Das Bundeskriminalamt hat eine bundesweite Öffentlichkeitsfahndung nach einem bislang unbekannten Tatverdächtigen im Zusammenhang mit dem versuchten Sprengstoffanschlag am Flughafen Leipzig/Halle eingeleitet. Dabei setzt die Behörde erstmals auf ein mittels künstlicher Intelligenz erstelltes Fahndungsbild, das über Plakate und Flyer verbreitet wird.
Nach Erkenntnissen der Ermittler waren insgesamt drei Personen an der Tat beteiligt. Während zwei Verdächtige bereits identifiziert werden konnten, richten sich die aktuellen Maßnahmen gezielt auf die Feststellung der Identität der dritten Person.
Auffällige Kleidung im Hochsommer
Das computergenerierte Bild zeigt eine schlanke Person in auffälliger Montur. Trotz hochsommerlicher Witterung trug die Person ein langärmliges schwarzes Outfit mit Kapuze, eine darunter getragene Baseballmütze, eine dicke Jacke sowie schwarze Handschuhe. Zudem gehörten eine dunkle lange Hose und ein großer schwarzer Rucksack zum Erscheinungsbild.
Nach Angaben der Ermittler war der Verdächtige im Zeitraum zwischen dem 31. Juli und dem 4. August 2026 mit einem schwarzen Elektrofahrrad im Raum Schkeuditz unterwegs. Das Bundeskriminalamt bringt die beobachtete Person auf dem Fahrrad direkt mit dem Drohnenvorfall in Verbindung.
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Im Rahmen der bisherigen Ermittlungen konnte ein Verbindungsweg zwischen Rabutz im Landkreis Nordsachsen und Beuditz in Sachsen-Anhalt als mutmaßlicher Startplatz für die Drohne lokalisiert werden. Darüber hinaus entdeckten die Beamten weitere mutmaßliche Tatmittel in der Nähe eines Industriegebiets zwischen Radefeld und Lützschena.
Zeugen, die Hinweise zu der gesuchten Person oder verdächtigen Wahrnehmungen geben können, werden gebeten, sich an die Sicherheitsbehörden zu wenden. Das Bundeskriminalamt hat hierfür die Telefonnummer 0611 55 18777 freigeschaltet.
Gefährlicher Fund auf dem Rollfeld
Hintergrund der intensiven Ermittlungen ist ein sicherheitsrelevanter Vorfall vom 4. August 2026. Zu später Stunde hatte ein Flughafenmitarbeiter auf der Südpiste des Airports eine am Boden liegende Drohne entdeckt. Das Fluggerät war mit dem Sprengstoff Semtex sowie einer Zündvorrichtung bestückt, detonierte jedoch nicht. Der Fundort befand sich in unmittelbarer Nähe geparkter ukrainischer Frachtmaschinen des Typs Antonow.
Am 6. August 2026 übernahm der Generalbundesanwalt das Verfahren. Die Ermittlungen richten sich unter anderem auf den Verdacht der versuchten Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion sowie den gefährlichen Eingriff in den Luftverkehr.
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Diplomatische Konsequenzen nach dem Vorfall
Das Ereignis führte zu erheblichen diplomatischen Spannungen. Anfang September 2026 machte die Bundesregierung staatliche Stellen in Russland für den Vorfall verantwortlich und ordnete Gegenmaßnahmen an, zu denen die Schließung des russischen Generalkonsulats in Bonn gehörte.
Die russische Seite wies jegliche Vorwürfe zurück und reagierte ihrerseits mit der Schließung von Goethe-Instituten in Deutschland. Der russische Botschafter Sergej Netschajew warf der Bundesregierung vor, den Vorfall in Leipzig aufzublähen und dadurch Ermittlungen rund um die Sabotage an den Nord-Stream-Pipelines auszuweichen.
Zudem erklärte Russlands Vertreter bei der OSZE, Dmitri Poljanski, dass selbst Geheimdienste innerhalb der NATO Zweifel an einer russischen Beteiligung an der Aktion hegten.

