BBVA stattet 120.000 Mitarbeiter mit ChatGPT aus

Spanische Großbank BBVA führt ChatGPT Enterprise für die gesamte Belegschaft ein und meldet deutliche Produktivitätssteigerungen aus der Pilotphase.

Die spanische Großbank BBVA stattet ihre gesamte Belegschaft mit der Enterprise-Version von ChatGPT aus – ein Signal für die Branche.

Der Schritt, der heute bekannt gegeben wurde, betrifft 120.000 Mitarbeiter in 25 Ländern. Das ist eine Verzehnfachung gegenüber der Pilotphase, die 11.000 Nutzer umfasste. Schon damals sparten die Beschäftigten durchschnittlich drei Stunden pro Woche, die tägliche Nutzungsrate lag bei über 80 Prozent.

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Vom Pilotprojekt zum Standardwerkzeug

Die generative KI soll in verschiedenen Bereichen zum Einsatz kommen: von der Risikoanalyse über die Softwareentwicklung bis zum Kundenservice. BBVA hat die OpenAI-Technologie bereits in seinen eigenen KI-Assistenten „Blue“ integriert. Mehr als 20.000 maßgeschneiderte ChatGPT-Instanzen laufen intern für Abteilungen wie Recht, Finanzen und Marketing.

BBVA-Chef Carlos Torres Vila spricht von einem Eintritt in die KI-Ära mit gesteigerter Ambition. OpenAI-CEO Sam Altman bezeichnet die Bank als Paradebeispiel für erfolgreiche KI-Integration im Unternehmenssektor. Der Schritt folgt auf die Ernennung der BBVA zum Gründungspartner der OpenAI Deployment Company (DeployCo) im Mai 2026.

Visa setzt auf autonome KI-Zahlungen

Doch nicht nur interne Prozesse verändern sich. Bereits am 10. Juni kündigten Visa und OpenAI eine Partnerschaft an: Visas Zahlungsinfrastruktur wird in OpenAIs Systeme integriert, um „agentic commerce“ zu ermöglichen. KI-Agenten sollen künftig Produkte empfehlen und Transaktionen selbstständig durchführen können.

Das System nutzt Visas Tokenisierung, Echtzeit-Autorisierung und Betrugsprävention. Nutzer behalten die Kontrolle: Sie können Ausgabenlimits festlegen, Händlerkategorien einschränken oder bestimmte Käufe manuell genehmigen. Visas Produktchef Jack Forestell ist überzeugt: KI werde den Handel stärker verändern als das Internet oder die Mobiltechnologie.

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Deutsche Übernahme und neues Büro in Madrid

Um die wachsende Komplexität von KI-Agenten zu bewältigen, hat OpenAI am 11. Juni das deutsche Startup Ona (ehemals Gitpod) übernommen. Ona entwickelt sichere, cloudbasierte Infrastruktur für langlebige KI-Agenten. Das Team wird in OpenAIs Codex-Division integriert, die wöchentlich mehr als fünf Millionen Nutzer bedient.

Die Übernahme folgt auf den Kauf von Promptfoo im März 2026. Gleichzeitig eröffnet OpenAI heute ein neues Büro in Madrid, um die Zusammenarbeit mit spanischen Entwicklern und Unternehmen zu vertiefen. Spanien gehört zu den fünf größten ChatGPT-Märkten in der EU – mit einem jährlichen Nutzerwachstum von über 40 Prozent.

Regulierer schauen genauer hin

Der rasante KI-Einsatz im Bankensektor ruft die Aufsichtsbehörden auf den Plan. Berichten zufolge verschärfen die US-Notenbank Federal Reserve und das Office of the Comptroller of the Currency (OCC) ihre Prüfungen. Im Fokus stehen Datenzugriff, Drittanbieter-Risiken, Governance-Strukturen und die Implementierung von Notausschaltern („Kill Switches“) für KI-Systeme.

Fed-Vize Michelle Bowman betont, es gehe darum, ob die aktuellen Kontrollmodelle für die sich entwickelnde Technologie noch geeignet sind. Die Entwicklungen fallen in eine entscheidende Phase für OpenAI: Am 8. Juni reichte das Unternehmen vertraulich einen S-1-Antrag bei der US-Börsenaufsicht SEC ein – ein erster Schritt in Richtung Börsengang. Weltweit zählt OpenAI inzwischen mehr als eine Million Geschäftskunden.