BMW setzt in Leipzig erstmals menschenähnliche Roboter ein

Der Automobilhersteller BMW führt in seinem Leipziger Werk menschenähnliche Physical-AI-Systeme ein. Diese sollen komplexe Aufgaben übernehmen und die flexible, intelligente Fabrikautomatisierung vorantreiben.

München/Leipzig. Der BMW-Konzern führt in seinem Leipziger Werk eine neue Generation von menschenähnlichen Robotern ein. Die sogenannten Physical-AI-Systeme übernehmen erstmals in einer europäischen Autofabrik komplexe Aufgaben. Damit positioniert sich der deutsche Premium-Hersteller an der Spitze eines globalen Trends zur intelligenten, anpassungsfähigen Fabrikautomatisierung.

Vom Pilotprojekt zur Serienintegration

Der Schritt ist kein Experiment, sondern der nächste strategische Meilenstein. Bereits 2025 testete BMW im US-Werk Spartanburg erfolgreich den Roboter Figure 02 von Figure AI. In über 1.250 Betriebsstunden unterstützte er die Produktion von mehr als 30.000 Fahrzeugen. Seine Hauptaufgabe: das präzise Positionieren von Blechteilen für die Schweißroboter – eine Tätigkeit, die hohe Geschwindigkeit und millimetergenaue Genauigkeit erfordert.

Die positiven Daten aus den USA ebneten den Weg für den Europa-Start. In Leipzig kommt nun der AEON-Roboter des Partners Hexagon Robotics zum Einsatz. Er wird in kritischen Bereichen wie der Batteriemontage und der Komponentenfertigung getestet. Ziel ist es, die vielseitigen Einsatzmöglichkeiten dieser neuen Robotergeneration systematisch zu erforschen.

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Was ist „Physical AI“?

Der entscheidende Fortschritt liegt in der künstlichen Intelligenz. Traditionelle Industrieroboter sind starr programmierte Einzweckmaschinen. Die neuen humanoiden Roboter hingegen können lernen, sich anpassen und verschiedene Handlungen ausführen. Ihre Stärke: Sie bewegen sich in Umgebungen, die für Menschen gebaut wurden, und bewältigen flexiblere Aufgaben als konventionelle Automatisierungslösungen.

„Die Steuerungsplattform ist heute nicht mehr nur Software für einen Greifarm“, erklärt ein Branchenexperte. „Es ist ein integriertes System aus KI, Wahrnehmung und Mechanik, das dem Roboter ein bisher unerreichtes Maß an Autonomie verleiht.“ Genau diese Fähigkeiten sollen die AEON-Roboter in der Praxis unter Beweis stellen.

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Die Automobilindustrie als Treiber der Roboter-Revolution

BMW ist nicht allein. Der gesamte Sektor setzt auf die neue Technologie. Der südkoreanische Konkurrent Hyundai Motor Group plant ab 2028, Roboter von Boston Dynamics in seinen Fabriken einzusetzen. Die Automobilindustrie entwickelt sich zum zentralen Testfeld für Physical AI.

Parallel reift die Technologie in anderen Bereichen. Das Logistikunternehmen Coco Robotics stellte diese Woche seine autonome Lieferplattform Coco 2 vor. Sie soll den Schritt von menschlich gesteuerten Systemen zur vollständigen Autonomie in der „letzten Meile“ schaffen. Ob in der Fabrikhalle oder auf dem Gehweg – der technologische Kern ist derselbe: Maschinen nehmen ihre Umgebung wahr, treffen Entscheidungen und führen physische Aufgaben sicher aus.

Strategie gegen Fachkräftemangel und für mehr Flexibilität

Für BMW ist der Einsatz in Leipzig eine phase der systematischen Erprobung. Langfristig geht es darum, die vielseitige Nutzung humanoider Roboter in verschiedenen Produktionsstufen zu erforschen. Die Vision: Anpassungsfähige KI-Roboter arbeiten im Team mit Menschen. Sie übernehmen körperlich anstrengende oder repetitive Jobs und entlasten so die Fachkräfte für anspruchsvollere Tätigkeiten.

Für die gesamte Industrie könnte dies einen Paradigmenwechsel bedeuten. Die Integration von Physical AI verspricht höhere Produktivität, mehr Flexibilität in den Fertigungslinien und eine Antwort auf den Fachkräftemangel in Hochlohnländern. Als einer der weltweit führenden Automobilhersteller mit einem Umsatz von über 142 Milliarden Euro (2024) hat BMW das Gewicht, die breite Einführung dieser Technologie zu beschleunigen. Die Erkenntnisse aus Leipzig werden den Weg für die nächste Generation der automatisierten und intelligenten Fertigung weisen.