Booking.com-Betrug: 30 Opfer in Singapur verlieren 41.000 Dollar

Internationale Sicherheitsbehörden warnen vor einer neuen Betrugswelle mit echten Buchungsdaten und gefälschten Webseiten.

Internationale Sicherheitsbehörden und Regierungsstellen, darunter die US-Handelsbehörde FTC, Europol sowie die australische Plattform Scamwatch, haben eine dringende Warnung vor einer neuen Welle von Reisebetrug herausgegeben. Kriminelle nutzen demnach authentische Buchungsinformationen, um Reisende gezielt zu manipulieren und zu unrechtmäßigen Doppelzahlungen zu bewegen.

Der Modus Operandi der Täter basiert auf der Verwendung realer Daten wie Hotelnamen, Aufenthaltsdaten und Telefonnummern. Unter Anwendung von Social-Engineering-Techniken geben sich die Betrüger als Vertreter von Fluggesellschaften oder Hotels aus. Sie kontaktieren die Reisenden und fordern diese unter Vorwänden dazu auf, zusätzliche Zahlungen zu leisten oder ihre Zahlungsdaten erneut einzugeben. Experten raten dringend dazu, solche Aufforderungen über die offiziellen Kommunikationskanäle der jeweiligen Anbieter zu verifizieren.

Gezielte Phishing-Kampagnen und technische Manipulation

In Südkorea beobachtet das Sicherheitsunternehmen AhnLab eine Zunahme gezielter Phishing-Versuche. Hierbei werden detaillierte Informationen über geplante Hotelaufenthalte genutzt, um die Glaubwürdigkeit der Angreifer zu erhöhen. Zudem wird vor sogenannten „Evil Twin“-Netzwerken an Verkehrsknotenpunkten wie Flughäfen und Bahnhöfen gewarnt. Diese gefälschten WLAN-Zugänge dienen dazu, Zugangsdaten der Reisenden abzugreifen, während diese auf ihre Verbindungen warten.

Parallel dazu berichten kanadische Flughafenbetreiber aus Städten wie Toronto, Montreal, Vancouver und Ottawa über den Einsatz fortschrittlicher Bot-Technologien. Diese Bots werden genutzt, um täuschend echte Kopien legitimer Buchungsplattformen zu erstellen. Ziel ist es, Reisende auf diese manipulierten Seiten zu locken, was neben direkten finanziellen Verlusten auch zu einem erheblichen Vertrauensverlust in digitale Buchungsprozesse führt.

Anzeige

Ob gefälschte Buchungsseiten oder manipulierte WLAN-Netzwerke – Cyberkriminelle nutzen immer raffiniertere Methoden, um an Ihre sensiblen Daten zu gelangen. Dieser kostenlose PDF-Ratgeber zeigt Ihnen 5 einfache Schutzmaßnahmen, mit denen Sie Ihr Smartphone sofort gegen Hacker und Datenmissbrauch absichern. 5 Schutzmaßnahmen jetzt entdecken

Betrug bei staatlichen Reisedokumenten und Gesundheitserklärungen

Besondere Vorsicht ist derzeit bei der Einreise nach Indien geboten. Das dortige Luftfahrtministerium warnt vor betrügerischen Webseiten für das Portal Air Suvidha 2.0. Dieses System wurde im Juni 2026 für Gesundheitserklärungen im Zusammenhang mit Ebola-Überwachungsmaßnahmen gestartet. Während der offizielle Dienst kostenlos ist, leiten gefälschte Domains, die in Suchmaschinenergebnissen oft prominent platziert sind, Nutzer auf Zahlungsseiten weiter.

Ähnliche Warnungen liegen vom indischen Konsulat in São Paulo vor. Betrügerische Webseiten für elektronische Visa (e-Visa) verlangen Gebühren von bis zu 200 USD. Das Konsulat stellte klar, dass nur das offizielle Regierungsportal für Anträge genutzt werden sollte. Auch bei lokalen Buchungen für religiöse Reisen in Indien, wie die Chardham- oder Kumbh-Yatra, registriert die Polizei vermehrt Betrugsfälle mit gefälschten Hubschraubertickets und Hotelreservierungen.

Hohe finanzielle Schäden durch kompromittierte Partnerkonten

Die Ausmaße dieser Betrugsmaschen verdeutlichen Berichte aus Singapur. Seit September 2025 wurden dort mindestens 30 Opfer eines Buchungsbetrugs im Zusammenhang mit der Plattform Booking.com registriert, wobei ein Gesamtschaden von rund 41.000 SGD entstand. Die Täter gaben sich als Hotelmitarbeiter aus und kontaktierten die Kunden direkt über Messenger-Dienste oder Anrufe, um Zahlungen über Phishing-Links zu erzwingen.

Anzeige

Phishing-Angriffe und Datenklau betreffen inzwischen Millionen von Konten und verursachen weltweit enorme finanzielle Schäden. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Report, wie Sie sich mit der neuen Passkey-Technologie ohne klassische Passwörter sicher bei Amazon, WhatsApp und Co. anmelden können. Kostenlosen Report zu Passkeys herunterladen

Bereits in der Vergangenheit kam es zu ähnlichen Vorfällen. In einem dokumentierten Zeitraum wurden Verluste von mindestens 8.800 SGD gemeldet. Booking.com bestätigte in diesem Zusammenhang, dass Partnerkonten von Hotels kompromittiert wurden, was den Tätern Zugriff auf die sensiblen Reservierungsdaten ermöglichte. Sicherheitsbehörden empfehlen Reisenden den Einsatz von Zwei-Faktor-Authentifizierung und speziellen Sicherheits-Apps, um sich vor solchen Übergriffen zu schützen.