Betrugsversuch in Toronto: Polizei stoppt Überweisung von 2,9 Millionen Dollar

Ein vereitelter Betrugsversuch über 2,9 Millionen Dollar zeigt neben Android-Schadsoftware und gezielten Angriffen auf Firmenkonten die vielfältigen Cyberrisiken.

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Am 5. November 2026 verhinderte die Financial Crimes Unit der Polizei von Toronto einen laufenden Betrugsversuch über ca. 2,9 Mio. Dollar. Nach einem Hinweis des Edmonton Police Service suchten Einsatzkräfte der Division 32 den Wohnsitz des Opfers auf und konnten die Überweisung der Gelder rechtzeitig abwenden.

Die Täter hatten sich zuvor als Mitarbeiter eines großen Telekommunikationsanbieters ausgegeben und die betroffene Person angewiesen, die Fernsteuerungssoftware UltraViewer zu installieren. Im Anschluss wurde das Opfer dazu gedrängt, Transaktionen im Online-Banking durchzuführen.

Die Ermittlungen zu dem Vorfall werden unter dem Aktenzeichen #2026-2340164 geführt. Vor diesem Hintergrund mahnte die Polizei von Toronto dazu, niemals Fernzugriffssoftware auf Anweisung unerwarteter Anrufer einzurichten oder während einer aktiven Sitzung Bankgeschäfte abzuwickeln. Hinweise nimmt die Behörde unter der Rufnummer 416-808-2222 entgegen.

Schadprogramme und Berechtigungen auf Mobilgeräten

Der Fall verdeutlicht das anhaltende Risiko durch Manipulationstaktiken, bei denen Kriminelle legitime Werkzeuge oder manipulierte Mobilanwendungen ausnutzen. Am 4. November 2026 warnte Neuseelands National Cyber Security Centre (NCSC) vor einer manipulierten Job-Suche-App für Android.

Die Software verschafft Angreifern nach Erteilung der Systemrechte die vollständige Kontrolle über das Endgerät. Die Verbreitung erfolgt über Chat-Nachrichten oder Anrufe mittels manueller Installation, woraufhin eine gefälschte Google-Play-Update-Seite aufgerufen und Zugriff auf die Bedienungshilfen verlangt wird.

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Die Malware tarnt sich zudem teilweise als Banking-Anwendung. Das NCSC nannte keine App-Namen oder Betroffenenzahlen und riet dazu, ausschließlich offizielle App-Stores zu nutzen sowie Installationen aus unbekannten Quellen deaktiviert zu lassen.

Am 5. November 2026 legte das IT-Sicherheitsunternehmen Group-IB zudem eine Analyse zum Fernzugriffstrojaner Mirax-RAT vor. Die Schadsoftware befällt Android-Smartphones von Privatbankkunden im Nahen Osten, in der Türkei sowie in Afrika.

Nach Angaben der Analysten wurden zwischen März und September 2026 tausende Geräte kompromittiert, wobei aus Sicht von Banken und Ermittlern Verluste in Millionenhöhe US-Dollar bestätigt wurden.

Die Infektion nimmt ihren Anfang bei schwach bewerteten Streaming-Apps im Google Play Store, deren Werbung auf externe Installationsdateien leitet. Als Google Play Services getarnt, nutzt die Schadsoftware Bedienungshilfen-Rechte zum Abfangen von SMS, dem Ausspähen von PIN-Codes sowie für unbefugte Finanztransaktionen.

Die Kampagne richtet sich gegen mehr als 20 Banking- und Wallet-Pakete sowie Kryptobörsen. In Indien registrierte der Sicherheitsanbieter Zimperium eine aktualisierte Version der GhostBat-Malware, die auf 60 Finanzanwendungen abzielt und Zugangsdaten über transparente Bildschirmoverlays abgreift.

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Gefahrenpotenzial für Firmennetzwerke und Betriebssysteme

Ähnliche Angriffsmuster bedrohen zunehmend Unternehmensumgebungen. In einem Sicherheitsbriefing stufte BlackBerry die Gefährdungslage mit dem Schweregrad 6 von 10 ein: Seit August 2026 kontaktieren Angreifer Beschäftigte über Telefonate und Firmen-Chats unter dem Vorwand, dem internen IT-Support anzugehören.

Der Sicherheitsdienstleister Arctic Wolf identifizierte im September 2026 gezielte Anrufe an Führungskräfte mit gefälschten Microsoft-365-Anmeldeseiten unter der Kennung PREY-0058, gefolgt von hunderten Vorfällen im Oktober 2026 über externe Teams-Chats.

Im September 2026 warnten zudem das FBI, das britische UK-NCSC und der niederländische Nachrichtendienst AIVD vor Akteuren, die vertraute Kontakte in Messenger-Diensten nachahmen. Ein EU-Bericht vom August 2026 dokumentierte bereits acht signifikante Fälle unbefugter Kontoübernahmen bei WhatsApp und Signal im Jahresverlauf.

Das Unternehmen Huntress dokumentierte zudem Fälle, in denen Angreifer Endgeräte durch Täuschung in fremde Mobile-Device-Management-Umgebungen wie Hexnode oder Rippling einbanden, um administrative Fernwartungzeuge zu installieren. Hierbei liege keine technische Schwachstelle der Verwaltungsdienste vor, sondern eine gezielte Manipulation bei der Registrierung.

Auf Betriebssystemebene warnte die vietnamesische ABBank vor der Schadsoftware DarkSword, die Schwachstellen in den Versionen iOS 18.4 bis 18.7 ausnutzt. Hierbei genüge bereits der Aufruf einer manipulierten Internetseite im Safari-Browser ohne Installation, um Passwörter und gespeicherte Daten zu entwenden.

Mehrere vietnamesische Finanzinstitute wie VietinBank, Vietcombank, BIDV, Agribank und ACB gaben seit Ende Oktober 2026 Warnungen an Kunden heraus und empfahlen zeitnahe Systemaktualisierungen.