Die Täter nutzen manipulierte Rufnummern und kombinieren Phishing-Nachrichten mit persönlichen Anrufen. Besonders betroffen: Senioren, die oft ihr gesamtes Erspartes verlieren.
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Falsche Bankmitarbeiter erbeuten 11.400 Euro
In Weimar wurde Mitte Juni eine 74-jährige Frau Opfer einer perfiden Masche. Die Täter schickten zunächst eine SMS mit einer angeblichen Sicherheitswarnung. Im anschließenden Telefonat erlangten sie Zugriff auf die Banking-App der Frau. Der Schaden: 11.400 Euro.
Ähnlich erging es einem Ehepaar im Salzlandkreis. Die Betrüger gaben vor, verdächtige Kontobewegungen festgestellt zu haben. Die Opfer bestätigten mehrere TAN-Freigaben – und verloren einen fünfstelligen Betrag.
Besonders tückisch: Die Täter nutzen Call-ID-Spoofing. Auf dem Display der Angerufenen erscheint die echte Telefonnummer der Hausbank. Die Sparkassen warnen zudem vor Phishing-Mails, die auf gefälschte Webseiten locken. Dort eingegebene Daten nutzen Kriminelle, um fremde Endgeräte für Online-Banking freizuschalten.
Schockanrufe: Gold, Schmuck und Bargeld
Neben dem Bankbetrug setzen Kriminelle auf emotionale Erpressung. In München-Planegg übergab eine über 80-jährige Frau Gold und Schmuck im Wert eines sechsstelligen Betrags. Die Täterin behauptete am Telefon, die Stieftochter sei schwer erkrankt und brauche dringend Geld für eine Therapie.
In München-Hasenbergl erbeuteten Betrüger einen fünfstelligen Barbetrag von einer über 90-jährigen Frau. Diesmal erfand der Anrufer einen tödlichen Verkehrsunfall der Tochter in Griechenland.
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Auch in Osnabrück, im Landkreis Wetterau und in Nordhessen schlugen die Täter zu. Teilweise führen sie die Gespräche auf Russisch. In einem Fall gab sich der Anrufer als Polizist aus.
Die Justiz geht verstärkt gegen die Strukturen vor. Das Landgericht Trier verurteilte Mitte Juni einen Mann zu drei Jahren und sechs Monaten Haft. In Düsseldorf läuft ein Prozess gegen eine mutmaßliche Bande, die sich als Bankmitarbeiter ausgab und Schmuck von Verstorbenen erbeutet haben soll.
64 Millionen Warnungen – und die Gefahr wächst
Mobilfunkanbieter setzen auf automatisierte Filtersysteme. Vodafone meldet: Ein spezieller Spam-Warner zeigte im ersten Jahr über 64 Millionen Warnungen an. Täglich sind es rund 185.000 Hinweise. 83 Prozent dieser Spam-Anrufe stammen aus dem deutschen Netz.
Branchenexperten warnen zudem vor Deepfake-Technologien. Damit können Kriminelle Stimmen von Angehörigen imitieren.
Aktuell kursieren auch betrügerische SMS, die einen angeblichen „Klimabonus“ versprechen. Die staatliche Leistung ist jedoch bereits im Vorjahr ausgelaufen. Sicherheitsbehörden raten dringend davon ab, den Links zu folgen.
Die Polizei rät: Bei verdächtigen Anrufen sofort auflegen und unter der selbst recherchierten Nummer der Bank oder Polizei Rücksprache halten. Banken fordern niemals telefonisch zur Herausgabe von TAN-Codes auf. Und die Polizei verlangt niemals die Übergabe von Bargeld oder Wertsachen an der Haustür.

