Die Methoden reichen von Haustürgeschäften bis zu KI-gestützten Phishing-Angriffen.
Explosion bei digitalen Betrugsformen
Die Kriminalitätsstatistik für das erste Halbjahr 2026 zeigt eine dramatische Verschiebung. Beim sogenannten Quishing – Datendiebstahl über manipulierte QR-Codes – registrierten Experten im ersten Quartal einen Anstieg um 146 Prozent. Im zweiten Quartal legte SMS-Phishing um 162 Prozent zu.
Besonders dreist: Im Umfeld der Fußball-Weltmeisterschaft zwischen April und Juni schnellten die Betrugsversuche um 500 Prozent nach oben.
Aktuelle Warnungen: ELSTER, WhatsApp und Co.
Verbraucherschützer warnen derzeit vor gefälschten E-Mails im Namen der Steuerplattform ELSTER. Kurz vor der Steuerfrist am 31. Juli locken Kriminelle Nutzer auf gefälschte Webseiten – angeblich zur Kontoaktualisierung.
Ähnliche Taktiken gibt es bei gefälschten E-SIM-Stores und manipulierten WhatsApp-Buchungsbestätigungen für Unterkünfte.
Künstliche Intelligenz als neues Werkzeug
Die Betrüger setzen zunehmend auf KI. Experten berichten von einer Trefferquote von 91 Prozent bei der Standortbestimmung anhand von Urlaubsfotos. Mit diesen Informationen versenden Kriminelle täuschend echte Banknachrichten mit konkreten Ortsbezügen – die Glaubwürdigkeit der Phishing-Versuche steigt enorm.
Physische Straftaten: Handwerker und Goldbetrug
Neben digitalen Angriffen bleiben klassische Methoden gefährlich. Im Erzgebirgskreis in Sachsen gaben sich Mitte Juli drei Männer als Handwerker aus. Sie forderten 10.000 Euro für mangelhafte Arbeiten an einem Dach. In Bremen entwendeten Täter Senioren auf offener Straße Goldschmuck.
Besonders hohe Schadenssummen gibt es bei Anlagebetrug und Goldgeschäften. In Michigan verhinderte ein Ladenbesitzer den Betrug an einer 79-jährigen Witwe – die Täter hatten sie zur Übergabe von Goldmünzen im Wert von 700.000 US-Dollar gedrängt. Aus Taiwan wurde ein Fall bekannt, bei dem eine 78-Jährige bereits Gold im Wert von rund 25 Millionen Taiwan-Dollar verloren hatte.
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Behörden schlagen zurück
Die internationale Zusammenarbeit zeigt Erfolge. Das FBI zerschlug das Netzwerk „Outsider“, das über 8.000 Domains betrieben hatte. Der Gesamtschaden: rund 1,9 Milliarden US-Dollar. Interpol meldete zudem den Zugriff auf Krypto-Wallets einer Romance-Scam-Bande.
In Deutschland verfolgt die Bundesregierung einen 26-Punkte-Plan gegen Cyberkriminalität. Geplant sind 1.500 neue Stellen bei den Sicherheitsbehörden und ein Strafmaß von bis zu 15 Jahren Haft.
Banken haften bei Phishing
Ein Urteil des Bundesgerichtshofs aus dem Jahr 2025 stärkt die Position der Verbraucher: Banken müssen Phishing-Schäden grundsätzlich erstatten – es sei denn, dem Kunden kann grobe Fahrlässigkeit nachgewiesen werden.
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KI als Schutzschild gegen Einsamkeit
Ein Startup stellte zudem ein neues KI-System vor. Der telefonbasierte Dienst ruft ältere Menschen regelmäßig an, führt Gespräche und bietet Gedächtnistraining. Die Datensicherheit wird durch Serverstandorte innerhalb der EU gewährleistet.
Was Sie jetzt tun sollten
Sicherheitsexperten und Polizei raten zur Vorsicht bei unangeforderten Kontaktanfragen. Klicken Sie keine Links in SMS oder E-Mails. Scannen Sie keine QR-Codes aus unbekannten Quellen. Bei verdächtigen Aktivitäten auf Bankkonten hilft der zentrale Sperr-Notruf 116 116.
Für Reisende: Stellen Sie Profile in sozialen Netzwerken privat. Nutzen Sie physische Schutzmaßnahmen wie Lenkradsperren oder GPS-Tracker.


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