Betrugswelle vor WM: Seniorin verliert 100.000 Euro am Telefon

Verbraucherschützer und Polizei warnen vor zunehmenden Betrugsmaschen rund um WM-Tickets, Schockanrufe und Phishing-Angriffe in Deutschland.

Die Maschen reichen von gefälschten WM-Tickets über Schockanrufe bis zu professionellen Phishing-Angriffen.

Gefälschte Tickets und Fake-Shops zur WM

Die Verbraucherzentrale Sachsen warnt Anfang Juni vor zunehmenden Betrugsversuchen rund um die Fußball-Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada. Besonders inoffizielle Ticketbörsen stehen im Fokus. Sie bieten häufig personengebundene Tickets an, die offiziell nicht übertragbar sind.

„Käufern droht bei solchen Plattformen der Zutritt zu den Stadien verweigert zu werden“, sagt Beate Saupe von der Verbraucherzentrale Sachsen.

Parallel häufen sich Berichte über Fake-Shops für Fanartikel und Reiseangebote. Bei Vorkasse-Zahlungen droht Verbrauchern der Erhalt minderwertiger Plagiate oder der Totalverlust. Die Experten raten: Vor der Bestellung das Impressum prüfen und Preisangebote kritisch hinterfragen.

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Seniorin verliert 100.000 Euro durch Schockanruf

Ein besonders schwerer Fall von Telefonbetrug kommt aus Thüringen. In Schmalkalden übergab eine Seniorin Anfang Juni 100.000 Euro an Unbekannte. Die Täter gaben sich am Telefon als Angehörige aus und behaupteten, das Geld werde für ein lebensnotwendiges Medikament für ihren angeblich schwerkranken Sohn benötigt.

Auch im Landkreis Gotha und im Ilm-Kreis registriert die Polizei vermehrt Versuche, Senioren durch vorgetäuschte tödliche Verkehrsunfälle von Angehörigen zur Herausgabe von Vermögenswerten zu bewegen.

Parallel warnt die Bundesnetzagentur vor einer neuen Welle betrügerischer Anrufe im Namen von PayPal. Bandansagen fordern die Angerufenen auf, eine Taste zu drücken, um eine angebliche Zahlung von 588 Euro zu stoppen. Die Behörde empfiehlt: Sofort auflegen – keine Tastenbestätigung vornehmen.

Digitale Betrugsfälle steigen rasant

Die Kriminalstatistik belegt einen allgemeinen Anstieg der Delikte im Zahlungsverkehr. Das Bundeskriminalamt registrierte für 2025 rund 96.400 Fälle von Betrug im Zusammenhang mit Konten und Zahlungskarten – ein Plus von fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr.

In der Schweiz stieg die Zahl der Phishing-Fälle im gleichen Zeitraum sogar um 25 Prozent auf 7.409 gemeldete Vorfälle. Besonders betroffen war der Gesundheitssektor mit über 600 Vorfällen, darunter zahlreiche Ransomware-Attacken.

Finanzinstitute wie die Sparkassen reagieren mit verstärkten Investitionen in Sicherheitssysteme und Künstliche Intelligenz zur Betrugserkennung. Experten der norwegischen Kommunikationsbehörde Nkom betonen: Die Sommerzeit birgt ein erhöhtes Risiko, da Verbraucher durch Urlaubsgelder und geringere Wachsamkeit anfälliger für digitale Betrugsversuche sind.

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Sicherheitslücken in Apps und Handwerker-Tricks

Neben digitalen Angriffen warnen Sicherheitsforscher vor Schwachstellen in mobilen Anwendungen. In einem aktuellen Test konnten KI-Agenten sensible Nutzerdaten aus einer App auslesen – weil Firebase-Zugangsdaten unverschlüsselt in den Dateien hinterlegt waren.

Auch im analogen Bereich bleibt die Gefahr hoch. In Schwetzingen zahlte eine Anwohnerin fast 3.000 Euro an falsche Handwerker für eine nicht fachgerecht ausgeführte Rohrreinigung. Die Polizei rät: Bei handwerklichen Notdiensten stets auf Kostenvoranschläge bestehen. Bei sofortigen Forderungen nach Bar- oder Kartenzahlung vor Ort misstrauisch sein.

In Mönchengladbach warnt die Polizei zudem vor Trickdieben, die gezielt Bankkunden nach Bargeldabhebungen ablenken, um Geldbörsen zu entwenden.