Ein unbekannter Angreifer behauptet, eine Datenbank mit sensiblen Informationen von über 120 Millionen Kunden gestohlen zu haben – und bietet sie nun auf einem Untergrund-Forum zum Verkauf an.
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Was genau gestohlen wurde
Der Hacker, der unter dem Pseudonym pablomotos auftritt, veröffentlichte seine Beute am 22. Juni 2026 auf einem Cyberkriminalitäts-Forum. Nach bisherigen Erkenntnissen umfasst der Datensatz nicht nur Namen, E-Mail-Adressen und Telefonnummern, sondern auch staatliche Ausweisnummern. Besonders brisant: Die Datei soll zudem Internationale Bankkontonummern (IBANs) und Steueridentifikationsdaten enthalten. Das Risiko für Identitätsdiebstahl und Finanzbetrug ist damit enorm.
Bet365 selbst hat den Vorfall bis zum heutigen Dienstag, 23. Juni 2026, nicht offiziell bestätigt. Das Unternehmen schweigt – während die Daten bereits im Darknet gehandelt werden.
Hacker-Angriffswelle innerhalb von 24 Stunden
Der Vorfall bei Bet365 ist kein Einzelfall. Innerhalb desselben Tages wurden weitere Cyberangriffe bekannt: So soll es einen Datenleck bei der Chongqing Bank gegeben haben. Zudem wurde ein Angriff auf das Melbourne International Film Festival bestätigt – dort wurden rund 26.000 Datensätze über eine Drittanbieter-Plattform gestohlen, etwa zehn Prozent der gesamten Datenbank.
Führungskrise bei KPMG Australia
Parallel zu diesen Ereignissen erschüttert ein Skandal die australische Niederlassung der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG. Am 23. Juni 2026 traten Chairman Martin Sheppard sowie die Prüfungspartner Paul Rogers und Eileen Hoggett zurück. Zuvor hatte bereits CEO Andrew Yates seinen Hut genommen.
Auslöser war die Weitergabe vertraulicher Kundendaten des Telekommunikationsunternehmens Optus an ein KPMG-Team, das ein Angebot für einen Prüfungsauftrag beim Konkurrenten Telstra vorbereitete. Sheppard hatte den Vorfall bereits am 19. Juni eingeräumt und von einer „missbräuchlichen Nutzung von Kundendaten zu Geschäftsentwicklungszwecken“ gesprochen.
Industrie-Spionage: Apple und Tesla im Visier
Die Bedrohungslage für Unternehmen weltweit verschärft sich rasant. Erst Anfang Juni wurde ein Cyberangriff auf Tata Electronics bekannt. Dort entwendeten Angreifer rund 200.000 Dateien – insgesamt 630 Gigabyte Daten. Die Dokumente enthalten Fertigungsspezifikationen und Geschäftsgeheimnisse für Produkte von Apple und Tesla, darunter Details zu Ladekomponenten und konkreten Produktionsprojekten. Die Daten sind seit mindestens dem 10. Juni 2026 im Darknet verfügbar.
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Fünf-Augen-Allianz schlägt Alarm
Angesichts dieser Entwicklung hat das Five Eyes Intelligence Bündnis – dem auch Deutschland nahesteht – am 23. Juni 2026 eine formelle Warnung ausgesprochen. Die Geheimdienste der USA, Großbritanniens, Kanadas, Australiens und Neuseelands warnen vor dem zunehmenden Einsatz Künstlicher Intelligenz in Cyberangriffen. KI beschleunige die Angriffe und mache sie effektiver.
Die Behörden fordern Unternehmen auf, Identitätskontrollen zu priorisieren und auf „Secure by Design“-Frameworks zu setzen. Nur so ließen sich die Risiken durch gestohlene Zugangsdaten und verwundbare Lieferketten eindämmen.
Die Warnung kommt nicht von ungefähr: Seit Februar 2026 ist die FortiBleed-Kampagne aktiv, die mit einer Datenbank von über 86.000 gestohlenen Zugangsdaten gezielt Netzwerkausrüstung attackiert – ein weiteres Beispiel für die anhaltende Bedrohung der Unternehminstrastruktur.

