Von falschen Lotteriegewinnen über manipulierte QR-Codes bis zu KI-generierten Fake-Videos – die Täter werden immer dreister und technisch versierter.
Internationale Lotterie-Betrüger zielen auf Senioren
Besonders perfide: die Wiederbelebung des sogenannten „Jamaika-Lotteriebetrugs“. Die Masche ist alt, aber immer noch erschreckend effektiv. Die Täter kontaktieren ihre Opfer – vorwiegend ältere Menschen in Nordamerika – und gaukeln ihnen einen hohen Lotteriegewinn vor. Angeblich von der bekannten „Publisher’s Clearing House“-Aktion. Doch um die angebliche Gewinnsumme auszuzahlen zu lassen, verlangen die Betrüger erst einmal Gebühren für Steuern oder Bearbeitung.
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Die Zahlen sind alarmierend: Allein zwischen 2020 und 2025 haben Lotterie- und Gewinnspiel-Betrügereien in den USA Schäden von über 660 Millionen US-Dollar verursacht. Besonders hart trifft es die Generation 60+. Hier haben sich die Verluste seit 2020 vervierfacht. Ein aktuelles Beispiel: Ein jamaikanischer Staatsbürger und elf Komplizen wurden zu 54 Monaten Haft verurteilt – sie hatten mindestens 30 Opfer um 4,5 Millionen Dollar erbracht.
WM-Fieber als Einfallstor für Fußball-Fans
Die Vorfreude auf die FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2026 nutzen Kriminelle schamlos aus. Cybersicherheitsforscher haben über 55 fußballbezogene Schadsoftware-Kampagnen und Phishing-Attacken identifiziert. Betroffen sind Fans in Großbritannien, den USA, Kanada, Mexiko und mehreren südamerikanischen Ländern.
Die Masche: Per E-Mail oder Social-Media-Anzeigen locken die Täter mit angeblichen WM-Gewinnspielen – versprochene Preise bis zu zwei Millionen Dollar. Allein in Mexiko wurden in nur zwei Monaten über 4.000 verdächtige Internet-Domains registriert. Sie dienen dem Ticketbetrug und dem Verkauf gefälschter Fanartikel. Die offizielle Warnung ist eindeutig: Echte Tickets gibt es nur über die offiziellen FIFA-Portale. Finger weg von unaufgeforderten Angeboten, die direkte Banküberweisungen verlangen.
Die neue Masche: QR-Codes aus Textzeichen
Die technische Entwicklung macht auch vor dem Betrug nicht halt. Eine neue Methode setzt auf QR-Codes, die nicht aus Pixeln, sondern aus ASCII-Textzeichen bestehen. Der Vorteil für die Kriminellen: Diese Codes umgehen traditionelle E-Mail-Sicherheitsfilter. Die Zahl solcher Angriffe ist im zweiten Halbjahr 2025 förmlich explodiert – um das Fünffache. Die Codes leiten die Opfer auf gefälschte Webseiten, die etwa nach Zugangsdaten für Dienste wie DocuSign fischen.
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KI-Fakes und falsche Finanzministerin
In Indien sorgte ein besonders dreister Fall für Aufsehen. Staatliche Faktenprüfer entdeckten ein täuschend echtes KI-generiertes Video von Finanzministerin Nirmala Sitharaman. Darin bewirbt die vermeintliche Ministerin ein angebliches Regierungs-Investmentprogramm: 22.000 Rupien einzahlen, 70.000 Rupien tägliche Rendite. Klingt zu gut, um wahr zu sein? Ist es auch. Die Behörden stellten klar: Weder die Ministerin noch die Regierung haben ein solches Programm genehmigt.
Verheerende Verluste: Vom Ingenieur bis zum Arzt
Die finanziellen Schäden sind erschreckend. Ein pensionierter Ingenieur in Kanpur verlor über mehrere Jahre hinweg 95 Lakh Rupien – die Täter hatten sich als General Manager der indischen Zentralbank ausgegeben. Ein 70-jähriger Geschäftsmann aus Thane wurde um 40,5 Lakh Rupien erleichtert. Die Betrüger kontaktierten ihn über den Messenger Signal und gaben sich als Polizisten aus, die angeblich Terrorfinanzierung ermittelten.
Selbst gut ausgebildete Fachkräfte fallen auf die Maschen herein. Ein malaysischer Arzt verlor zwischen November 2025 und Februar 2026 über 3,8 Millionen Ringgit. Er war auf eine Social-Media-Anzeige für eine angebliche Börseneinführung (IPO) hereingefallen, die eine Rendite von 50 Prozent innerhalb von zwei Wochen versprach. Am Ende tätigte das Opfer 49 separate Überweisungen auf neun verschiedene Konten.

