BMW i3: Elektrischer 3er startet am 18. März durch

BMW enthüllt den neuen vollelektrischen 3er mit 800-Volt-Technik und revolutionärer Software. Das Schlüsselmodell auf der neuen Plattform soll ab 2026 die Konkurrenz herausfordern.

Die Elektrifizierung einer Ikone beginnt: BMW hat erste Einblicke in den neuen, rein elektrischen 3er gegeben. Das Fahrzeug, das den legendären Namen i3 für eine globale Limousine wiederbelebt, feiert am 18. März seine Weltpremiere. Für den Münchner Konzern ist dies ein entscheidender Moment, denn der 3er war jahrzehntelang das wirtschaftliche Rückgrat der Marke. Sein Erfolg auf der neuen, rein elektrischen Neue-Klasse-Plattform ist für die Zukunft der gesamten Marke von zentraler Bedeutung. Die Vorschau verspricht eine radikale Neuinterpretation mit 800-Volt-Technik, revolutionärer Rechenleistung und einem völlig neuen Design.

Ein neues Gesicht für eine Legende

Die veröffentlichten Teaserbilder zeigen einen tiefgreifenden Designwandel. Statt der vertikalen Doppelniere setzt BMW auf einen horizontalen, beleuchteten Kühlergrill, der sich nahtlos mit schrägen LED-Tagfahrlichtern verbindet. Diese Ästhetik markiert einen klaren Bruch mit aktuellen Modellen und dem ursprünglichen i3. Das Produktionsmodell behält viel vom futuristischen Minimalismus des Vision Neue Klasse-Konzepts von 2023 bei. Die schärferen, kantigeren Linien zitieren klassische BMW-Sedans der 1970er Jahre, ohne die aerodynamische Effizienz zu vernachlässigen – ein entscheidender Faktor für die Reichweite.

Leistungsstark und blitzschnell geladen

Unter der neuen Karosserie arbeitet die sechste Generation der eDrive-Technologie. Ein erster Prototyp, der i3 50 xDrive, soll mit zwei Motoren und Allradantrieb etwa 469 PS und 645 Newtonmeter Drehmoment liefern. Das Herzstück ist jedoch die 800-Volt-Architektur. Sie ermöglicht ultraschnelles Laden mit bis zu 400 Kilowatt Leistung. Schätzungen zufolge könnte der Wagen so in nur zehn Minuten über 370 Kilometer Reichweite nachladen. Mit einem voraussichtlich rund 109 Kilowattstunden großen Akku könnte die aerodynamische Limousine über 800 Kilometer (WLTP) schaffen.

Der Computer auf Rädern

Der neue i3 setzt auch unter der Haube neue Maßstäbe. Vier Hochleistungsrechner, von BMW als Superbrains bezeichnet, bilden eine zentrale Elektronikarchitektur. Die zentrale Steuerungseinheit, das „Heart of Joy“, koordiniert Antrieb, Bremsen und Lenkung in einer einzigen Software. Diese verarbeitet Daten bis zu zehnmal schneller als bisherige Systeme. Das Ergebnis soll ein Fahrverhalten sein, das den legendischen Schwung des Verbrenner-3ers nicht nur erreicht, sondern übertrifft. Im Innenraum dominieren ein riesiges 17,9-Zoll-Touchdisplay und ein panoramafähiges 3D-Head-up-Display die nahezu knopf freie Oberfläche.

Produktion und globale Strategie

Die Serienproduktion des i3 soll in der zweiten Hälfte 2026 im Stammwerk München anlaufen. Die Auslieferung in wichtige Märkte wie Europa, die USA und Australien ist für Ende 2026 oder Anfang 2027 geplant. Analysten sehen in dem globalen Elektro-3er eine direkte Antwort auf die Tesla Model 3 und den erwarteten elektrischen Mercedes-Benz C-Klasse. Während es in China bereits einen elektrischen 3er gab, ist dies der erste von Grund auf für den Weltmarkt entwickelte. Das Modell ist ein Eckpfeiler der BMW-Strategie, bis Ende 2027 rund 40 neue oder aktualisierte Modelle auf den Markt zu bringen.

Risiko und Chance für eine Schlüsselmarke

Die Einführung des i3 auf der Neue-Klasse-Plattform ist einer der bedeutendsten Produktwechsel in der Geschichte BMWs. Der 3er definierte jahrzehntelang die kompakte Sportlimousine. Seine Elektrifizierung birgt großes Risiko, aber auch enormes Potenzial. Die Entscheidung, auf eine dedizierte Elektroplattform zu warten, soll die Kompromisse vermeiden, die bei gemeinsamen Plattformen mit Verbrennern üblich sind. Der Fokus auf Rechenleistung und Software unterstreicht einen Branchentrend: Das Auto wird zunehmend durch seine digitale Architektur definiert.

Bis zur vollständigen Enthüllung am 18. März bleibt die Spannung hoch. Langfristig soll die i3-Palette um günstigere Einstiegsmodelle mit einem Motor und eine vollelektrische High-Performance-M3-Variante erweitert werden. Für Kunden, die noch nicht auf Elektro umsteigen wollen, plant BMW zudem ein umfassendes Update des Verbrenner-3ers noch 2026. Das ikonische Modellname wird also auch in den kommenden Jahren mit unterschiedlichen Antrieben fortgeführt.