Bond OBAI: KI-Sicherheitsplattform startet an der Börse

Die Personenschutz-App Bond ist an der Nasdaq notiert. Das wachsende Unternehmen setzt auf KI-gestützte Sicherheitsdienste und verzeichnete 2024 einen Umsatz von 9,7 Millionen Euro.

Die KI-gestützte Personenschutz-App Bond hat heute ihren Börsengang an der Nasdaq vollzogen. Unter dem Tickersymbol OBAI startet das Unternehmen, das eine Lücke zwischen Alltagssorgen und dem Notruf schließen will, mit einem direkten Listing.

Kein klassischer Börsengang, sondern Direktlisting

Bond geht einen ungewöhnlichen Weg: Statt frisches Kapital durch einen klassischen IPO zu beschaffen, ermöglicht das Direktlisting vor allem bestehenden Aktionären den Verkauf ihrer Anteile. Das Unternehmen selbst emittiert keine neuen Aktien und erhält keine Mittel. Eine solche Entscheidung deutet Analysten zufolge auf ein starkes Eigenkapital und Vertrauen in die Marktposition hin.

Rund 34 Millionen Aktien wurden für den Verkauf registriert. Mit dem Listing stellt sich Bond als reiner KI-Sicherheitsplayer dem Urteil der Anleger – ein Testlauf für diesen speziellen Sektor an den öffentlichen Märkten.

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Die „Pre-911“-Lücke: Schutz vor der eigentlichen Notlage

Das Kerngeschäft von Bond ist die sogenannte „sekundäre Sicherheitslücke“. Die Plattform soll helfen, wenn sich Nutzer unsicher fühlen, die Situation aber noch keinen Notruf rechtfertigt. Eine KI-App ist mit rund um die Uhr besetzten Kommandozentren vernetzt.

Zu den 14 angebotenen Funktionen gehören:
* „Video Monitor Me“: Ein Agent beobachtet live per Video, etwa bei einem nächtlichen Heimweg.
* „Track Me On The Go“: KI-gestütztes Routen-Tracking, das Abweichungen erkennt.
* „Air Guardian“: Eine Drohnen-Lösung für schnelle visuelle Verifikation vor Ort.
* „On-Demand Bodyguards“: Die Buchung von Personenschützern über die App.

Das proprietäre System soll eine durchschnittliche Agenten-Reaktionszeit von nur vier Sekunden erreichen. Ein deutlicher Unterschied zu überlasteten Notrufleitungen, so das Unternehmen.

Wachstum mit Verlusten: Hohe Investitionen in Technologie

Die finanziellen Einblicke zeigen ein schnell wachsendes, aber noch investierendes Unternehmen. Für das Geschäftsjahr 2024 meldete Bond einen Umsatz von 9,7 Millionen Euro – ein Plus von etwa 35 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das Nettoverlust belief sich im gleichen Zeitraum auf rund 11 Millionen Euro, getrieben durch Investitionen in KI und Kommandozentren.

Bis Ende 2025 hatte die Plattform über 1,28 Millionen Sicherheitsanfragen bearbeitet, davon mehr als 10.000 in Notfall- oder lebensrettenden Situationen. Das Geschäftsmodell mixt B2B-Verträge (Unternehmen, Universitäten), staatliche Partnerschaften (B2G) und direkte Abonnements.

Ambitionierte Expansion mit erfahrener Führung

Geführt wird Bond von CEO Doron Kempel, einem Seriengründer, dessen vorherige Unternehmen von HPE und IBM übernommen wurden. Sein Team umfasst Sicherheitsexperten wie Joseph DeSalvo, früher Sicherheitschef bei Blackstone und FBI-Agent.

Der Börsengang soll die Expansion des Drohnenprogramms „Air Guardian“ und die Weiterentwicklung der KI-Algorithmen vorantreiben. Der Zeitpunkt ist günstig: Automatisierte Sicherheitslösungen sind bei Kommunen gefragt, die ihre überlasteten Polizeikräfte entlasten wollen.

Ein Frühindikator für reine KI-Anwendungsaktien?

Mit dem Handel beginnt nun die Bewertungsfrage: Wie wird sich ein spezialisierter KI-Sicherheitsanbieter im Vergleich zu großen Tech-Konglomeraten schlagen? In einem globalen KI-Markt, der 2026 laut Gartner auf über zwei Billionen Euro geschätzt wird, gilt Bond als früher Stimmungsindikator.

Das Unternehmen plant, seine Präsenz über derzeit 28 Länder auszubauen und stärker in Smart-City-Infrastrukturen sowie betriebliche Fürsorgeprogramme integriert zu werden. Der Börsengang unterstreicht einen Trend: Das Smartphone wird immer mehr zur persönlichen Sicherheitszentrale – und der Markt für präventiven, technologischen Personenschutz wächst.

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