Ein Entwickler hat gezeigt, dass sich Bitcoin-Werte über Apples Find-My-Netzwerk übertragen lassen, ohne dass das sendende Gerät über eine eigene Internetverbindung verfügt. Die Demonstration nutzt die eCash-Technologie Cashu und missbraucht dafür die Infrastruktur, die Apple eigentlich für die Ortung von AirTags und verlorenen Geräten bereitstellt.
So funktioniert die Übertragung
Grundlage des Experiments ist ein offline betriebenes ESP32-Mikrocontroller-Gerät, das Cashu-eCash-Token per Bluetooth als AirTag-ähnliche Signale aussendet. Vorbeikommende iPhones nehmen diese Signale wahr und leiten sie unwissentlich über Apples Find-My-Dienst weiter. Der Empfänger kann die Daten anschließend über ein eigenes Apple-Konto wieder zusammensetzen.
Technisch ist das Verfahren aufwendig: Pro Signal werden lediglich 2 Bit übertragen, sodass ein typischer Token weit über 1.000 Aussendungen benötigt, bis er vollständig beim Empfänger angekommen ist. Die Dokumentation zu dem Projekt empfiehlt deshalb ausdrücklich nur geringe Giveaway-Beträge, da die Übertragung langsam, inoffiziell und ohne jede Zustellgarantie ablaufe.
Sicherheitslücken und offene Fragen
Ein zentrales Problem des Verfahrens liegt in der fehlenden Verschlüsselung: Sowohl die Token selbst als auch die zugehörigen Abruf-IDs sind öffentlich einsehbar. Wer einen Token abfängt, kann ihn ausgeben – ein Umstand, der das Experiment auf kleine, symbolische Beträge beschränkt.
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Zudem basiert der Empfang auf einer inoffiziellen Schnittstelle zu Apples System, die das Unternehmen jederzeit ändern könnte, womit die Methode technisch fragil bleibt. Laut einem Bericht von tokenpost.com vom 1. Oktober 2026 wurden Übertragungsdistanz, Zuverlässigkeit und das genutzte Empfänger-Wallet öffentlich bislang nicht bestätigt.
Der Cashu-Entwickler, der unter dem Namen @callebtc auftritt, stellte laut demselben Bericht klar, dass die Demonstration keine offizielle Unterstützung durch Apple belege. Es handelt sich um einen experimentellen Übertragungskanal, der fremde Infrastruktur für einen nicht vorgesehenen Zweck nutzt – kein von Apple sanktioniertes Feature.
Apples Netzwerk als unfreiwilliger Kanal
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Apple selbst gibt an, dass sein Find-My-Netzwerk mehr als 1 Milliarde Geräte umfasst und dabei übertragene Informationen anonymisiert sowie verschlüsselt werden, wie tokenpost.com berichtete. Das Experiment zeigt jedoch, dass die schiere Größe und Verbreitung dieses Netzwerks auch als improvisierter Datenkanal für völlig andere Anwendungen dienen kann – in diesem Fall für Kryptowährungstransfers abseits klassischer Internetverbindungen.
Risiken des Cashu-Protokolls
Unabhängig von der Übertragungsmethode verweist der Bericht auf grundsätzliche Eigenschaften des Cashu-Protokolls: Die Token beruhen auf dem Bitcoin-Vermögen eines sogenannten Mints, und eine Einlösung über einen anderen Mint oder via Lightning-Netzwerk erfordert stets die Beteiligung dieses Mints.
Cashu selbst bezeichnet sein Protokoll und die zugehörigen Wallets als in einer frühen Entwicklungsphase. Nutzer tragen demnach das Risiko, dass Token verloren gehen, beschädigt werden oder der Mint eine Rückzahlung verweigert.
Kein Markt-Ereignis
Trotz des technischen Aufsehens, das die Demonstration in Entwicklerkreisen ausgelöst hat, handelt es sich ausdrücklich nicht um ein Markt- oder Kursereignis. Der Bitcoin-Preis blieb von dem Experiment unberührt – es dokumentiert einen neuen, wenn auch stark eingeschränkten Übertragungsweg für digitale Werte, nicht aber eine neue Zahlungsinfrastruktur mit praktischer Relevanz für den Massenmarkt.

