Betrüger nutzen KI-Stimmen für Schockanrufe

Ermittler zerschlagen kriminelle Call-Center in Österreich und Tschechien, während deutsche Behörden vor einer neuen Betrugswelle mit täuschend echten KI-Stimmenklonen warnen.

Ermittler zerschlagen in Österreich und Tschechien kriminelle Call-Center. Gleichzeitig warnen deutsche Behörden vor einer neuen Welle von Betrugsanrufen. Die Täter setzen zunehmend auf künstliche Intelligenz zur Stimmimitation.

Bei einer koordinierten Razzia nahmen Polizisten am Dienstag 17 Personen fest. Weitere 23 Tatverdächtige wurden identifiziert. Die Gruppe soll von Wien und Brünn aus operiert und gezielt ältere Menschen angerufen haben. Unter Vortäuschung von Notlagen – wie einem schweren Unfall eines Angehörigen – drängten sie ihre Opfer zur Zahlung hoher Kautionssummen. Der entstandene Schaden beläuft sich auf rund 4,8 Millionen Euro.

KI-Stimmenklone schalten kritische Distanz aus

Sicherheitsexperten beobachten mit Sorge den Einsatz ausgefeilter Technologien. Besonders alarmierend sind KI-gestützte Schockanrufe. Dabei imitieren die Betrüger die Stimmen von Familienmitgliedern täuschend echt.

Aus kurzen Sprachaufnahmen, oft aus sozialen Medien, generiert eine KI eine vertraut klingende Stimme. Diese Täuschung kombiniert mit massivem psychologischen Druck. Die Täter erzeugen durch angebliche Notsituationen gezielt Stress und Angst. Das Ziel: Opfer zu schnellen, unüberlegten Geldüberweisungen bewegen.

Neben Schockanrufen bleiben weitere Maschen beliebt:
* Die „Ja-Falle“: Anrufer locken mit Fragen wie „Können Sie mich hören?“ ein „Ja“ vom Opfer. Dieses wird später in einen angeblichen Vertragsmitschnitt geschnitten.
* „Ping-Anrufe“: Das Telefon klingelt nur einmal, um teure Rückrufe auf Premium-Nummern zu provozieren.

„Falsche Polizisten“ manipulieren die Rufnummernanzeige

Parallel zur technologischen Aufrüstung bleibt eine klassische Masche extrem gefährlich. Die „falschen Polizeibeamten“ sind wieder aktiv. Polizeidienststellen in mehreren Bundesländern warnen eindringlich vor einer neuen Welle.

Die Täter geben sich als Kriminalbeamte aus. Sie behaupten, in der Nachbarschaft würde eine Einbrecherbande operieren oder ein Familienmitglied sei verunglückt. Um glaubwürdiger zu wirken, nutzen sie „Caller ID Spoofing“. Dabei manipulieren sie die Anzeige auf dem Display des Angerufenen. Es erscheint die Notrufnummer 110 oder die einer echten Polizeidienststelle.

Die Polizei stellt klar: Sie ruft nie unter 110 an und fordert nie zur Übergabe von Bargeld oder Wertsachen an Unbekannte auf. In einem aktuellen Fall in Blomberg übergab eine Seniorin ihre Wertsachen an einen Abholer, nachdem sie von einer falschen Polizistin getäuscht worden war.

Wie können Sie sich schützen?

Die Bedrohung durch Telefonbetrug wird Experten zufolge weiter zunehmen. Verbraucherschützer und Polizei raten zu einem gesunden Misstrauen. Die wichtigste Regel: Lassen Sie sich niemals unter Druck setzen.

Anzeige

Wenn Betrüger per Telefon mit täuschend echten KI-Stimmen arbeiten, hilft Information und schnelles Handeln. Ein kostenloses E‑Book erklärt aktuelle Cyber-Security‑Bedrohungen – von Social‑Engineering (auch Schockanrufe) bis zu praktischen Schutzmaßnahmen, die auch ältere Menschen sofort anwenden können. Enthalten sind verständliche Sofortmaßnahmen, Hinweise zum richtigen Melden bei der Polizei und Tipps, wie Sie Rufnummernmanipulation erkennen. Jetzt kostenlosen Cyber-Security-Guide herunterladen

  • Sofort auflegen: Beenden Sie bei verdächtigen Anrufen mit Geldforderungen sofort das Gespräch.
  • Selbst zurückrufen: Kontaktieren Sie angebliche Angehörige oder die Polizei über eine selbst gewählte, bekannte Nummer.
  • Daten geheim halten: Geben Sie niemals persönliche Informationen, Bankdaten oder Passwörter am Telefon preis. Seriöse Institutionen fragen nie unaufgefordert danach.
  • Kontrollfragen stellen: Bei angeblichen Verwandten in Not: Stellen Sie gezielte Fragen, die nur die echte Person beantworten kann.
  • Immer anzeigen: Melden Sie jeden Betrugsversuch bei der Polizei. Diese Informationen helfen Ermittlern, Muster zu erkennen und andere zu warnen.