Die Polizei warnt vor organisierten Banden, die gezielt ältere Menschen ausrauben.
Die Maschen sind vielfältig: vorgetäuschte Notfälle auf offener Straße, fingierte Besuche von Handwerkern oder Schockanrufe am Telefon. In Niedersachsen, Bremen, Rheinland-Pfalz, Thüringen und Schleswig-Holstein registrierten die Behörden innerhalb weniger Tage Dutzende Fälle.
Schmuck-Trick im Vorbeigehen
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Besonders aktiv waren die Täter am 3. Juni im Raum Lüneburg und Uelzen. Die Masche: Passanten werden nach dem Weg gefragt, dann unter einem Vorwand abgelenkt.
In Uelzen sprachen drei Personen in einem silbernen Pkw eine 40-jährige Frau an. Sie legten ihr unter dem Vorwand der Dankbarkeit eine minderwertige Kette um – und entwendeten dabei unbemerkt ihre wertvolle Halskette. Schaden: über 1.000 Euro.
Nur Stunden später der gleiche Trick in Lüneburg. Eine 36-Jährige wurde Opfer der Diebe, die in einem dunklen Kombi unterwegs waren. Bereits am 1. Juni hatte es in Freiburg-Haid einen ähnlichen Fall gegeben: Dort entwendeten Täter eine Halskette aus einem Fahrzeug heraus, nachdem sie einen Notfall vorgetäuscht hatten.
Falsche Handwerker und Schrottsammler
In Bremen-Schwachhausen verschafften sich zwei Männer Zutritt zur Wohnung einer 86-jährigen Seniorin – unter dem Vorwand eines Wasserrohrbruchs. Während einer die Frau in der Küche ablenkte, durchsuchte der zweite das Wohnzimmer und stahl Bargeld.
In Limburgerhof gab sich ein etwa 20 bis 30 Jahre alter Mann als Telekom-Mitarbeiter aus. Er entwendete den Geldbeutel eines Bewohners. In Berndorf (Eifel) tarnten sich Diebe als Schrottsammler, lockten eine Bewohnerin aufs Grundstück und stahlen Schmuck und Bargeld.
Die Polizei fahndet nach den Tätern. Sie sollen mit hellen Kastenwagen oder älteren Kleintransportern unterwegs sein.
Schockanrufe mit hohen Verlusten
Einen massiven finanziellen Schaden erlitt eine Seniorin in Schmalkalden. Nach einem sogenannten Schockanruf übergab sie 100.000 Euro an Betrüger. Die Täter hatten am Telefon behauptet, das Geld werde dringend für die medikamentöse Behandlung ihres angeblich schwer erkrankten Sohnes benötigt.
In Heide (Kreis Dithmarschen) übergab eine 88-Jährige bereits am 2. Juni eine größere Summe Bargeld an einen Abholer – nachdem ihr ein Unfall eines Angehörigen vorgetäuscht worden war.
Die Polizei in Thüringen meldet zudem eine Welle solcher Anrufe im Landkreis Gotha und im Ilm-Kreis. Die Versuche blieben erfolglos: Die kontaktierten Senioren im Alter zwischen 75 und 89 Jahren erkannten die Betrugsabsicht und legten auf.
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Was Experten raten
Die Ermittlungsbehörden raten zur Vorsicht. Weder Polizei noch seriöse Unternehmen fragen an der Haustür oder am Telefon nach Vermögensverhältnissen oder fordern die Herausgabe von Wertsachen.
Im öffentlichen Raum sollten Wertsachen diskret getragen werden. Bei fremden Personen gilt: Abstand halten und misstrauisch sein.

