Blutdruckmessung: Johns Hopkins entwickelt KI-System ohne Katheter

Das MOSAIC-System erreichte bei 28 Intensivpatienten katheternahe Werte, bleibt aber vorerst eine ergänzende Lösung mit weiterem Prüfbedarf.

Forschende der Johns Hopkins University haben mit dem System MOSAIC eine neue Methode zur kontinuierlichen Überwachung des Blutdrucks entwickelt. Die Technologie basiert auf KI-gestützten Wearable-Sensoren, die an der Brust und am Finger getragen werden.

Durch den Einsatz von Deep-Learning-Algorithmen soll das System eine präzise Alternative zu herkömmlichen arteriellen Kathetern bieten, wie aus einer in der Fachzeitschrift Computers in Biology and Medicine veröffentlichten Studie hervorgeht.

Klinische Tests belegen Präzision auf Intensivstationen

In einer ersten klinischen Erprobung wurde das MOSAIC-System an 28 Patienten auf der Intensivstation des Johns Hopkins Hospital getestet. Die Untersuchung ergab, dass die mithilfe der Sensoren und Künstlicher Intelligenz ermittelten Werte eng an die Ergebnisse von invasiven arteriellen Kathetern heranreichten. Derzeit befinden sich weitere Tests in Intensivbereichen in der Umsetzung, um die Verlässlichkeit des Systems breiter zu validieren.

Trotz der vielversprechenden ersten Ergebnisse weisen die beteiligten Forscher auf bestehende Einschränkungen hin. Die bisherige Stichprobengröße sei gering, zudem lägen noch keine Erkenntnisse darüber vor, wie sich Bewegungen oder der Alltag auf die Messgenauigkeit auswirken.

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MOSAIC werde derzeit nicht als vollständiger Ersatz für das etablierte Standardmonitoring betrachtet, sondern als ergänzende Technologie für eine kontinuierliche Überwachung ohne invasive Eingriffe.

Fortschritte bei medizinisch zertifizierten Verbrauchergeräten

Parallel zur akademischen Forschung erreicht die präzise Blutdruckmessung zunehmend den Massenmarkt. Mit der Huawei Watch D3 wurde ein Gerät vorgestellt, das über eine medizinische Zertifizierung für die Blutdruckmessung sowie eine 24-Stunden-Langzeitmessung (ABPM) verfügt.

In Tests zeigte das Modell eine deutliche Steigerung der Genauigkeit gegenüber dem Vorgänger: Abweichungen von weniger als 10 mmHg wurden in mehr als 88 Prozent der Messungen erreicht, während die Abweichung in über 97 Prozent der Fälle unter 15 mmHg lag. Die Hardware wurde zudem kompakter gestaltet; das Gehäuse ist 15 Prozent dünner und 9 Prozent leichter als beim vorherigen Modell.

Auch Google integriert verstärkt Gesundheitsfunktionen in seine Wearables. Die neue Google Pixel Watch 5 verfügt über eine Health-Guardian-Funktion, die durch kommende Updates Hinweise auf Bluthochdruck und Insulinresistenz liefern soll. Das Gerät, das mit einem Snapdragon W5 Gen 2 Prozessor und 3 GB RAM ausgestattet ist, kann bereits bei Pulsverlust oder Atemstillstand automatisch Hilfe rufen.

Strategische Partnerschaften für präventive Versorgung

Der Trend zur KI-gestützten Gesundheitsüberwachung spiegelt sich auch in neuen Industriekooperationen wider. Die Plattform CIPRA.ai arbeitet künftig mit dem Hardwarehersteller Murata zusammen, um digitale Zwillinge für das Management chronischer Krankheiten zu entwickeln.

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Ziel dieser Partnerschaft ist es, Vitaldaten in Echtzeit in prädiktive Erkenntnisse umzuwandeln. Dadurch soll die medizinische Versorgung von einer reaktiven Behandlung hin zu einer proaktiven, wertebasierten Pflege verschoben werden, um Krankenhausaufenthalte zu vermeiden und Gesamtkosten im Gesundheitswesen zu senken.

Ergänzt wird diese Entwicklung durch Innovationen wie den goVISCAN-Sensor des Fraunhofer IOF, der Herzrate und Sauerstoffsättigung kontaktlos misst, sowie spezialisierte Systeme wie das 2N8-Gerät zur häuslichen Diagnostik.

Während Xiaomi mit einem KI-Gesundheitsassistenten in der Mi-Fitness-App Funktionen für Schlaf und Ernährung bündelt, untersucht Apple derzeit intern das Potenzial eines bildschirmlosen Fitnesstrackers für die rein biometrische Datenerfassung.