Betrugsmasche eskaliert: Quishing springt um 146 Prozent

Sicherheitsexperten warnen vor stark steigenden Quishing- und Smishing-Angriffen. Gefälschte E-SIM-Angebote und betrügerische Buchungsnachrichten gefährden Verbraucher.

Eine neue Welle professioneller Betrugsmaschen richtet sich gezielt gegen Urlauber und Bankkunden. Im Fokus: gefälschte E-SIM-Shops und betrügerische Nachrichten, die auf echten Buchungsdaten basieren.

Falsche E-SIM-Stores locken mit günstigen Tarifen

Kaspersky-Experten warnen Mitte Juli vor einer Zunahme gefälschter E-SIM-Plattformen. Die Seiten locken Reisende mit besonders günstigen Datentarifen fürs Ausland. Wer darauf hereinfällt, gibt auf Phishing-Seiten persönliche Daten und Zahlungsinformationen preis – eine legitime Dienstleistung gibt es nicht.

Parallel dazu melden Verbraucherschützer eine perfide Masche rund um Hotelbuchungen. Kriminelle verschaffen sich Zugriff auf echte Buchungsdetails und kontaktieren die Kunden über WhatsApp. Der Vorwand: eine notwendige Zahlungsbestätigung. Der Link führt auf eine täuschend echte Website, die Kreditkartendaten abgreift.

Die Devise der Experten: Niemals solche Links anklicken. Im Zweifel direkt bei der Unterkunft über offizielle Kanäle nachfragen.

Quishing und Smishing legen drastisch zu

Die Bedrohungslage hat sich im ersten Halbjahr massiv verschärft. Die Zahl der Quishing-Angriffe – Phishing per QR-Code – stieg um 146 Prozent. Jede neunte Phishing-E-Mail enthält mittlerweile einen schädlichen QR-Code. Auch SMS-Betrug (Smishing) legte im zweiten Quartal um 162 Prozent zu.

Besonders betroffen: Kunden der ING, der AOK und Nutzer des Steuerportals Elster. Die BaFin registrierte für 2025 insgesamt 733 IT-Vorfälle. 43 Prozent davon gingen auf Probleme bei externen Dienstleistern zurück.

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Millionenschäden durch Deepfakes

Die finanziellen Folgen sind gewaltig. Mitte Juli verlor eine Sky-Gold-Tochter durch Deepfake-Betrug rund 1,3 Millionen Euro. Auch in Sachsen entstand ein Millionenschaden durch KI-gestützte Täuschungen. Das FBI beziffert den KI-Betrug in den USA für 2025 auf rund 820 Millionen Euro.

Die Bundesregierung reagiert mit einem 26-Punkte-Plan gegen Finanzkriminalität. Der jährliche Gesamtschaden in Deutschland wird auf rund 100 Milliarden Euro geschätzt. International gelang ein Erfolg: Behörden zerschlugen ein Phishing-Netzwerk mit 8.000 Domains, das einen Schaden von zwei Milliarden US-Dollar verursacht hatte.

Wer haftet bei Betrug?

Die Rechtsprechung wird klarer. Der Bundesgerichtshof entschied im Juli 2025: Banken müssen ihren Kunden grobe Fahrlässigkeit nachweisen, um eine Haftung abzulehnen. Der belgische Kassationshof urteilte im Juni 2026 ähnlich – Haftung nur bei untypischem Verhalten.

Neben digitalen Gefahren warnen Organisationen wie der ÖAMTC vor klassischen Maschen. Auf Autobahnen ist der Steintrick wieder im Kommen: Kriminelle täuschen Pannen vor und fordern Geld. Die Polizei Bielefeld meldet zudem vermehrte Fake-Shops in sozialen Medien. Ein Käufer erhielt statt eines technischen Geräts nur einen Kochtopf.

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So schützen Sie sich

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