Betrüger nutzen KI für perfide Anrufe und SMS

Eine neue Welle raffinierter Betrugsanrufe und -SMS mit KI-Technologie überrollt Deutschland und Österreich. Die Täter erbeuten hohe Summen, indem sie sich als Behörden ausgeben.

Eine neue Welle raffinierter Betrugsanrufe und -SMS überrollt Deutschland und Österreich. Kriminelle geben sich als Finanzbeamte, Bankangestellte oder Polizisten aus und erbeuten so hohe Summen. In Oberösterreich verlor ein Mann vergangenes Wochenende fast 400.000 Euro.

Die Täter setzen auf psychologischen Druck, gefälschte Identitäten und täuschend echte Webseiten. Besonders verbreitet sind aktuell die sogenannten „Finlink-SMS-Betrügereien“. Parallel dazu nehmen Schockanrufe zu, bei denen angebliche Notlagen von Familienmitgliedern erfunden werden.

So läuft die perfide Masche ab

Die Falle beginnt oft mit einer SMS, die angeblich vom Finanzamt kommt. Sie fordert zur Erneuerung der Online-ID über einen Link auf. Dieser führt zu einer gefälschten Phishing-Webseite.

Gibt das Opfer dort seine Bankdaten ein, kontaktieren die Betrüger es sofort telefonisch. Sie behaupten, das Konto sei gehackt, und bieten „Hilfe“ an. In einem stundenlangen Prozess überreden sie das Opfer, Geld auf Konten der Täter zu überweisen. In Extremfällen erscheint sogar ein Komplize als falscher Polizist an der Haustür, um Bankkarten abzuholen.

KI und Deepfakes: Die neuen Waffen

Die Betrüger rüsten technologisch massiv auf. Die Bundesnetzagentur warnt vor dem Einsatz von KI, insbesondere Deepfake-Technologien und „Real-Time Voice Cloning“.

Diese Techniken imitieren Stimmen von Bankmitarbeitern oder Familienangehörigen täuschend echt. Solche Anrufe sind kaum noch von echten Gesprächen zu unterscheiden. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) bestätigt einen deutlichen Anstieg dieser hochprofessionellen Angriffe.

So schützen Sie sich wirksam

Bei derart professionellen Tätern sind kluge Verhaltensregeln entscheidend. Polizei und Verbraucherschützer empfehlen:

  • Klicken Sie nie auf Links in unaufgeforderten SMS oder E-Mails.
  • Beenden Sie verdächtige Telefonate sofort, besonders wenn Druck aufgebaut wird.
  • Rufen Sie zurück – nutzen Sie dafür nur offizielle, bekannte Nummern.
  • Geben Sie niemals Passwörter, PINs oder TANs am Telefon oder per SMS preis.
  • Sprechen Sie mit Angehörigen über die Gefahren, besonders mit älteren Familienmitgliedern.

Verdächtige Anrufe oder Nachrichten sollten umgehend der Polizei gemeldet werden.

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Ein endloses Wettrüsten

Die aktuelle Betrugswelle ist Teil eines internationalen Trends. Ermittler wie das Bundeskriminalamt haben spezielle Teams gebildet, doch die Verfolgung bleibt schwierig. Die Täter operieren oft aus dem Ausland und verschleiern ihre Spuren.

Experten erwarten, dass KI-gestützte Betrugsversuche weiter zunehmen. Während Sicherheitsexperten an besseren Filtersystemen arbeiten, bleibt die aufgeklärte und wachsame Bevölkerung die wichtigste Verteidigungslinie.