Kryptomärkte geraten in Panikverkäufe, nachdem US-Präsident Trump neue Globalzölle ankündigt. Der Kurs von Bitcoin brach zu Wochenbeginn um über fünf Prozent ein.
Die Verunsicherung an den globalen Finanzmärkten schlägt voll auf die Kryptobranche durch. Zu Wochenbeginn stürzte Bitcoin unter die Marke von 65.000 US-Dollar – ein Tiefstand seit Anfang Februar. Der Leitindex für Stimmung, der Crypto Fear & Greed Index, fiel auf nur noch 5 Punkte und signalisiert damit „extreme Angst“. Auslöser ist eine überraschende Handelspolitik-Offensive aus Washington, die Anleger in den Risikoausstieg treibt.
Ein Wochenende der Volatilität: Gericht kippt, Trump erhöht
Die Wurzeln der Turbulenzen liegen in einem atemberaubenden politischen Doppelschlag. Am Freitag kippte der US Supreme Court mit 6 zu 3 Stimmen Trumps bisherige Zollpolitik. Das Gericht urteilte, die Verhängung flächendeckender Zölle per Notstandsgesetz sei unrechtmäßig. Zölle im Wert von schätzungsweise 180 Milliarden Euro waren damit hinfällig.
Doch die Erleichterung an den Märkten währte nur Stunden. Noch am selben Tag kündigte die Regierung neue, pauschale Zölle von zunächst zehn Prozent an. Per Social Media erhöhte Trump diesen Satz bis Samstag auf das gesetzliche Maximum von 15 Prozent. Diese schnelle Kehrtwende ersetzte ein umstrittenes Handelshindernis durch ein neues – und trieb die Unsicherheit auf die Spitze.
Krypto-Märkte als Frühindikator für Panik
Der non-stop Handel mit Digitalwährungen zeigte sofort, wie Anleger auf die neue Lage reagieren. Nach der endgültigen Ankündigung am Samstag brach der Bitcoin-Kurs zu Wochenbeginn in Asien massiv ein. Innerhalb kurzer Zeit verlor die wichtigste Kryptowährung über fünf Prozent und fiel auf rund 64.300 Dollar.
Der Abverkauf war breit: Auch Ether, die zweitgrößte Digitalwährung, verlor mehr als fünf Prozent. Insgesamt wurden binnen 24 Stunden Long-Positionen im Wert von über 300 Millionen US-Dollar glattgestellt. Die Liquidationswelle trieb die Märkte tiefer in den Angstmodus.
Stresstest für die „digitales Gold“-These
Die jüngsten Ereignisse stellen die viel zitierte Rolle von Bitcoin als sicheren Hafen oder „digitales Gold“ erneut infrage. Während der Goldpreis nach den Nachrichten zulegte, bewegte sich Bitcoin klar wie eine Risikoaktie nach unten.
Einige Analysten sehen hierin ein bekanntes Muster: Zölle können langfristig inflationsfördernd wirken – was Bitcoin eigentlich zugutekommen sollte. Die unmittelbare Reaktion ist jedoch anders: Die akute Verunsicherung und die Sorge vor einer globalen Wachstumsbremse veranlassen Investoren zum De-Risking. In solchen Phenen werden riskante Anlagen wie Kryptowährungen zuerst abgestoßen.
Was die neuen Zölle bedeuten – und wie lange sie gelten
Trotz der Marktturbulenzen bringt die neue Regelung für manche Länder sogar Erleichterung. Der pauschale Satz von 15 Prozent liegt für sie unter den zuvor gezielten, höheren Sätzen.
Allerdings ist die Maßnahme zeitlich begrenzt. Die auf Grundlage des Handelsgesetzes von 1974 verhängten Zölle laufen nach 150 Tagen automatisch aus – es sei denn, der Kongress verlängert sie. Das setzt eine neue politische und markttechnische Zäsur für Ende Juli 2026.
Die US-Regierung hat zudem signalisiert, weitere, sektorspezifische Zölle auf anderen rechtlichen Wegen vorzubereiten. Die handelspolitische Volatilität dürfte also ein dauerhaftes Thema bleiben.
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Ausblick: Erhöhte Wachsamkeit und Korrelation
Für die Kryptomärkte bedeutet dies erhöhte Alarmbereitschaft. Händler beobachten nun mögliche Vergeltungsmaßnahmen anderer Nationen und die konkrete Umsetzung der US-Politik. Der jüngste Kursrutsch hat Bitcoin an wichtige technische Unterstützungsniveaus gebracht. Ein Bruch dieser Marken, so warnen einige Charttechniker, könnte einen „finalen Abschwung“ einleiten.
Die Episode unterstreicht erneut die wachsende Korrelation der Kryptomärkte mit dem traditionellen Finanzsystem. Je stärker digitale Assets in die globale Finanzarchitektur integriert werden, desto mehr spiegeln ihre Kurse auch die Ängste und politischen Schocks der Makroökonomie wider. Die Botschaft für Trader ist klar: Sie müssen sich auf anhaltende Volatilität einstellen.





