Bitchat in Indien: Apple entfernt Messenger auf Anordnung von MeitY

Die indische Behörde ließ Bitchat sperren; die IFF verlangt Transparenz, eine Anhörung des Entwicklers und eine Rücknahme der Maßnahme.

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Apple hat den dezentralen Messenger Bitchat auf Anordnung des indischen Ministeriums für Elektronik und Informationstechnologie (MeitY) aus dem indischen App Store entfernt. Das berichtete ndtv.com am 3. Oktober 2026. Als Begründung gab Apple an, die App enthalte in Indien illegale Inhalte. Die Anordnung stützt sich auf Section 69A des IT Act 2000, der es Behörden erlaubt, den Zugang zu Online-Inhalten zu blockieren.

Blocking-Order bleibt geheim

Laut Berichten von hindustantimes.com verlangte die Anordnung, die App in Indien für drei Tage zurückzuhalten. Die eigentliche Blocking-Order wurde jedoch nicht veröffentlicht, ein konkreter Grund für die Maßnahme nicht genannt. Die Entfernung stoppt laut scroll.in lediglich neue Downloads und Sicherheitsupdates, löscht die App aber nicht von bereits installierten Geräten.

Die TestFlight-Version ist in Indien nicht mehr verfügbar, in anderen Ländern bleibt Bitchat weiterhin erhältlich. Auch Google soll Berichten von hindustantimes.com zufolge eine ähnliche Anordnung für den Play Store erhalten haben; Bitchat ist demnach auch dort in Indien nicht auffindbar.

Bitchat ist ein Open-Source-Messenger, der über ein dezentrales Bluetooth-Mesh-Netzwerk mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung funktioniert – ganz ohne Internet, SIM-Karte, Telefonnummer, Server oder Nutzerkonten, wie outlookindia.com beschreibt. Die Android-Version lässt sich sogar direkt von Gerät zu Gerät installieren, ohne Internetzugang oder Google Play.

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Vorgeschichte: GitHub-Sperrung und Proteste

Die aktuelle Maßnahme ist nicht die erste behördliche Reaktion auf Bitchat in Indien. Bereits im Juli hatte das Indian Cyber Crime Coordination Centre (I4C) des Innenministeriums die Entfernung der Bitchat-Repositories von GitHub angeordnet, laut einer Notice vom 23. Juli 2026. Begründet wurde dies mit dem Risiko, dass die App trotz Internetsperren Kommunikation ermögliche und von „anti-nationalen Elementen“, Terrororganisationen, organisierter Kriminalität und Cyberkriminellen genutzt werden könne. Die Behörde verwies dabei auf mutmaßliche Verstöße gegen mehrere Paragrafen des IT Act.

Anlass der damaligen Anordnung war laut livemint.com die Nutzung von Bitchat bei Protesten der Cockroach-Janta-Party am Jantar Mantar, bei denen die App trotz bestehender Internet-Beschränkungen Kommunikation ermöglichte. Die I4C-Notices richteten sich damals auch gegen die Messenger Briar und Bridgefy und wurden nach öffentlicher Offenlegung zurückgezogen.

Die Delhi Police untersuchte im selben Zusammenhang verschlüsselte Bitchat-Chats, wie outlookindia.com berichtete. Erst Anfang Oktober 2026 galt im Zuge von Protesten gegen Wahlkommissar Gyanesh Kumar erneut eine zwölfstündige Internet-Abschaltung im Umkreis von Jantar Mantar.

Kritik der Internet Freedom Foundation

Die Internet Freedom Foundation (IFF) bezeichnete die Apple-Entfernung als verfassungswidrig. Section 69A erlaube die Blockierung rechtswidriger Inhalte, nicht aber die Sperrung eines gesamten Messengers wegen seiner Funktionsweise während Internet-Shutdowns, so die Organisation laut livemint.com.

Die IFF stellte vier konkrete Forderungen auf: MeitY solle die Blocking-Order, den Grund sowie das Protokoll des zuständigen Komitees veröffentlichen und dem Entwickler eine Anhörung gewähren; die Anordnung solle zurückgezogen und stattdessen gezielte Verfahren statt vollständiger App-Entfernung angewendet werden; Apple müsse die behördliche Anfrage in seinem Transparenzbericht offenlegen und betroffene Nutzer informieren; zudem forderte die IFF eine Reform der Blocking Rules von 2009. Die Organisation kündigte zudem RTI-Anträge an und verwies laut newsdrum.in darauf, dass Apple Bitchat bislang nur in einem weiteren Land entfernt habe: in China, im April 2026.

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Nicht alle Stimmen bewerten den Schritt kritisch. Der Kommentator Abhinav Agarwal nannte die Entfernung laut newsdrum.in einen guten, willkommenen und notwendigen Schritt. Öffentlich gemacht wurde die Entfernung ursprünglich über einen Beitrag von Jack Dorsey auf X, wie ndtv.com berichtete.