Eine raffinierte Betrugsmasche zielt mit gefälschten Bußgeldbescheiden auf Smartphone-Nutzer ab, um sensible Finanzdaten und hohe Geldsummen zu erbeuten. Die Täter nutzen SMS und WhatsApp, um Fahrzeughalter mit angeblichen Strafen unter Druck zu setzen.
Cyberkriminelle imitieren dabei offizielle Verkehrspolizei- oder Behördennummern. Die Nachrichten behaupten, ein offener „E-Challan“ – eine digitale Verkehrsstrafe – müsse sofort beglichen werden, um den Führerschein zu schützen. Ein Link führt zu einer täuschend echten Phishing-Website, die ein offizielles Bezahlportal nachahmt. Dort werden Kreditkartendaten, Banking-Zugänge und persönliche Informationen abgegriffen. In einem aktuellen Fall verlor ein Software-Experte aus Bengaluru am 26. Januar umgerechnet etwa 2.600 Euro, nachdem er auf eine Nachricht wegen einer angeblichen Mini-Strafe von knapp sechs Euro hereinfiel.
So funktioniert der digitale Bußgeld-Betrug
Die Masche setzt auf psychologischen Druck: Kurze Zahlungsfristen und Drohungen mit schwerwiegenden Konsequenzen sollen das Opfer in unüberlegtes Handeln treiben. Der Kern des Betrugs ist die perfekt nachgebaute Website. Sie imitiert offizielle Portale wie „Parivahan“ bis ins Detail – inklusive Logos und Layout. Während echte Bescheide oft nur das Kennzeichen zur Prüfung benötigen, verlangen die Fake-Seiten eine Flut an persönlichen und finanziellen Daten.
In einer Variante des Betrugs laden Links schädliche APK-Dateien herunter, die vor allem Android-Nutzer gefährden. Diese Schadsoftware kann das Gerät übernehmen, Banking-Daten stehlen, SMS mit Transaktionsbestätigungen (TANs/OTPs) abfangen und sogar Fernzugriff ermöglichen.
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Warnsignale erkennen und sich schützen
Behörden und IT-Sicherheitsexperten geben klare Hinweise zur Erkennung:
* Absender: Echte Meldungen kommen von behördlich autorisierten SMS-Gateways (z.B. „VAHAN“), nicht von privaten 10-stelligen Handynummern.
* Webadresse: Offizielle indische Regierungsseiten enden stets auf .gov.in. Betrüger nutzen ähnlich aussehende Domains mit Tippfehlern oder anderen Endungen.
* Inhalt: Echte Bescheide enthalten spezifische Details wie das genaue Kennzeichen. Fehlt dies, ist Vorsicht geboten. Jede Nachricht, die zu sofortiger Zahlung drängt, ist verdächtig.
Zur Überprüfung einer möglichen Strafe sollte man nie auf Links in unerwarteten Nachrichten klicken. Stattdessen sollte man direkt die offizielle Website der Verkehrsbehörden aufrufen und dort das Kennzeichen prüfen.
Teil einer wachsenden „Smishing“-Welle
Der Bußgeld-Betrug ist Teil eines größeren Trends: „Smishing“ (SMS-Phishing). Dabei nutzen Kriminelle das Vertrauen in Textnachrichten für ihre Zwecke. Ähnliche Maschen mit gefälschten Stromrechnungen, Bank-KYC-Aufforderungen oder Mautzahlungen nehmen zu. Der Erfolg basiert auf einem kurzen Moment der Unachtsamkeit, oft ausgelöst durch Angst oder den Wunsch, eine vermeintlich offizielle Angelegenheit schnell zu erledigen.
Die zunehmende Digitalisierung von Behördendiensten und Zahlungsverkehr schafft auch neue Angriffsflächen. Die Täter passen ihre Methoden ständig an, was öffentliche Wachsamkeit und digitale Kompetenz entscheidend macht.
Das ist im Ernstfall zu tun
Wer Opfer des Betrugs geworden sein könnte, sollte sofort handeln:
1. Bank benachrichtigen: Die betroffene Bank oder Kreditkartengesellschaft kontaktieren, die Karte sperren lassen und eine Rückbuchung beantragen.
2. Anzeige erstatten: Den Vorfall bei der nationalen Cybercrime-Meldestelle unter der Hotline 1930 oder online auf cybercrime.gov.in melden. Dies hilft bei der Verfolgung der Täter und schützt potenziell andere Opfer.
3. Nummer blockieren: Die Betrüger-Nummer blockieren und die betrügerische Nachricht löschen, um versehentliche Klicks zu vermeiden.





