Bolt Graphics Zeus: Erster Testchip läuft, Serienproduktion erst 2028

Der Zeus-Testchip benötigt 1,4 Watt statt 35 Watt; Benchmarks zur Rechenleistung hat Bolt Graphics noch nicht veröffentlicht.

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Das Halbleiter-Start-up Bolt Graphics hat mit der erfolgreichen Inbetriebnahme seines ersten Testchips einen zentralen Schritt bei der Entwicklung künftiger Hochleistungs-GPUs vollzogen.

Am 13. Oktober 2026 gelang dem Unternehmen der Start des sogenannten Zeus-Siliziums innerhalb von 24 Stunden und ohne funktionale Komplikationen. Der Testbaustein, dessen Tape-out bereits im April 2026 stattfand, absolvierte zudem Temperaturprüfungen im Bereich von minus 40 bis 85 Grad Celsius fehlerfrei.

Messbare Effizienzgewinne bei ausstehenden Leistungsdaten

Der in einem 12-Nanometer-Verfahren bei TSMC gefertigte Testchip weist eine Fläche von 6 Quadratmillimetern auf. Im Betrieb verzeichnete Bolt Graphics eine Leistungsaufnahme von 1,4 Watt. Verglichen mit dem zuvor genutzten FPGA-Versuchsaufbau, der 35 Watt benötigte, entspricht dies einer Reduktion des Energiebedarfs um rund das 25-Fache.

Trotz dieses Verbrauchsfortschritts bleiben konkrete Leistungsdaten vorerst offen. Das Unternehmen veröffentlichte bislang keine Benchmarks und beschränkte sich auf die Aussage, dass die Ergebnisse über den internen Erwartungen lägen.

Unabhängige Belege für die versprochene Rechenleistung des Siliziums stehen damit weiterhin aus. Der Testchip dient vorrangig als technologische Grundlage, um Funktionen und Schaltungen für künftige Hochleistungsprozessoren des Anbieters zu erproben.

Architekturmerkmale und Fokus auf elektromagnetische Simulation

Ein zentrales Alleinstellungsmerkmal der Zeus-Entwicklung bildet dedizierte Hardware zur Simulation elektromagnetischer Effekte, wie sie beispielsweise für Radarsensoren oder Kameraobjektive benötigt wird. Laut CEO Darwesh Singh beschleunige das Design komplexe physikalische Algorithmen direkt auf Chipebene, was in dieser Form bisher von keinem Mitbewerber umgesetzt worden sei.

Die zugrunde liegende Zeus-Architektur kombiniert RISC-V-Rechenkerne mit spezialisierter Hardware für Path-Tracing. Beim Arbeitsspeicher setzt Bolt Graphics auf eine Mischung aus LPDDR5X und DDR5-SO-DIMM, womit auf einer einzelnen PCIe-Steckkarte Kapazitäten von bis zu 384 Gigabyte realisiert werden können.

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Als Einstiegsmodell ist eine Variante mit einer Leistungsaufnahme von 120 Watt und 32 Gigabyte Speicher vorgesehen. Für Server-Umgebungen sind Ausführungen mit bis zu 2,25 Terabyte Speicher im Gespräch.

Für die spätere Serienfertigung der vollständigen Zeus-GPU plant das Unternehmen den Fertigungsprozess TSMC N5P ein. Bolt Graphics entschied sich bewusst für dieses Verfahren aus dem Jahr 2020, um Engpässen bei moderneren Wafer-Kapazitäten auszuweichen.

Zeitplan und Unternehmensumfeld

Im zeitlichen Umfeld der Testchip-Inbetriebnahme eröffnete Bolt Graphics eine Niederlassung in Taipeh, um die Zusammenarbeit mit asiatischen Fertigungspartnern zu vertiefen. Der Fahrplan sieht vor, dass Entwickler im ersten Quartal 2027 Zugriff auf das System erhalten.

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Für Ende 2027 ist die Auslieferung erster Early-Access-Hardware anvisiert, während die reguläre Volumenproduktion für das Jahr 2028 angesetzt ist, nachdem diese zuvor für das vierte Quartal 2027 erwartet worden war.

Hinter den Kulissen bereitet das Start-up offenbar weitere Finanzierungsschritte vor. Einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters zufolge, der sich auf drei eingeweihte Personen beruft, strebt Bolt Graphics frisches Kapital in Höhe von rund 100 Millionen US-Dollar bei einer Unternehmensbewertung von etwa 700 Millionen US-Dollar an. Eine Bestätigung dieser Gespräche durch das Unternehmen liegt bislang nicht vor.

Mehr zum Thema bei Engadget: „Bolt Graphics Powers On Its First Zeus GPU“