Betrüger tauschen Grafikkarten aus – so erkennen Sie Fälschungen

Eine globale Speicherknappheit treibt die Preise für Grafikkarten und führt zu einer Welle raffinierter Fälschungen, insbesondere bei NVIDIA RTX 5080 und 5090 Modellen.

Eine neue Welle raffinierter Betrugsmaschen trifft PC-Enthusiasten. Angetrieben durch explodierende Komponentenpreise und eine globale Speicherknappheit liefern Betrüger auf Plattformen wie Amazon gefälschte oder ausgetauschte Grafikkarten aus. Hauptziel ist derzeit NVIDIAs Top-Modell GeForce RTX 5080.

Der „Prime“-Trick: Hochwertige Verpackung, wertlose Hardware

Besonders tückisch ist eine neue Masche, die das Fachportal Lowyat.NET am 21. Januar beschrieb. Dabei wird eine echte ASUS Prime GeForce RTX 5080 gegen eine optisch ähnliche, aber deutlich langsamere Grafikkarte wie eine RTX 5060 Ti ausgetauscht – in der originalgetreuen Verpackung der teuren Karte.

Aufgeflogen ist der Betrug durch einen Nutzer auf Reddit. Er hatte bei einem Drittanbieter auf Amazon eine angeblich echte ASUS RTX 5080 OC Edition gekauft. Auf den ersten Blick sah alles korrekt aus. Doch Experten von TweakTown entdeckten den entscheidenden Fehler: den Stromanschluss.

Echte RTX-5080-Modelle benötigen für ihre Leistungsaufnahme von über 300 Watt den modernen 12V-2×6 (16-Pin)-Stecker. Die gelieferte Fälschung hatte jedoch einen einfachen 8-Pin-Anschluss, wie er für Einsteigermodelle typisch ist. Betrüger übertragen dabei akribisch Seriennummern-Aufkleber und Garantiesiegel von echten Kartons auf die wertlose Hardware, um oberflächliche Kontrollen zu umgehen.

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Fangangebote und „Fanny Pack“-Betrug locken Schnäppchenjäger

Während der Komponententausch Käufer zum vollen Marktpreis trifft, zielt eine andere Masche auf Bargeld-Jäger. Der US-Händler „Fitter’s Niche Direct“ bot auf Amazon hunderte GeForce RTX 5090 für nur 999 US-Dollar an – etwa die Hälfte des UVP. Mindestens 42 Kunden erhielten jedoch nur billige Bauchtaschen statt der Highend-Grafikkarte.

Diese „Tracking-Nummern“-Masche generiert eine gültige Lieferbestätigung, um Rückerstattungen hinauszuzögern, während der Verkäufer mit dem Geld verschwindet. Analysten warnen: Jedes Angebot deutlich unter dem UVP ist derzeit ein riesiges Warnsignal. Die Nachfrage nach der RTX 5090 und 5080 ist auch ein Jahr nach dem Launch im Januar 2025 ungebrochen hoch.

Markttreiber: Die Speicherkrise 2026 treibt Preise in die Höhe

Der Grund für die Betrugswelle ist eine akute Speicherknappheit („RAM Crisis“) zu Beginn des Jahres 2026. Sie trifft die Lieferkette für Videospeicher (VRAM) hart und treibt die Straßenpreise für Grafikkarten in die Höhe. Die Lücke zwischen UVP und tatsächlichem Verkaufspreis wird immer größer.

Betrüger nutzen diese Verzweiflung der Käufer aus, die bei Drittanbietern nach verfügbarer Ware suchen. Die Situation erinnert an die Chip-Knappheit 2020/21, wird diesmal aber durch fehlende Speicherchips verursacht, nicht durch Produktionsengpässe bei den GPU-Chips selbst.

Technische Prüfung: So entlarven Sie eine Fälschung

Experten raten zu einer sofortigen physischen Überprüfung nach Erhalt der Ware, besonders bei Drittanbietern. Der Schlüssel zur Echtheitsprüfung der RTX-50-Serie liegt in der Stromversorgung:

  • Stromanschluss: Alle echten RTX 5080 und 5090 müssen den 12V-2×6 (16-Pin)-Stecker haben. Traditionelle 8-Pin-Anschlüsse verraten Vorgängermodelle oder Einsteigerkarten.
  • PCB-Beschriftung: Prüfen Sie die Platine nahe dem PCIe-Steckplatz. Fälscher vergessen oft, die dort aufgedruckten Modellcodes zu entfernen.
  • Software-Check: Tools wie GPU-Z identifizieren den verbauten Chip. Raffinierte Betrüger flashen jedoch gefälschte BIOS-Versionen, die die Karte in der Software falsch anzeigen. Die physische Inspektion bleibt daher der zuverlässigste erste Test.

Ausblick: Betrugswelle hält vorerst an

Marktbeobachter rechnen nicht vor dem Ende des ersten Quartals 2026 mit einer Entspannung bei der Speicherversorgung. Die Betrugsfälle werden daher vorerst weiter zunehmen. Große Händler verschärfen bereits ihre Rückgabebedingungen für Elektronik, um „Rückgabe-Betrug“ zu bekämpfen – dabei kaufen Betrüger echte Karten und schicken Fälschungen zurück.

Verbrauchern wird dringend geraten, nur bei offiziellen Partnern („Verkauf und Versand durch“ Amazon, Best Buy etc.) zu kaufen und Drittanbieter mit geringer oder neuer Bewertungshistorie strikt zu meiden. Solange die Speicherkrise anhält, bleibt das Risiko, gefälschte Hardware zu erhalten, extrem hoch.

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