Der Online-Reisekonzern Booking.com hat einen Sicherheitsvorfall bestätigt, bei dem Unbefugte Zugriff auf ein Partnerkonto erlangt haben. Im Zuge dieses Phishing-Angriffs boten Kriminelle eine fiktive Unterkunft in Mailand zu einem auffällig niedrigen Preis von 39 Euro pro Nacht an. Dieser Vorfall reiht sich in eine Serie von gezielten Attacken auf die Infrastruktur von Hotelpartnern ein, die zunehmend professionelle Züge annehmen.
Betrugsmasche mit „Geisterwohnungen“ und hohen Forderungen
Nach Unternehmensangaben betrifft der aktuelle Fall das B&B Govinda Shanty House in Monopoli. Die Angreifer nutzten das gekaperte Konto, um die Beschreibungen der angebotenen Unterkünfte zu manipulieren und Reisende zur Zahlung außerhalb der regulären Booking.com-Plattform zu bewegen.
Über das kompromittierte Konto wurden Buchungen mit einem Gesamtwert von rund 80.000 Euro generiert. Zudem versuchten die Betrüger, eine Provision in Höhe von rund 30.000 Euro zu fordern.
Die Vorgehensweise der Täter folgt einem bekannten Muster: Sobald eine Buchung über das Portal erfolgt, nehmen die Kriminellen Kontakt zu den Kunden auf. Dies geschieht entweder über den plattforminternen Chat oder externe Messengerdienste wie WhatsApp.
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Die Nutzer werden dabei aufgefordert, eine Zahlungsbestätigung zu erbringen. Zu diesem Zweck versenden die Angreifer Links, die auf gefälschte Bezahlseiten führen, um Kreditkartendaten und persönliche Informationen abzugreifen.
Technologische Aufrüstung bei Phishing-Kampagnen
Sicherheitsforscher beobachten parallel dazu eine technologische Weiterentwicklung der Angriffe auf die Partner von Booking.com. Experten von Trend Micro identifizierten eine Kampagne unter dem Namen „TONResolver“, die sich zuletzt gegen Partnerunternehmen in Japan richtete. Dabei kommt eine Schadsoftware zum Einsatz, die als Remote-Access-Trojaner fungiert und eine dauerhafte Verbindung zu den infizierten Systemen herstellt.
Die Besonderheit dieser Malware liegt in ihrer Verschleierungstaktik. Sie nutzt die TON-Blockchain für ihre Infrastruktur sowie Node.js und spezielle Techniken zur Umgehung virtueller Maschinen (VM-Obfuskation).
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Die Infektion der Partnerrechner erfolgt meist über täuschend echt wirkende E-Mails, die als Anfragen zu Gastbewertungen getarnt sind. Diese enthalten eine komprimierte Datei, in der sich eine schadhafte LNK-Datei befindet. Einmal ausgeführt, gewährt das Programm den Angreifern weitreichenden Zugriff auf das System des Hotelbetreibers, was schließlich zur Übernahme des Booking.com-Kontos führt.
Handlungsempfehlungen für Verbraucher
Angesichts der Zunahme dieser Vorfälle raten Verbraucherschützer zur erhöhten Vorsicht bei der Kommunikation nach einer Buchung. Nutzer sollten grundsätzlich keine Links anklicken, die in Nachrichten innerhalb oder außerhalb der App übermittelt werden, insbesondere wenn diese zu Zahlungsaufforderungen führen.
Es wird empfohlen, die Details von Zahlungen und Buchungen ausschließlich über die offizielle Benutzeroberfläche des Portals zu verwalten. Sollten Zweifel an der Echtheit einer Zahlungsaufforderung bestehen, sei es ratsam, direkt mit dem jeweiligen Beherbergungsbetrieb über verifizierte Telefonnummern Kontakt aufzunehmen, um den Status der Buchung zu prüfen. Die Plattformbetreiber betonen zudem regelmäßig, dass Transaktionen außerhalb des gesicherten Systems ein erhebliches Sicherheitsrisiko darstellen.

