Berlin erpresst: Hacker fordern 30 Bitcoin für 6 Terabyte Daten

Nach dem Diebstahl von rund sechs Terabyte fordert Rhysida 30 Bitcoin. Berlin verweigert die Zahlung und bereitet sich auf eine Veröffentlichung vor.

Das Land Berlin wird derzeit Ziel eines schwerwiegenden digitalen Erpressungsversuchs. Die Hacker-Gruppierung Rhysida fordert von der Berliner Verwaltung die Zahlung von 30 Bitcoin, was einem Gegenwert von etwa 2 Millionen Euro entspricht.

Die Kriminellen drohen damit, die bei einem vorangegangenen Angriff erbeuteten Datenbestände vollständig zu veröffentlichen, sollte das geforderte Lösegeld nicht innerhalb einer Frist von einer Woche gezahlt werden.

Umfangreicher Datendiebstahl in der Berliner Verwaltung

Dem Erpressungsversuch ging ein massiver Datenabfluss voraus, der nach aktuellen Erkenntnissen im Zeitraum zwischen dem 7. und dem 12. August stattfand. Die Sicherheitsbehörden und die Verwaltung wurden am 14. August auf den Vorfall aufmerksam. Insgesamt sollen sich rund 6 Terabyte an Daten in den Händen der Angreifer befinden.

Nach vorliegenden Informationen umfasst das erbeutete Material etwa 1,4 Millionen Dateien. Darunter befinden sich unter anderem 46.000 Verträge – andere Berichte sprechen von bis zu 46.500 Verträgen –, 11.000 als vertraulich eingestufte Dokumente sowie 16.000 E-Mails.

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Besonders kritisch wird der Diebstahl von rund 6.000 Passwörtern und 148 IBAN-Datensätzen bewertet. Zudem sollen sich in dem Paket 80.000 Datensätze zu Ordnungswidrigkeiten sowie sensible Notfallpläne der Verwaltung befinden.

Senat weist Forderungen der Erpresser zurück

Die politische Führung des Landes Berlin hat bereits deutlich auf die Forderungen der Hacker reagiert. Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner stellte klar, dass das Land Berlin zwar erpresst werde, der Senat jedoch unter keinen Umständen auf die Forderungen eingehen oder Zahlungen leisten werde. Er wies das von Rhysida gesetzte Ultimatum entschieden zurück.

Diese Haltung wird von Innensenatorin Spranger unterstützt, die den Erpressungsversuch ebenfalls offiziell ablehnte. Während der Regierende Bürgermeister und die Innensenatorin klare Positionen bezogen, gab die Senatskanzlei bislang keine weiterführende Stellungnahme zu den spezifischen Details der Erpresserforderungen ab. Der Versuch der digitalen Erpressung ist den Behörden seit dem 27. August offiziell bekannt.

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Sicherheit der Wahlumgebung gewährleistet

Trotz der Schwere des Angriffs und des Umfangs der entwendeten Dokumente gibt die Berliner Verwaltung teilweise Entwarnung für andere kritische Bereiche. Nach einer ersten Prüfung der betroffenen Systeme wurde mitgeteilt, dass die Wahlumgebung für kommende Abstimmungen sicher sei und nicht durch den aktuellen Vorfall kompromittiert wurde.

Die Ermittlungen zu den Hintergründen des Angriffs und der genauen Vorgehensweise der Gruppe Rhysida dauern an. Da Berlin die Zahlung des Lösegelds verweigert, bereiten sich die IT-Sicherheitsverantwortlichen nun auf eine mögliche Veröffentlichung der gestohlenen Daten nach Ablauf der einwöchigen Frist vor. Es bleibt abzuwarten, welche Auswirkungen die potenzielle Publikation der 6 Terabyte an internen Dokumenten, Verträgen und Passwörtern auf die Verwaltung und die betroffenen Bürger haben wird.

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