Die Produktivitätssoftware Bento wurde Ende Juli in einer aktualisierten Fassung als quelloffene Office-Suite veröffentlicht. Die unter der MIT-Lizenz stehende Anwendung zeichnet sich durch eine unkonventionelle Architektur aus: Das gesamte Programmpaket wird als eine einzige HTML-Datei mit einer Größe von 571 KB bereitgestellt. Nachdem eine erste Version (v1.0.6) bereits am 21. Juli 2026 erschienen war, markiert die aktuelle Version v1.0.11 vom 27. Juli 2026 den jüngsten Entwicklungsstand.
Browserbasierte Architektur ohne Serveranforderungen
Das Konzept von Bento sieht vor, dass der Webbrowser direkt als Laufzeitumgebung fungiert. Ein dedizierter Server ist für den Betrieb nicht erforderlich. Die Anwendung integriert sämtliche notwendigen Ressourcen, einschließlich Editor, Viewer und einer Präsentations-Runtime. Auch Schriftarten und Bilder sind direkt in die 571 KB große Datei eingebettet.
Die Speicherung der erstellten Dokumente erfolgt lokal über die sogenannte File System Access API. Dabei werden die Daten im JSON-Format abgelegt. Backups des Systems werden laut Entwicklerangaben ebenfalls als einzelne Dateien erstellt. Ein herkömmliches Kontensystem oder eine komplexe Zugriffskontrolle ist für die Nutzung der Basisfunktionen nicht vorgesehen.
Effizienzvergleich bei den Systemressourcen
Im direkten Vergleich mit etablierten webbasierten Office-Lösungen weist Bento laut technischen Analysen erhebliche Unterschiede im Ressourcenverbrauch auf. Während alternative Lösungen wie Collabora mindestens 1024 MB Arbeitsspeicher benötigen und ONLYOFFICE sogar zwischen 2048 MB und 4096 MB RAM beansprucht, wird der zusätzliche Speicherbedarf für Bento mit 0 MB angegeben. Da die Anwendung vollständig innerhalb der bestehenden Browser-Instanz operiert, entfällt der Overhead für serverseitige Instanzen oder zusätzliche Hintergrundprozesse.
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Funktionsumfang und geplante Erweiterungen
In der aktuellen Ausbaustufe konzentriert sich Bento primär auf einen Präsentationseditor, der unter der Bezeichnung bento/slides geführt wird. Das Projekt befindet sich jedoch noch in einem frühen Entwicklungsstadium. Die offizielle Roadmap sieht vor, das Ökosystem künftig um weitere Komponenten zu ergänzen. Dazu zählen bento/spaces, bento/dash sowie bento/vault, um den Funktionsumfang in Richtung einer vollständigen Office-Suite auszubauen.
Trotz des innovativen Ansatzes weist die Software derzeit noch funktionale Einschränkungen auf. So fehlt bislang eine Unterstützung für den Import oder Export von OOXML-Dateien, wie sie in Microsoft Office verwendet werden. Auch eine integrierte Zugriffskontrolle ist in der aktuellen Version nicht vorhanden. Experten bewerten die Suite daher momentan als geeignet für die Erstellung von Präsentationen, raten jedoch von einer Verwendung für sensible Dokumente wie Verträge ab.
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Sicherheit und Zusammenarbeit
Für die kollaborative Arbeit bietet Bento eine optionale Live-Zusammenarbeit über ein Relay-System an. Um die Sicherheit der Datenübertragung zu gewährleisten, kommt dabei eine Verschlüsselung nach dem AES-GCM-Standard zum Einsatz. Da die Dokumente nativ als JSON gespeichert werden, bleibt die Datenstruktur für Nutzer transparent und lokal kontrollierbar, sofern keine externen Relay-Dienste für die Echtzeit-Zusammenarbeit in Anspruch genommen werden.

