Bing-Suche: Microsoft bietet erste Kontrolle über KI-Zusammenfassungen

Microsoft führt Browser-Erweiterung zur Deaktivierung von KI-Suchergebnissen ein und verbessert Copilot-Qualität durch Archivierungsfunktion.

Neue Browser-Erweiterung gegen KI-Überflutung

Seit dem 12. Juni 2026 stellt Microsoft die Erweiterung „Bing AI Search Choice Preview“ bereit. Sie erlaubt es Anwendern, die KI-generierten Zusammenfassungen in den Bing-Suchergebnissen komplett zu deaktivieren. Wer die Erweiterung installiert, sieht keine Copilot-gesteuerten Antworten mehr – muss aber weiterhin Bing als Standardsuchmaschine nutzen.

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Für Nutzer, die keine zusätzliche Software installieren möchten, gibt es einen einfacheren Weg: Der Suchparameter „-ai“ am Ende der Suchanfrage filtert sämtliche KI-Inhalte aus den Ergebnissen heraus.

Microsoft-Manager Jordi Ribas betont: „Nicht jeder Nutzer möchte bei jeder Suche mit künstlicher Intelligenz interagieren.“ Sein Kollege Michael Schechter ergänzt, das Unternehmen teste derzeit, wie stark die Nachfrage nach solchen Kontrollmöglichkeiten tatsächlich sei. Branchenbeobachter hatten zuvor berichtet, dass konkurrierende Suchdienste ohne KI-Funktionen zuletzt deutlich mehr Nutzer anzogen.

Copilot-Ausfälle erschüttern das Vertrauen

Die Einführung der neuen Kontrollen kommt zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt – zumindest was die Zuverlässigkeit der Microsoft-KI betrifft. Am 11. Juni 2026 fiel Copilot für drei bis vier Stunden komplett aus. Ursache war ein fehlerhaftes Software-Update, das die Authentifizierungsebene des Dienstes lahmlegte.

Es war bereits der dritte größere Ausfall innerhalb weniger Wochen. Schon Ende Mai und am ersten Juni-Tag hatte es ähnliche Störungen gegeben.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Im ersten Quartal 2026 lag die Verfügbarkeit von Copilot bei 99,526 Prozent – der niedrigste Wert für einen Microsoft-Kerndienst seit 2013. Bislang bietet Microsoft für Copilot keine garantierte Verfügbarkeit (SLA) an. Genau das soll einige Großkunden aus den Fortune-500-Unternehmen dazu bewegen, die Technologie nur zögerlich auszurollen.

Archivierte Daten verbessern KI-Qualität

Parallel zu den Suchoptionen arbeitet Microsoft an der Qualität der KI-Antworten selbst. Mit der öffentlichen Vorschau von Microsoft 365 Archive – gestartet im Frühjahr – führt das Unternehmen eine dateibasierte Archivierung für SharePoint ein.

Der entscheidende Vorteil: Archivierte Dokumente werden automatisch aus dem Copilot-Index entfernt. „Alte“ oder „kalte“ Daten verschwinden aus dem aktiven Suchbereich. Das soll die Genauigkeit und Relevanz der KI-Antworten deutlich steigern. Der Cold-Storage-Tarif ist zudem bis zu 75 Prozent günstiger als herkömmlicher Speicher – und verlangt keine Reaktivierungsgebühren für einzelne Dateien.

KI für die Bildung: Neue Tools für Studierende

Ebenfalls am 12. Juni 2026 erweiterte Microsoft sein Bildungsangebot. Die Funktionen Copilot Notebooks und Study Guide stehen nun allen Microsoft-365-Education-Nutzern mit A1-, A3- und A5-Lizenzen zur Verfügung.

Die Tools – für Bildungskunden ab 13 Jahren ohne Aufpreis nutzbar – erstellen automatisch Lernmaterialien, Mindmaps und Zusammenfassungen. Zeitgleich startete die Funktion Overview Page, die akademische Inhalte auf den Punkt bringt.

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Datenschutz und Sicherheit im Fokus

Microsoft bereitet zudem die allgemeine Verfügbarkeit von Microsoft Places für Mitte 2026 vor. Die Software aktualisiert automatisch die Arbeitsorte in Teams und Outlook – mithilfe von WLAN- und GPS-Daten. IT-Administratoren müssen daher Zugriffsrechte und Datenschutzeinstellungen überprüfen, insbesondere mit Blick auf die DSGVO.

Am Patch Tuesday (11. Juni) schloss Microsoft 49 Sicherheitslücken. Darunter kritische Schwachstellen in WLAN-Treibern sowie eine Spoofing-Lücke in Microsoft Teams. Für KI-Entwickler gibt es seit dem 1. Juni 2026 eine Vorschau auf Azure Container Apps Sandboxes – hardware-isolierte Umgebungen für sicheres Ausführen von nicht vertrauenswürdigem Code.