Betrugswelle: Gefälschte Rechnungen à 200 Euro aus Hongkong

Verbraucherzentrale warnt vor Zahlungsaufforderungen einer Hongkonger Firma für nie bestellte digitale Dienste.

Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg hat eine offizielle Warnung vor einer neuen, großangelegten Betrugswelle herausgegeben. Im Zentrum der Masche stehen gefälschte Rechnungen, die ihren Ursprung offenbar in Hongkong haben. Verbraucher werden darin zur Zahlung von Beträgen für Dienstleistungen aufgefordert, die sie nach Angaben der Verbraucherschützer nie bestellt haben.

In den letzten Tagen häuften sich Berichte über Zahlungsaufforderungen, die im Namen einer Firma Margot Brands Ltd. mit Sitz in Hongkong versendet werden. Die Rechnungen belaufen sich jeweils auf eine Summe von 200 Euro. Den Empfängern wird vorgeworfen, verschiedene digitale Dienste in Anspruch genommen zu haben. Dazu zählen unter anderem ein Ernährungscoaching, ein Abonnement für Horoskope, die Nutzung eines KI-Bots sowie die Dienste eines Menstruationscoaches.

Perfide Taktik bei Widersprüchen

Die Hintermänner der Betrugsmasche gehen dabei äußerst koordiniert vor. Die Verbraucherzentrale wies darauf hin, dass die Betrüger in Fällen, in denen Betroffene der Rechnung widersprechen, versuchen, den Druck zu erhöhen. Den Empfängern würden dann angebliche Beweise vorgelegt, die den Abschluss eines rechtsgültigen Vertrages belegen sollen. Diese Dokumente seien jedoch manipuliert oder frei erfunden, um die Opfer zur Zahlung der 200 Euro zu bewegen.

Besonders besorgniserregend ist eine weitere Eskalationsstufe der Täuschung: In einigen Fällen geben sich die Betrüger sogar direkt als Mitarbeiter der Verbraucherzentrale aus. Durch diesen Identitätsdiebstahl versuchen sie, eine künstliche Autorität aufzubauen und das Vertrauen der Betroffenen zu missbrauchen, um die unberechtigten Forderungen der Margot Brands Ltd. doch noch einzutreiben.

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Datenlecks als wahrscheinliche Quelle

Hinsichtlich der Herkunft der Kontaktdaten der Betroffenen gibt es bereits erste Vermutungen. Die Verbraucherzentrale geht davon aus, dass die Namen und Adressen der kontaktierten Personen vermutlich aus früheren Datenlecks stammen. Solche illegal erworbenen Datensätze ermöglichen es Kriminellen, ihre Schreiben gezielt und persönlich adressiert zu versenden, was die vermeintliche Seriosität der Rechnungen auf den ersten Blick erhöht.

Rechtsexperten raten dazu, Ruhe zu bewahren und keinesfalls voreilig Überweisungen zu tätigen. Da den Forderungen keine tatsächliche Bestellung oder vertragliche Vereinbarung zugrunde liege, bestehe auch keine rechtliche Verpflichtung zur Zahlung.

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Handlungsempfehlungen für betroffene Verbraucher

Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg empfiehlt ein klares Vorgehen im Umgang mit den Schreiben der Margot Brands Ltd.:

  • Ignorieren: In vielen Fällen ist es ausreichend, die unberechtigten Forderungen schlicht zu ignorieren und nicht auf die Schreiben zu reagieren.
  • Schriftlicher Widerspruch: Wer sich unsicher ist oder eine formale Klärung wünscht, sollte der Rechnung schriftlich widersprechen. Dabei sollte klargestellt werden, dass kein Vertrag abgeschlossen wurde und die Forderung vollumfänglich zurückgewiesen wird.
  • Keine Zahlung leisten: Es wird dringend davor gewarnt, die geforderten 200 Euro zu bezahlen, da eine Rückforderung von Geldern, die an Unternehmen mit Sitz im Ausland (hier Hongkong) überwiesen wurden, in der Praxis oft aussichtslos ist.

Verbraucherschützer beobachten die Entwicklung weiterhin genau, da die Kombination aus gefälschten Rechnungen und der gleichzeitigen Impersonation von Schutzorganisationen eine neue Qualität im Bereich des Online-Betrugs darstellt. Wer bereits Zahlungen geleistet hat, sollte sich umgehend an eine Beratungsstelle wenden oder rechtlichen Beistand suchen.