Betrugs-Welle mit KI: 100.000 Euro Schaden in Deutschland am 24. Juni

Weltweit warnen Polizeibehörden vor einer neuen Welle professioneller Identitätstäuschungen mit KI und Psychotricks. Besonders ältere Menschen sind betroffen.

Immer dreistere Betrugsbanden setzen auf künstliche Intelligenz und perfide Psychotricks – die Schäden gehen in die Millionen.

In den vergangenen Tagen haben Polizeibehörden in Europa, Nordamerika und Asien eine Serie von Warnungen herausgegeben. Der Grund: Eine neue Welle hochprofessioneller Identitätstäuschungen. Die Täter nutzen KI-Stimmenklone, gefälschte Telefonnummern und gezielte Panikmache, um vor allem ältere Menschen um ihr Erspartes zu bringen.

Hunderttausende Euro Schaden in Deutschland

Allein in Deutschland schlugen die Betrüger gleich mehrfach zu. In Greiz verlor eine 79-jährige Frau am 24. Juni 100.000 Euro und rund 20 Goldmünzen. Ein angeblicher Polizist hatte sie mit einem sogenannten „Schockanruf“ hereingelegt: Ein Verwandter habe einen tödlichen Unfall verursacht, nur eine Kaution könne ihn vor der Haft bewahren.

Am selben Tag in Gelsenkirchen ein ähnliches Szenario: Ein 91-Jähriger übergab den Tätern eine Tüte mit Schmuck. Die Betrüger hatten 30.000 Euro für eine angebliche medizinische Behandlung eines Angehörigen gefordert.

In Kiel, Plön und Kronshagen registrierte die Polizei ab dem 23. Juni eine Häufung verdächtiger Anrufe. Zwar entstand hier kein finanzieller Schaden, doch die Anrufer fragten gezielt nach Wertsachen im Haus – angeblich im Rahmen polizeilicher Ermittlungen.

Die neue Masche: KI und gefälschte Dokumente

Die Methoden werden technisch immer ausgefeilter. In den USA warnte die Missouri State Highway Patrol am 24. Juni vor Betrügern, die mit KI-generierten Dokumenten arbeiten. Die Papiere trugen das offizielle Logo der Behörde und untermauerten ein angebliches „VIP-Lieferprogramm“ – Bezahlung natürlich nur per Geschenkkarte.

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In Indien schlug die Maharashtra Cyber Police Alarm: Kriminelle setzen vermehrt auf KI-Stimmenklone. Sie imitieren die Stimme eines bekannten Familienmitglieds und fordern unter Zeitdruck Geld für eine angebliche Notlage. Zudem warnten die Behörden vor QR-Codes in SMS-Nachrichten, die auf schadhafte Seiten führen.

In Spokane, Washington entdeckte die Polizei eine besonders perfide Variante: Betrüger gaben sich als Gerichtsmitarbeiter aus und verlangten von Angehörigen angeklagter Personen Zahlungen für elektronische Fußfesseln – noch vor der ersten Anhörung.

Der Klassiker: Gefälschte Gerichtsvorladungen

Ein besonders häufiges Muster der vergangenen Tage: Anrufer geben sich als Sheriffs oder Gerichtsbedienstete aus und behaupten, der Angerufene habe eine Vorladung zur Geschworenenpflicht (Jury Duty) ignoriert. Allein am 24. Juni meldeten Sheriff-Büros in Cherokee County, Oneida County, Lowndes County und Columbus County entsprechende Vorfälle.

Die Täter nutzen echte Namen von Mitarbeitern und gefälschte Telefonnummern, um vertrauenswürdig zu wirken. Die Forderungen liegen zwischen 2.000 und 5.000 Dollar – zu zahlen sofort über Dienste wie Cash App, Zelle, Venmo, PayPal oder Bitcoin-Automaten, um eine angebliche Verhaftung zu vermeiden.

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So schützen Sie sich

Polizeibehörden weltweit betonen: Keine echte Behörde verlangt jemals Geld am Telefon, über soziale Medien oder per Geschenkkarte. Die empfohlenen Schutzmaßnahmen sind klar:

  • Legen Sie bei verdächtigen Anrufen sofort auf und rufen Sie die Behörde unter der offiziellen Nummer zurück.
  • Geben Sie niemals Auskunft über Bargeld, Gold oder andere Wertsachen in Ihrem Zuhause.
  • Vergewissern Sie sich bei angeblichen Notfällen von Verwandten, indem Sie die Person über bekannte Wege kontaktieren.
  • Melden Sie jeden Betrugsversuch der Polizei – auch wenn kein Schaden entstanden ist.

Dass schnelles Handeln wirkt, zeigte sich in Bern, Schweiz: Dort nahm die Polizei am 17. Juni einen 23-jährigen Mann fest. Er war dabei, bei einer älteren Frau Geld abzuholen, die zuvor von einem falschen Polizisten angerufen worden war.