Booking.com-Betrug: Kriminelle nutzen echte Gästedaten für Phishing

Kriminelle nutzen gehackte Hotelkonten auf Booking.com für gezielte Phishing-Angriffe auf Reisende kurz vor Reiseantritt.

Reisende und Urlauber sehen sich aktuell einer verstärkten Welle von Cyberkriminalität gegenüber, die gezielt die Infrastruktur der Reiseplattform Booking.com ausnutzt. Aktuellen Berichten zufolge warnen Experten vor einer ausgefeilten Phishing-Masche, bei der Kriminelle Hotelkonten kompromittieren, um an authentische Gästedaten zu gelangen. Diese Informationen werden anschließend genutzt, um Reisende kurz vor ihrem Antritt zu betrügerischen Zahlungen zu bewegen.

Modus Operandi: Manipulation durch Insiderwissen

Die Besonderheit dieser Angriffe liegt in der hohen Glaubwürdigkeit der Nachrichten. Die Angreifer verschaffen sich offenbar Zugriff auf die Konten von Hotelpartnern auf der Plattform. Dadurch gelangen sie an sensible Informationen wie Namen, Reisedaten und Telefonnummern der Gäste. Mit diesen Details kontaktieren sie die Reisenden über Messenger-Dienste oder plattforminterne Kommunikationskanäle.

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Diese Nachrichten werden laut Beobachtungen gezielt in einem kritischen Zeitfenster kurz vor dem Reiseantritt versendet. In den Mitteilungen werden die Kunden zu dringenden Zahlungsaufforderungen oder zur Verifizierung ihrer Kreditkartendaten aufgefordert. Da die Kriminellen korrekte Angaben zur Buchung machen können, schöpfen viele Betroffene keinen Verdacht. Die in den Nachrichten enthaltenen Links führen jedoch auf gefälschte Zahlungsseiten, die einzig dem Zweck dienen, Kreditkartendaten abzugreifen.

Ursprung der Daten und Reaktionen der Plattform

Untersuchungen legen nahe, dass die für die Angriffe genutzten Informationen entweder aus gehackten Hotelsystemen oder aus bereits geleakten Datenbanken stammen. Die Kriminellen nutzen diese Datenbasis, um die Konten der Hotelpartner zu übernehmen und die Kommunikation mit den Gästen zu imitieren.

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Das Unternehmen Booking.com hat auf diese Sicherheitsverletzungen bereits reagiert. Bekannt gewordene betroffene Partnerkonten wurden gesperrt, um weiteren Missbrauch zu verhindern. Dennoch zeigen internationale Beispiele das Ausmaß des Schadens: In Singapur wurden seit Anfang des Jahres 2023 durch derartige Phishing-Betrügereien im Umfeld von Booking.com Verluste in Höhe von mindestens 8.800 US-Dollar verzeichnet.

Empfehlungen für Reisende und Betroffene

Verbraucherschützer raten angesichts der aktuellen Situation zu erhöhter Wachsamkeit. Grundsätzlich sollte Zahlungsaufforderungen, die per Messenger oder unaufgefordert über externe Links eingehen, mit tiefem Misstrauen begegnet werden. Es wird empfohlen, den Status einer Buchung ausschließlich über die offizielle App oder die verifizierte Website des Anbieters zu prüfen.

Sollten Unklarheiten bestehen, wird dazu geraten, das Hotel direkt zu kontaktieren. Hierbei ist es wichtig, eine selbst recherchierte Telefonnummer zu verwenden und nicht die in einer zweifelhaften Nachricht angegebenen Kontaktdaten zu nutzen.

Für Reisende, die bereits Daten auf einer verdächtigen Seite eingegeben haben, ist schnelles Handeln erforderlich. Juristen und Verbraucherschützer empfehlen in solchen Fällen, die betroffene Kreditkarte umgehend sperren zu lassen und bei den zuständigen Behörden Anzeige zu erstatten. Nur durch eine schnelle Reaktion lassen sich finanzielle Schäden begrenzen und die Ermittlungen gegen die Hintermänner unterstützen.