Betrug: Indische Razzia stoppt 916 Verdächtige, 700 Mio. Euro Schaden

Großrazzia in Indien mit 916 Festnahmen. Europa verzeichnet 49,1 Milliarden Euro Schaden durch Online-Betrug im Jahr 2025.

In Asien treiben sie mit „digitalen Festnahmen“ Millionenschäden ein, in Europa fordern Fake-Shops Rekordverluste. Jetzt reagieren die Behörden mit Großrazzien und politischen Forderungen.

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Großrazzia in Indien: 916 Verdächtige festgenommen

Die indische Polizei hat Mitte Juni bei der Operation „CyHawk 5.0“ zugeschlagen. In 21 Bundesstaaten nahmen die Ermittler innerhalb weniger Tage 916 Verdächtige fest. Sie konnten rund 410 offene Fälle klären – der Gesamtschaden: umgerechnet etwa 700 Millionen Euro.

Die Beamten stellten hunderte Mobiltelefone, SIM-Karten und Bankkarten sicher. Mehrere Bankmitarbeiter sitzen in Untersuchungshaft, weil sie mutmaßlich mit den kriminellen Netzwerken kooperierten.

Die perfide Masche der digitalen Festnahme

Besonders eine Methode sorgt für drastische Verluste: der „Digital Arrest“. Die Täter geben sich als Beamte der nationalen Sicherheitsbehörden oder Kriminalpolizei aus. Unter dem Vorwand angeblicher Ermittlungen stellen sie ihre Opfer per Videoanruf unter ständige Überwachung – teils über Wochen.

Das Ziel: psychologische Isolation, um hohe Geldtransfers zu erzwingen. Ein pensionierter Arzt aus Yamunanagar verlor auf diese Weise in der ersten Juni-Hälfte rund 150.000 Euro. 18 Tage hielten ihn die Betrüger digital fest.

Noch schwerer traf es einen ehemaligen Abgeordneten: Sein CFO überwies nach manipulierter WhatsApp-Kommunikation rund 850.000 Euro. Laut indischem Innenministerium machen solche digitalen Festnahmen mittlerweile acht Prozent aller Verluste durch Cyberbetrug aus.

Europa: 49,1 Milliarden Euro Schaden durch Betrug

Auch in Europa erreichen die Schadenssummen neue Rekordwerte. Die Global Anti-Scam Alliance (Gasa) beziffert die Verluste für 2025 auf insgesamt 49,1 Milliarden Euro. In Deutschland gaben 24 Prozent der Verbraucher an, bereits Opfer von Online-Betrug geworden zu sein. Bei 61 Prozent entstand ein finanzieller Schaden.

Die Verbraucherschutzminister der Länder schlagen Alarm. Auf einer Konferenz in Potsdam am 19. Juni 2026 forderten sie einen nationalen Aktionsplan gegen Fake-Shops. Allein 2025 gingen bei den Verbraucherzentralen rund 10.000 Beschwerden zu gefälschten Online-Shops ein.

Die Minister verlangen unter anderem eine strengere Identitätsprüfung bei der Vergabe von Internet-Domains. Das soll die Erstellung betrügerischer Webseiten erschweren.

Aktuelle Fälle: Schockanruf und Krypto-Betrug

Die polizeilichen Meldungen der letzten Tage zeigen: Die Bedrohung ist real. In Korbach übergab eine Seniorin am 18. Juni 2026 nach einem Schockanruf 100.000 Euro Bargeld an einen Unbekannten. Die Täter hatten sich am Telefon als Familienangehörige und Polizisten ausgegeben.

In Innsbruck verlor eine 77-Jährige zwischen dem 11. und 18. Juni einen niedrigen fünfstelligen Betrag durch Kryptowährungsbetrug. In Flachgau und Greiz führten KI-generierte Werbeanzeigen für Krypto-Anlagen zu Verlusten von jeweils 25.000 Euro pro Opfer.

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