Betrugswelle: KI-Phishing um 500% gestiegen – 86% der Angriffe

KI-gestützter Telefonbetrug steigt rasant: 86 Prozent aller Phishing-Angriffe basieren auf Künstlicher Intelligenz. Opferverluste erreichen neue Höchststände.

Rund 86 Prozent aller Phishing-Angriffe basieren inzwischen auf Künstlicher Intelligenz. Das zeigt eine aktuelle Anhörung vor dem US-Kongress. Demnach ist KI-gestützter Betrug innerhalb eines Jahres um 500 Prozent gestiegen.

Die Zahlen sind alarmierend: Während klassische Phishing-Methoden nur bei etwa 12 Prozent der Versuche erfolgreich sind, liegt die Quote bei KI-basierten Angriffen bei 54 Prozent. Experten führen den drastischen Anstieg auf die gesteigerte Qualität und Geschwindigkeit der Angriffe zurück.

Anzeige

Angesichts der rasanten Zunahme von KI-gestützten Betrugsversuchen ist der Schutz des eigenen Smartphones wichtiger denn je. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt Ihnen in 5 einfachen Schritten, wie Sie Ihr Gerät effektiv gegen Hacker und Viren absichern. Kostenlosen Sicherheits-Ratgeber für Android-Smartphones herunterladen

Täter nutzen präzise Daten für perfide Täuschung

Die Betrüger setzen zunehmend auf Detailwissen. In Nordhessen kontaktierten Täter Seniorinnen unter Nennung ihrer exakten Wohnadressen. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Angreifer gezielt Telefonbucheinträge nach traditionellen Vornamen filtern – um besonders verwundbare Zielgruppen zu treffen.

Die Schadenssummen erreichen neue Höchststände. In Wuppertal verlor eine 92-Jährige Mitte Juni einen sechsstelligen Betrag durch einen Schockanruf. In Gera wurde ein 66-Jähriger um 70.000 Euro betrogen – der Anrufer gab sich als Bankmitarbeiter aus.

Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt hat nun Anklage gegen zwei 22-Jährige erhoben. Sie sollen unter anderem eine 81-jährige Rentnerin um 176.000 Euro gebracht haben. Der Vorwurf: gewerbs- und bandenmäßiger Betrug.

Deepfakes und Boss Scam: Auch Unternehmen sind betroffen

Manager stehen ebenfalls im Visier der Täter. Rund 73 Prozent der Führungskräfte gaben an, bereits mit KI-gestütztem Phishing konfrontiert worden zu sein. Besonders lukrativ ist der sogenannte Boss Scam: Dabei kapern Betrüger die Accounts von Führungskräften, um Zahlungen zu autorisieren.

Die Schäden durch solche Business Email Compromise-Fälle beliefen sich im vergangenen Jahr auf rund 2,8 Milliarden Euro. Ein spektakulärer Fall zeigt, wie realistisch die Täuschung sein kann: Ein Mitarbeiter des Unternehmens Arup überwies rund 23 Millionen Euro – nach einer Videokonferenz, in der Vorgesetzte täuschend echt per Deepfake nachgeahmt wurden.

Anzeige

Besonders perfide psychologische Tricks und CEO-Fraud gefährden heute die Sicherheit ganzer Firmenbelegschaften. Ein neuer Gratis-Report enthüllt die aktuellen Methoden der Cyberkriminellen und zeigt Unternehmen in 4 Schritten den Weg zur erfolgreichen Hacker-Abwehr. Anti-Phishing-Paket für Unternehmen jetzt gratis anfordern

Laut Marktforschern von Gartner haben bereits 62 Prozent der untersuchten Organisationen Erfahrungen mit Deepfake-Vorfällen gesammelt.

Neue Schutzmechanismen und klare Rechtslage

Die Technologiebranche reagiert auf die wachsende Bedrohung. Google rollt derzeit eine Funktion zur Erkennung betrügerischer Anrufe für Android-Smartphones aus. Die „Fake Call Detection“ soll verdächtige Gesprächsmuster in Echtzeit identifyzieren.

Auch Banken setzen verstärkt auf automatisierte Systeme zur Kontoverifizierung. Die Trefferquote bei der Identifizierung unberechtigter Transaktionen liegt laut Branchenangaben bei 96 Prozent.

Für Betroffene gibt es in Deutschland eine klare Rechtslage: Opfer nicht autorisierter Zahlungen haben grundsätzlich Anspruch auf Rückerstattung durch ihre Bank. Das Institut muss nachweisen, dass der Kunde grob fahrlässig gehandelt hat, um die Haftung abzulehnen.

Urteile des Bundesgerichtshofs vom Sommer 2025 haben die Position der Verbraucher weiter gestärkt. Experten raten Opfern, unberechtigte Lastschriften zeitnah zu prüfen – Rückbuchungen sind je nach Fall zwischen acht Wochen und 13 Monaten möglich.