Betrüger nutzen KI für neue Phishing-Welle in Deutschland

Verbraucherschützer warnen vor einer neuen Generation raffinierter Online-Betrügereien, die persönliche und finanzielle Daten abgreifen. KI-gestützte Maschen wie Deepfakes und gefälschte Rentenversicherungs-Mails sind auf dem Vormarsch.

Eine neue Welle raffinierter Online-Betrügereien überflutet derzeit Deutschland. Verbraucherschützer und Behörden verschärfen ihre Warnungen vor gefälschten Nachrichten, die persönliche und finanzielle Daten abgreifen sollen. Besonders häufig sind aktuell gefälschte E-Mails und SMS im Umlauf, die angeblich von der Deutschen Rentenversicherung stammen.

Diese aktuellen Maschen sollten Sie kennen

Kriminelle setzen auf mehrere, immer raffiniertere Methoden. Im Fokus stehen aktuell:

  • Gefälschte Rentenversicherungs-Mails: Die täuschend echt gestalteten Nachrichten fordern Empfänger auf, persönliche Daten zu „aktualisieren“ oder zu „verifizieren“.
  • Fake-Mails zum Kryptomeldesystem: Betrüger geben sich als Bundesministerium der Finanzen aus und verlangen angeblich Zugangsdaten zu Krypto-Wallets.
  • „Hallo Mama/Papa“-Smishing: Per SMS geben sich Täter als in Not geratene Kinder aus, um schnelle Geldüberweisungen zu erpressen.
  • KI-gestützte Romance-Scams: Immer öfter bauen Betrüger mit Hilfe von Deepfakes und künstlicher Intelligenz in Dating-Apps emotionale Bindungen auf, um später Geld zu fordern.

Die Angriffe werden nicht nur häufiger, sondern auch persönlicher. Künstliche Intelligenz ermöglicht es, Massen-Nachrichten individuell anzupassen und so die Wachsamkeit der Opfer zu umgehen.

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So schützen Sie sich wirksam

Der beste Schutz kombiniert Technik mit gesundem Misstrauen. Experten raten zu diesen grundlegenden Maßnahmen:

  • Skepsis bei unaufgeforderten Nachrichten: Seien Sie besonders vorsichtig bei Nachrichten, die Dringlichkeit suggerieren oder drohen. Prüfen Sie Absenderadressen genau – oft verraten kleine Fehler den Betrug.
  • Keine Links oder Anhänge öffnen: Klicken Sie nicht auf verdächtige Links in Mails oder SMS. Rufen Sie die Website der Institution stattdessen direkt im Browser auf.
  • Technische Basissicherheit:
    • Nutzen Sie starke, einzigartige Passwörter.
    • Aktivieren Sie die Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) wo immer möglich.
    • Halten Sie Betriebssysteme und Apps stets aktuell.
    • Installieren Sie eine aktuelle Antiviren-Software.
  • Drittanbietersperre einrichten: Lassen Sie bei Ihrem Mobilfunkanbieter diese Sperre aktivieren, um unerwünschte Kosten durch Abofallen zu blockieren.

Was tun, wenn es doch passiert ist?

Schnelles Handeln begrenzt den Schaden. Gehen Sie im Betrugsfall so vor:

  1. Konten sperren: Wenden Sie sich sofort an Ihre Bank oder den betroffenen Dienstleister, um Zahlungen zu stoppen und Karten zu sperren.
  2. Anzeige erstatten: Stellen Sie umgehend eine Strafanzeige bei der örtlichen Polizei. Diese ist oft Voraussetzung für weitere Schritte mit Bank oder Versicherung.
  3. Beweise sichern: Speichern Sie alle betrügerischen E-Mails, Screenshots von Webseiten oder Chatverläufen.
  4. Verbraucherzentrale informieren: Melden Sie den Fall auch bei der Verbraucherzentrale. Diese sammelt Daten zu neuen Maschen und bietet Beratung.

Warum die Betrugswelle jetzt zuschlägt

Die aktuelle Häufung ist kein Zufall. Der letzte Lagebericht des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) verzeichnet bereits eine stark steigende Zahl neuer IT-Schwachstellen. Kriminelle nutzen diese professionell aus.

Der Fokus verlagert sich zunehmend auf mobile Geräte. Hier sind Menschen oft abgelenkt und weniger wachsam. Gleichzeitig machen KI-Tools es Betrügern leicht, personalisierte Angriffe im großen Stil zu automatisieren – eine gefährliche Kombination.

Der Wettlauf wird härter

Experten sind sich einig: Die Bedrohung durch KI-gestützte Betrugsversuche wird weiter wachsen. Deepfake-Anrufe von vermeintlich bekannten Stimmen oder gefälschte Video-Nachrichten könnten bald Alltag sein.

Sicherheitsunternehmen entwickeln zwar bereits eigene KI-Lösungen zur Echtzeiterkennung von Betrugsmustern. Langfristig bleibt der Schutz aber eine Gemeinschaftsaufgabe: von Behörden, Unternehmen, die sichere Produkte liefern müssen, und aufgeklärten Nutzern, die ihre digitale Wachsamkeit nie ausschalten.