Betrügerischer Online-Check-in: Verbraucherschützer schlagen Alarm

Gefälschte Check-in-Seiten locken Reisende in die Kostenfalle. KI treibt die Zahl betrügerischer Urlaubs-Domains massiv in die Höhe.

Das Europäische Verbraucherzentrum (EVZ) warnt heute vor einer massiven Zunahme solcher Betrugsmaschen.

Die Täter schalten gezielt Anzeigen in Suchmaschinen. Wer nach dem „Online-Check-in“ seiner Fluggesellschaft sucht, landet oft nicht auf der offiziellen Seite, sondern bei Dienstleistern, die für kostenlose Leistungen Gebühren verlangen.

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Die Masche der Betrüger

Die gefälschten Webseiten nutzen Markennamen und Logos der Airlines. Viele Nutzer bemerken erst beim Bezahlen, dass sie auf einer externen Plattform gelandet sind.

Besonders tückisch: das sogenannte „predatory upcharging“. Kriminelle verlangen überhöhte Preise für einfache Standardleistungen. Noch schlimmer sind versteckte Abo-Fallen. Betroffene berichten von monatlichen Abbuchungen für Reise-Services oder Rabattclubs, die kaum zu stornieren sind.

Die Zwischenschaltung solcher Portale führt zu organisatorischen Problemen. Informationen über Flugzeitänderungen oder Gate-Wechsel erreichen Passagiere nicht rechtzeitig – die Airlines haben keinen direkten Kontakt mehr zu ihnen.

KI macht Betrug gefährlicher

Die Sicherheitslage hat sich durch Künstliche Intelligenz massiv verschärft. Sicherheitsunternehmen wie Check Point Research beobachten einen deutlichen Anstieg bösartiger Domains im Reiseumfeld. Etwa jede 33. neu registrierte Urlaubs-Domain gilt als verdächtig.

KI-Tools erstellen täuschend echte Kopien offizieller Webseiten in Sekunden. Booking.com meldete bereits einen Anstieg der Betrugsversuche um 500 bis 900 Prozent innerhalb von 18 Monaten.

Besonders perfide: Kriminelle durchsuchen soziale Netzwerke nach Beschwerden. Wer über Verspätungen postet, bekommt gefälschte Support-Accounts an die Seite gestellt, die nach Buchungsreferenzen und Zahlungsdaten fragen.

Milliardenschäden weltweit

Die finanziellen Verluste sind enorm. Laut Joint Economic Committee belaufen sie sich auf rund eine Billion US-Dollar jährlich. Allein in den USA meldete die Federal Trade Commission für 2024 Verluste von über 274 Millionen Dollar durch Reisebetrug.

Gefälschte Check-in-Seiten fordern oft mehr Daten als nötig: Kreditkartennamen, Passnummern, Geburtsdaten. Diese Informationen landen in Untergrundforen und werden für Identitätsdiebstahl genutzt.

„Der Zeitdruck bei Flugreisen spielt den Betrügern in die Hände“, warnt Sicherheitsexperte Dr. Martin Krämer von KnowBe4. Wer kurz vor Abflug eine SMS mit der Nachricht „Ihr Flug wurde gestrichen“ erhält, klickt schnell auf Links.

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So schützen Sie sich

Der sicherste Weg: Nutzen Sie die offizielle App der Airline oder geben Sie die Webadresse direkt im Browser ein. Verlassen Sie sich nicht auf Suchergebnisse oder Links in E-Mails.

Wichtige Erkennungsmerkmale seriöser Anbieter:
– Verschlüsselte Verbindung (HTTPS)
– Vollständiges Impressum
– Keine Gebühren für Standardleistungen wie den Check-in

Zahlen Sie nie mit Kryptowährungen oder Geschenkkarten – das sind klare Betrugszeichen.

Auch am Flughafen ist Vorsicht geboten. Scannen Sie QR-Codes auf Werbeflächen für „Fast Track“ oder bevorzugte Sicherheitskontrollen nicht ungeprüft. Entsorgen Sie Bordkarten und Gepäckanhänger nach der Reise nicht im öffentlichen Raum – die Barcodes enthalten sensible Daten.

Was die Branche tut

Viele Airlines setzen auf biometrische Verfahren und Multi-Faktor-Authentifizierung in ihren Apps. Verbraucherverbände fordern eine stärkere Regulierung von Suchmaschinen, um betrügerische Anzeigen zu unterbinden.

Der Faktor Mensch bleibt die wichtigste Verteidigungslinie. Bildungsprogramme und regelmäßige Warnhinweise der Airlines sind essenziell. Denn die Methoden der Cyberkriminellen werden mit KI immer raffinierter.