Sicherheitsexperten des Bitdefender Antispam Lab haben eine aktive Phishing-Kampagne identifiziert, die gezielt Hotelbetreiber auf der Plattform Booking.com ins Visier nimmt. Die Angreifer versuchen dabei, Schadsoftware auf den Rechnern der Hotelmitarbeiter zu installieren, indem sie das Vertrauen in die offizielle Kommunikation des Buchungsportals ausnutzen. Laut den vorliegenden Analysen werden für die Verbreitung der Malware gezielt manipulierte Gästeanfragen und gefälschte Systemnachrichten eingesetzt.
Die Experten des Antispam-Labors beobachten bei dieser Kampagne den Einsatz der sogenannten ClickFix-Technik. Bei dieser Methode werden die Opfer durch Täuschung dazu gebracht, tiefgreifende Befehle auf ihrem eigenen Betriebssystem auszuführen, die Sicherheitsvorkehrungen umgehen.
Vorgehensweise über manipulierte Gästeanfragen
Die Angreifer kontaktieren die Hotels über die internen Kommunikationskanäle von Booking.com. Dabei geben sie sich als potenzielle Gäste aus oder versenden Nachrichten, die wie offizielle Benachrichtigungen der Plattform wirken. Im Zuge dieser Interaktion werden die Hotelmitarbeiter unter einem Vorwand dazu aufgefordert, technische Schritte an ihrem Windows-Arbeitsplatz vorzunehmen.
Ein zentrales Element dieses Angriffs ist die Aufforderung, die Tastenkombination „Windows+R“ zu drücken. Damit öffnen die Nutzer das „Ausführen“-Fenster des Betriebssystems. Anschließend werden sie angewiesen, spezifische PowerShell-Befehle einzugeben und auszuführen. Diese Befehle sind so konzipiert, dass sie im Hintergrund Malware von externen Servern herunterladen und auf dem System installieren. Da der Nutzer die Befehle manuell eingibt, werden herkömmliche Schutzmechanismen oft umgangen, da das System von einer autorisierten Handlung des Administrators ausgeht.
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Geografische Verteilung der Angriffswellen
Die Sicherheitsanalysten von Bitdefender unterscheiden derzeit zwei verschiedene Kampagnen, die sich in ihrer geografischen Ausrichtung differenzieren. Die erste Kampagne weist eine breite internationale Streuung auf. Zu den betroffenen Regionen gehören hierbei das Vereinigte Königreich, Vietnam, Italien, Irland sowie die Vereinigten Staaten von Amerika.
Eine zweite, parallel laufende Kampagne ist nach Erkenntnissen der Forscher spezifischer ausgerichtet. Diese konzentriere sich gezielt auf Hotelpartner in der Schweiz und im Vereinigten Königreich. In beiden Fällen ist das Ziel identisch: die Kompromittierung der IT-Infrastruktur von Hotelbetrieben durch die Installation bösartiger Software.
Sicherheitsrisiken durch ClickFix-Techniken
Das Bitdefender Antispam Lab betont die Gefährlichkeit dieser ClickFix-Angriffe, da sie auf die direkte Interaktion des Nutzers setzen. Durch die Tarnung als legitime Buchungsanfrage oder Support-Nachricht auf einer vertrauten Plattform wie Booking.com sinkt die Hemmschwelle der Betroffenen, den technischen Anweisungen der Angreifer zu folgen.
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Die Ausführung von PowerShell-Befehlen ermöglicht es den Hintermännern, weitreichende Kontrolle über die infizierten Systeme zu erlangen. Dies kann zum Diebstahl von Zugangsdaten, zur Spionage oder zur Vorbereitung weiterer Ransomware-Angriffe führen. Da die Kampagne aktiv ist, raten Cybersicherheitsexperten zur erhöhten Wachsamkeit bei ungewöhnlichen Aufforderungen zur Systembedienung innerhalb von Buchungsportalen. Insbesondere Anweisungen zum Ausführen von Befehlszeilen oder speziellen Tastenkombinationen sollten laut den Experten als kritische Warnsignale gewertet werden.

