Die Beauty- und Modebranche erlebt einen digitalen Wandel: Zwei Branchenriesen setzen auf generative Künstliche Intelligenz, um das Einkaufserlebnis ihrer Kunden grundlegend zu verändern. Am 17. Juni 2026 gaben der indische E-Commerce-Riese Nykaa und der globale Beauty-Konzern L’Oréal separate strategische Partnerschaften mit OpenAI bekannt.
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Nykaa integriert Conversational Shopping in ChatGPT
Nykaa, betrieben von FSN E-Commerce Ventures, hat eine mehrjährige strategische Zusammenarbeit gestartet, um seine Beauty- und Modekataloge direkt in der ChatGPT-Oberfläche zugänglich zu machen. Mit der Einführung sogenannter „Connected Apps“ können Nutzer in Indien nun personalisierte Empfehlungen für Hautpflege, Kleidung und Düfte per Chat erhalten.
Die Integration nutzt das Agentic Commerce Protocol, eine gemeinsame Entwicklung von OpenAI und Stripe. Kunden können Produkte entdecken und kaufen, ohne die Chat-Umgebung verlassen zu müssen. Die Ankündigung ließ die Nykaa-Aktie um mehr als drei Prozent auf umgerechnet rund drei Euro steigen.
Doch Nykaa denkt weiter: Das Unternehmen setzt OpenAIs Enterprise-Modelle und Codex ein, um interne Abläufe zu optimieren – in Marketing, Lieferkettenmanagement, Rechtsabteilung und Kundenservice. Rajesh Uppalapati, Chief Product and Technology Officer bei Nykaa, spricht von einem Schritt in eine Zukunft des konversationellen und tief personalisierten Handels. Nitin Bwankule von OpenAI India betont, dass KI grundlegend verändert, wie Konsumenten Produkte in den Kategorien Beauty und Mode entdecken.
L’Oréal enthüllt KI-gesteuerte Kundenerlebnisse auf der VivaTech
Parallel dazu präsentierte L’Oréal auf der VivaTech 2026 sein eigenes, weitreichendes Bündnis mit OpenAI. Im Fokus steht die digitale Aufwertung des gesamten Markenportfolios – etwa durch einen virtuellen Make-up-Test für Maybelline und maßgeschneiderte Produktentdeckungsreisen für Lancôme und Kérastase. Zudem startet der Konzern KI-gesteuerte Werbepiloten für Marken wie SkinCeuticals, CeraVe und Garnier.
Die Zusammenarbeit erstreckt sich auch auf die wissenschaftliche Forschung. Die L’Oréal-Marke La Roche-Posay nutzt ein spezialisiertes Modell namens GPT-Rosalind zur Kartierung des Hautmikrobioms. Mit CreAItech hat das Unternehmen zudem eine KI-Plattform vorgestellt, die die Produktion von Marketinginhalten beschleunigen soll.
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Interne Transformation als Schlüssel zum Erfolg
Beide Unternehmen setzen nicht nur auf kundenorientierte Tools, sondern auch auf interne KI-Kompetenz. L’Oréal hat bereits 73.000 Mitarbeiter im Umgang mit generativer KI geschult. Asmita Dubey, Chief Digital and Marketing Officer bei L’Oréal, sieht das Unternehmen an einem Punkt, an dem es anspruchsvollere Ergebnisse von der KI fordern kann, um die Kundenerlebnisse weiter zu verbessern.
Der Schritt zu OpenAI folgt auf frühere Erfolge mit automatisierten Tools. Bereits 2025 war L’Oréal Alphatester für Google AI Max und führte 800 Kampagnen in 23 Ländern durch. Das Ergebnis: ein 23-prozentiger Anstieg der Direktverkäufe an Endkunden für die Marke NYX. Ein Maßstab für das Potenzial der neuen OpenAI-Partnerschaft.
Auch Nykaa baut auf bestehenden digitalen Werkzeugen auf – etwa „Skin Scan“, „AskNykaa“ und verschiedenen virtuellen Anprobe-Optionen. Die neue Zusammenarbeit mit OpenAI soll diese Dienste in ein noch stärker agentenbasiertes und einheitliches Shopping-Erlebnis überführen.

