Die Online-Reiseplattform Booking.com sieht sich aktuell mit einer neuen Welle gezielter Cyberangriffe konfrontiert. Berichten von Mitte August 2026 zufolge ist es Kriminellen gelungen, Zugang zu den internen Systemen von Partnerhotels zu erlangen. Über die gekaperten Konten kontaktieren die Täter Reisende direkt über offizielle Kanäle, um unter falschen Vorwänden zusätzliche Zahlungen zu erschleichen.
Betrug über offizielle Kommunikationswege
Die Angreifer nutzen für ihre Strategie den sogenannten Extranet-Zugang der Hotelpartner. Dieser Bereich ermöglicht es Unterkünften, ihre Reservierungen und Gästedaten zu verwalten. Durch den unbefugten Zugriff können die Betrüger hochsensible Informationen einsehen, darunter die Namen der Gäste, deren Reisedaten sowie Telefon- und Buchungsnummern.
Mit diesen Daten bewaffnet, kontaktieren die Täter die Kunden nicht nur über externe Messenger-Dienste wie WhatsApp, sondern nutzen gezielt den offiziellen Nachrichtenkanal innerhalb der Booking.com-App.
Da die Kommunikation über die vertraute Plattform erfolgt, erscheint die Aufforderung zu weiteren Zahlungen für viele Nutzer zunächst glaubwürdig. Die Betroffenen werden häufig dazu aufgefordert, Kreditkartendaten erneut zu bestätigen oder ausstehende Beträge über bereitgestellte Links zu begleichen.
Fallbeispiel zeigt Vorgehensweise der Täter
Ein konkreter Vorfall aus der zweiten Augustwoche 2026 verdeutlicht die Komplexität der Betrugsmasche. Eine Reisende aus Kärnten hatte über die Plattform ein Apartment in London für einen Zeitraum von drei Nächten zum Preis von 160 Euro gebucht.
Kurz darauf erhielt sie über den internen Chat der App eine Nachricht, die angeblich vom Vermieter stammte. Darin wurde sie aufgefordert, ihre Kreditkartendaten über einen beigefügten Link erneut zu verifizieren.
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Die Betroffene erkannte den Betrugsversuch an der verdächtigen Webadresse des Links. Weitere Nachforschungen ergaben, dass das betroffene Konto eines Hotels in Devon gehackt worden war. Die im Inserat angegebene Adresse in London stellte sich zudem als eine Bar heraus. Infolge des Vorfalls musste die Reisende ihre Kreditkarte sperren lassen und kündigte eine polizeiliche Anzeige an.
Technischer Hintergrund und frühere Kampagnen
Die aktuellen Sicherheitsvorfälle stehen im Kontext einer bereits länger anhaltenden Bedrohungslage für Partner der Plattform. Bereits im Frühjahr 2026, etwa Anfang Mai, beobachteten IT-Sicherheitsforscher eine großflächige Phishing-Kampagne, die sich gegen Booking.com-Partner in Japan richtete. Dabei wurden E-Mails mit schädlichen Dateianhängen versendet, die einen speziellen Trojaner namens TrojanSpy.JS.TONRESOLVER.A installierten.
Diese Schadsoftware zeichnete sich dadurch aus, dass sie die TON-Blockchain für die Aktualisierung ihrer Befehls- und Kontrollserver nutzte. Experten von Trend Micro verwiesen in diesem Zusammenhang auf die Notwendigkeit, den Zugriff auf solche Blockchain-Plattformen in Unternehmensnetzwerken strenger zu beschränken, um die Kommunikation von Schadsoftware zu unterbinden.
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Empfehlungen für Reisende
Um sich vor finanziellen Schäden zu schützen, raten Experten zur erhöhten Wachsamkeit bei der Kommunikation über Buchungsportale. Grundsätzlich sollten niemals Zahlungsdaten über Links eingegeben werden, die per Nachricht oder E-Mail zugestellt wurden.
Bei Zweifeln an der Echtheit einer Zahlungsaufforderung wird empfohlen, den offiziellen Kundenservice von Booking.com direkt zu kontaktieren, anstatt auf die Nachricht im Chat zu reagieren. Die Plattform selbst betont regelmäßig, dass sensible Transaktionen ausschließlich über die gesicherten internen Zahlungssysteme abgewickelt werden sollten.

