Berlin-Cyberangriff: Rhysida fordert 2 Millionen Euro für 5,7 TB Daten

Nach dem Angriff auf Berliner Behörden fordern Hacker 30 Bitcoin. Bis zu 5,79 Terabyte Daten sind betroffen, die Wahl gilt als geschützt.

Nach einem schwerwiegenden Cyberangriff auf die Berliner Verwaltung sieht sich das Land mit einer Millionen-Erpressung konfrontiert. Die Hackergruppe Rhysida bekennt sich zu dem Vorfall und fordert nach aktuellen Informationen die Zahlung von 30 Bitcoin, was einem Gegenwert von etwa 2 Millionen Euro entspricht. Der Berliner Senat hat bereits klargestellt, dass er auf die Forderungen der Kriminellen nicht eingehen wird.

Massive Datenmengen und sensible Dokumente entwendet

Der Umfang des Datenabflusses ist erheblich. Berichten zufolge wurden zwischen 5,7 und 5,79 Terabyte an Daten aus den Systemen der Verwaltung extrahiert.

Diese Menge umfasst schätzungsweise 100.000 bis 200.000 Datensätze. In den Händen der Angreifer befinden sich demnach rund 46.000 bis 46.500 Verträge sowie etwa 11.000 vertrauliche Dokumente.

Zudem wird das Ausmaß durch die Kompromittierung von 6.000 Passwörtern beziehungsweise Login-Dateien und 16.000 E-Mails deutlich. Auch personenbezogene Daten sind betroffen: In den entwendeten Datensätzen sollen 148 IBANs sowie Informationen zu rund 80.000 Ordnungswidrigkeitsverfahren enthalten sein.

Die Hacker drohen damit, diese Daten innerhalb von sieben Tagen in einer Auktion zu versteigern, sollte das Lösegeld nicht gezahlt werden. Ein konkretes Ultimatum wurde zudem für Freitagnachmittag um 16 Uhr gesetzt.

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Ermittlungen und technischer Hintergrund

Erste Analysen deuten darauf hin, dass der Zugang zu den Behördennetzen über eine Phishing-Mail erfolgte. Der Angriff selbst wurde am 14. August entdeckt, wobei der eigentliche Datenabfluss bereits in einem Zeitraum zwischen dem 7. und 12. August stattgefunden haben soll. Als unmittelbare Reaktion auf den Vorfall wurden zwei betroffene Behördennetze vorübergehend abgeschaltet.

Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner bestätigte die Erpressungsversuche, betonte jedoch die Entschlossenheit des Senats, sich nicht erpressen zu lassen. In einer Sondersitzung beriet der Senat über die weiteren Schritte und den Schutz der digitalen Infrastruktur des Landesnetzes. Experten identifizierten die Ransomware Rhysida als das Werkzeug, mit dem die Systeme verschlüsselt und die Daten entwendet wurden.

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Sicherheit der anstehenden Wahl im Fokus

Trotz des Vorfalls gab die Berliner Innensenatorin Iris Spranger Entwarnung mit Blick auf die am 20. September geplante Abgeordnetenhauswahl. Die Wahlumgebung sei gegen Cyberangriffe abgesichert, und nach aktuellem Kenntnisstand seien in diesem Bereich keine Daten abgeflossen. Die Wahl sei somit sicher.

Die politische Opposition fordert unterdessen eine lückenlose Aufklärung der Sicherheitslücken, die den Angriff ermöglichten. Während der Senat die Erpressung bestätigt und die Zahlung ablehnt, gab es innerhalb der Verwaltung auch vereinzelte Stimmen, die das Vorliegen einer Erpressung zunächst defensiv kommentierten.

Die Faktenlage rund um die Bitcoin-Forderung und das gesetzte Ultimatum zeichnen jedoch ein deutliches Bild der aktuellen Bedrohungslage für die Hauptstadtverwaltung.