Bildungsdigitalisierung: 250 Millionen Euro für neues Lernprogramm

Nach dem Auslaufen von 'lernen:digital' plant die Bundesregierung ein 250-Millionen-Euro-Nachfolgeprogramm zur digitalen Bildung.

Nach 3,5 Jahren Laufzeit endete das bundesweite Kompetenznetzwerk am 30. Juni 2026 – und hinterlässt eine Lücke, die neue Programme füllen sollen.

Vom Netzwerk zur Praxis: Der schwierige Transfer

Mehr als 500 Produkte für Schulen und Lehrerbildung entstanden während der Laufzeit. Doch Experten sehen ein grundlegendes Problem: Die Forschungsergebnisse kommen nur schleppend im Klassenzimmer an. Der Transfer von der Theorie in die Praxis bleibt die größte Hürde.

Ein Nachfolgeprogramm ist bereits in Planung. Die Bundesregierung will 250 Millionen Euro in die Initiative „Digitales Lehren und Lernen“ stecken. Das gemeinsame Projekt von Bund und Ländern soll digitale Werkzeuge und Methoden endgültig im deutschen Bildungssystem verankern.

EU setzt neue Maßstäbe für KI-Kompetenz

Parallel zu den nationalen Anstrengungen kommt Bewegung aus Brüssel. Die Europäische Kommission und die OECD veröffentlichten am 18. Juni 2026 den AI Literacy (AILit) Framework – einen gemeinsamen Referenzrahmen für KI-Bildung in Grund- und weiterführenden Schulen.

Das Framework umfasst vier Dimensionen und 19 konkrete Kompetenzen. Es liefert Unterrichtsbeispiele, wie sich KI-Themen in den normalen Lehrplan integrieren lassen. Der Rahmen unterstützt den EU-Aktionsplan für digitale Bildung – und könnte zum Standard für deutsche Schulen werden.

IKT-Arbeitsmarkt im Spannungsfeld

Der deutsche Arbeitsmarkt für Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) zeigt ein widersprüchliches Bild. Einerseits brachen die Stellenausschreibungen 2025 massiv ein: Mit 13.000 Anzeigen lag die Zahl 22 Prozent unter dem Vorjahr. Die Arbeitslosenquote in der Branche stieg von 3,7 auf 4,5 Prozent.

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Gleichzeitig wuchs die Zahl der IKT-Beschäftigten um zwei Prozent auf 1,15 Millionen. Besonders bemerkenswert: 171.000 ausländische Fachkräfte arbeiten inzwischen in der deutschen IT-Branche, darunter 31.000 aus Indien.

Die Botschaft der Arbeitsmarktexperten ist klar: Die allgemeine Nachfrage mag schwächeln, doch der Bedarf an hochspezialisierten Experten steigt – angetrieben durch KI-Integration und Digitalisierung in allen Branchen.

Digitale Souveränität auf Länderebene

Mecklenburg-Vorpommern geht mit gutem Beispiel voran. Das Land rollt die Kollaborationsplattform Nextcloud für seine Landesverwaltung aus. Aktuell nutzen 5.000 Mitarbeiter das System, das Ziel liegt bei 50.000 Nutzern. Ergänzt wird die Plattform durch OpenProject und einen speziellen KI-Chatbot.

Volkshochschulen als Treiber der Digitalbildung

Die Erwachsenenbildung reagiert auf den wachsenden Bedarf. Der Deutsche Volkshochschul-Verband (DVV) startete am 2. Juli 2026 Orientierungskurse für Geflüchtete – in deren Muttersprachen, um die Integration zu erleichtern.

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Die Volkshochschulen setzen für das Herbstsemester 2026 klare Schwerpunkte. Die VHS Schaumburg, Bremerhaven und Kaiserslautern veröffentlichten Anfang Juli ihre Programme. KI, Digitalisierung und digitaler Medienkonsum stehen im Fokus.

Die VHS Schaumburg betont: Es geht darum, Bürger zu befähigen, die digitalisierte Gesellschaft aktiv mitzugestalten. Die VHS Grafschaft Bentheim bietet bereits für Juli 2026 spezielle Kurse zum Umgang mit digitalen Nachrichten an.