Der taiwanesische Nvidia-Partner Bizlink Holding kauft das Kommunikationsgeschäft von Interplex – ein milliardenschwerer Deal mit Signalwirkung für den KI-Markt. Der US-Finanzinvestor Blackstone verkauft die Sparte für umgerechnet rund 850 Millionen Euro in bar, zuzüglich einer möglichen Erfolgsbeteiligung von bis zu 50 Millionen Euro. Das gab der Vorstand des Unternehmens heute bekannt.
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Strategischer Coup im KI-Boom
Mit der Übernahme will sich Bizlink im globalen Wettlauf um KI-Infrastruktur und Rechenzentren besser positionieren. Das in Singapur ansässige Unternehmen Interplex Datacom (auch bekannt als Interplex ICT) stellt Hochleistungskomponenten her – darunter Steckverbinder und Stromschienen, die speziell für KI-Rechenzentren entwickelt wurden. Zum Portfolio gehören auch Netzwerkgehäuse, Serverkomponenten und Teile für Wearables.
Rund 1.900 Mitarbeiter beschäftigt Interplex Datacom an Standorten in China, Vietnam, Malaysia und Thailand. Der Umsatz lag in den zwölf Monaten bis Ende März 2026 bei etwa 392 Millionen Euro. Der Abschluss der Transaktion wird für die zweite Jahreshälfte 2026 erwartet. Bizlink finanziert den Kauf aus eigenen Mitteln sowie mit Unterstützung der Citigroup.
Beeindruckende Wachstumszahlen
Bizlink selbst hat sich zu einem Schwergewicht entwickelt. Die Marktkapitalisierung liegt bei umgerechnet rund 13,3 Milliarden Euro. Seit Jahresbeginn 2026 ist die Aktie um 42 Prozent gestiegen. Im ersten Quartal 2026 legte der Nettogewinn im Vergleich zum Vorjahr um 41 Prozent zu.
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Das Geschäftsjahr 2025 schloss Bizlink mit einem Umsatz von umgerechnet rund 2,2 Milliarden Euro ab – ein Plus von 30 Prozent. Dieser Trend setzt sich fort: In den ersten fünf Monaten 2026 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von rund 1,1 Milliarden Euro, ein Anstieg von 28,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Blackstone zieht sich zurück – mit gemischtem Ergebnis
Für Blackstone endet das Engagement bei Interplex ICT mit einem deutlichen Abschlag auf die ursprünglichen Erwartungen. Der Finanzinvestor hatte das Unternehmen im Januar 2022 für rund 1,6 Milliarden Dollar von Baring Private Equity Asia (heute BPEA EQT) übernommen. Nach der Akquisition wurde der Konzern umstrukturiert, unter anderem durch den Verkauf der Mobilitätssparte im Jahr 2023.
Noch im Januar 2026 hatte Blackstone Berichten zufolge eine Bewertung von über einer Milliarde Dollar für die ICT-Sparte angestrebt. Der nun vereinbarte Kaufpreis von 850 Millionen Dollar liegt rund 15 Prozent unter diesem Ziel. Die mögliche Erfolgsbeteiligung von 50 Millionen Dollar könnte den Gesamtwert jedoch auf bis zu 900 Millionen Dollar steigern.
Nach der heutigen Ankündigung wurde der Handel mit Bizlink-Aktien kurzzeitig ausgesetzt.

