BNB Smart Chain: Cyberkriminelle nutzen Blockchain für Malware-Versteck

Angreifer nutzen die BNB Smart Chain als Speicherort für Schadcode-Befehle. Die unveränderliche Blockchain erschwert Ermittlungen erheblich, während Nutzer-Endgeräte im Fokus stehen.

Cyberkriminelle haben eine neuartige Methode entwickelt, um Schadsoftware über die BNB Smart Chain zu verbreiten. Die Angreifer missbrauchen die Unveränderlichkeit der Blockchain-Technologie, um ihre Malware-Infrastruktur vor Ermittlern zu verstecken.

Die Angriffswelle, die von Sicherheitsexperten als „ClickFix“ oder „TerminalFix“ bezeichnet wird, nutzt Smart Contracts auf der BNB Smart Chain (BSC), um schädliche Befehle zu hosten. Diese als „EtherHiding“ bekannte Technik macht es für Sicherheitsforscher besonders schwierig, die Kampagne zu unterbinden.

So funktioniert der Angriff

Die Täter nutzen die BNB Smart Chain als Speicher- und Verteilungsplattform für ihre Malware-Befehle. Indem sie die Anweisungen in Smart Contracts einbetten, profitieren sie von einem zentralen Merkmal der Blockchain: Einmal gespeicherte Daten lassen sich nicht mehr löschen. Anders als bei herkömmlichen Malware-Servern können Dienstanbieter die schädlichen Inhalte nicht einfach vom Netz nehmen.

Kompromittierte Websites laden dabei JavaScript-Code, der über ein RPC-Gateway der BNB Smart Chain die Anweisungen aus dem Smart Contract abruft. Auf diese Weise können die Angreifer ihre Schadsoftware oder Umleitungslogik jederzeit aktualisieren – allein durch eine Interaktion mit dem Vertrag auf der Blockchain.

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Gefälschte CAPTCHAs als Einfallstor

Die seit Anfang August 2026 aktive Kampagne zielt in erster Linie auf Windows-Nutzer ab. Der Angriff beginnt mit einem gefälschten CAPTCHA-Dialog auf einer kompromittierten Website. Die Besucher werden dazu verleitet, Befehle auf ihrem lokalen System auszuführen – ohne zu ahnen, dass sie damit die Malware-Installation starten.

Als Haupt-Schadsoftware kommt der Lumma-Stealer zum Einsatz, der darauf spezialisiert ist, Browser-Passwörter, Krypto-Wallet-Zugangsdaten und Cookies auszuspähen. Daneben wurden weitere Schädlinge beobachtet:

  • XWorm
  • AsyncRAT
  • MintsLoader
  • Verschiedene Krypto-Miner und Trojaner

Die Angreifer nutzen zwar die BNB-Smart-Chain-Infrastruktur, doch die Sicherheit der Blockchain selbst oder der dort verwahrten Vermögenswerte ist nicht direkt bedroht. Das Risiko konzentriert sich auf die Endgeräte der Nutzer, die mit den manipulierten Websites interagieren.

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Auch macOS-Systeme im Visier

Die Angriffswelle beschränkt sich nicht auf Windows. Varianten von ClickFix zielen auch auf macOS-Systeme ab. Diese Versionen setzen auf Go-basierte Stealer, die nicht nur Krypto-Wallets für Bitcoin, Ethereum und XRP leeren können, sondern auch Daten aus dem iCloud-Schlüsselbund von Apple abgreifen.

Die Sicherheitsforscher sehen Verbindungen zur bekannten ClearFake-Operation. Zudem wird ein Teil der verwendeten Infrastruktur mit der Aeza Group in Verbindung gebracht, einem sanktionierten Hosting-Anbieter.

Der native Token der BNB Smart Chain notierte am 8. August 2026 bei umgerechnet rund 590 Euro – die Marktkapitalisierung lag bei etwa 78 Milliarden Euro. Trotz der anhaltenden Nutzung der Smart Contracts für Malware-Zwecke blieb die Kursentwicklung des Netzwerks vergleichsweise stabil.