abzusichern.